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Nov 08 2019

 von: Redaktion IPTV-Anbieter.info

Häufig wird unsere Redaktion gefragt, ob denn IP-TV überhaupt legal sei? Ein Grund, endlich Licht ins Dunkel zu bringen. Tatsächlich gibt es wie im wahren Leben hier zwei Welten. Wir zeigen, was und welche Anbieter/Dienste völlig unbedenklich sind und wo man lieber einen Bogen machen sollte.

 

IPTV erlaubt oder nicht

Was ist überhaupt IPTV?

Zunächst sollten wir die Frage klären, was man unter IPTV versteht. Hier gehen die Ansichten nämlich ziemlich auseinander, das es sich nicht um einen fixen Standard handelt. Zunächst einmal ist IPTV ein TV-Empfangsweg von insgesamt mittlerweile Fünf! Also SAT, Kabel, DVB-T2, Streaming und eben IPTV. Dabei wird das IP-Protokoll des Internets verwendet. Alle Video- und Audiodaten werden also über den Breitbandzugang (> 10 MBit/s) übertragen – daher vereinfacht „IP-TV“.

Legale IPTV-Anbieter & Dienste

Da nun die Frage geklärt ist, was sich hinter dem Begriff verbirgt, widmen wir uns zunächst den völlig legalen Vertretern der Branche. Bei den IPTV-Anbietern und Diensten kann man grob in zwei Varianten differenzieren. Die einen funktionieren völlig unabhängig von eurem Breitbandanbieter und streamen das reguläre TV-Programm dann via Apps ans Tablet, Handy oder TV-Gerät (teils auch via Browser). Zu nennen sind hier vor allem:

 

 

Beispiel: Waipu.TV auf dem Smartphone

 

Darüber hinaus gibt es noch Anbieter die über eine Set-Top-Box euren Fernseher mit allen Sendern versorgen, ähnlich wie Kabel-TV. Dabei handelt es sich um klassisches IPTV im engeren Sinne. Benötigt wird aber eine Internetflat bei demselben Provider. Hier gibt es drei überregionale und vier bekannte lokale Anbieter, welche über eine IPTV-Set-Top Box gesteuert werden:

 

 

IPTV von der Deutschen Telekom (MagentaTV)

Werbebild: IPTV von der Dt. Telekom | Bild: Dt. Telekom

 

Alle genannten Lösungen sind absolut legal und kosten in der Regel zwischen 5 und 15 Euro monatlich – bei herkömmlichen IPTV muss noch der Internetzugang mitgerechnet werden. Zattoo und Waipu gibt es hingegen auch in einer kostenlosen Variante, wo allerdings entweder Werbung kommt oder viele Funktionen/Sender fehlen.

Streaming Video

Neben TV-Streaming IPTV gibt es selbstverständlich noch Videoportale, bei denen Serien, Dokus, Filme und teils auch TV-Sendungen „on Demand“ abgerufen werden können. Die bekanntesten, legalen Vertreter sind folgende Anbieter:

 

Illegale IPTV-Anbieter

Kommen wir nun zur „Schmuddelecke“ im IPTV-Universum. Es gibt eine füllen an Angeboten. Gründe für den Einsatz gibt es theoretisch zumindest zuhauf. Am häufigsten sind es aber drei Wüsche bzw. Ziele, welche Verbraucher zum Einsatz illegaler Lösungen treibt:

 

Hinweis: Wir werden exemplarisch nur einige Vertreter nennen um Euch zu helfen diese zu umgehen. Ausdrücklich raten wir sowohl vom Besuch, aber erst recht von der Nutzung dieser Seiten/Dienste ab!

 

Hauptgrund Nummer 1)
Der Wunsch nach ausländischen Sendern. Gerade Auswanderer oder Migranten wollen verständlicher Weise nicht immer ganz auf Heimatsender verzichten. Weitere Gründe können natürlich Interesse am jeweiligen Land und der Sprache sein. Sofern die Wunschsender nicht per Satellit empfangbar sind, liegt der Griff zu IPTV nahe, da das Internet bekanntlich (fast) keine Ländergrenzen kennt.

 

Hauptgrund Nummer 2)
Kostenlose Sportevents – vor allem Fussball. Wer wünscht sich nicht kostenlos die Bundesliga mit allen Spielen zu sehen. Viele illegale Anbieter versprechen genau das oder zu unschlagbar günstigen Konditionen.

 

Hauptgrund Nummer 3)
Günstig oder kostenlos Pay-TV wie z.B. Sky schauen. Wozu ein teures Sky-Abo, wenn man das auch irgendwo gratis bekommt mag man meinen. Doch genau da lauern Illegale Anbieter im Web!

Wie erkennt man nicht legale IPTV-Angebote?

Das kann man auf eine recht einfache Formel bringen. Zunächst sollte klar sein dass es sich um kein legales Angebot handeln kann, wenn irgendwo Zugriff auf Pay-TV Sender wie Sky weit unter den regulären Abopreisen ausgelobt werden. Gleiches gilt für neue Filme oder Serien, die gerade erst in den Kinos liefen oder bei Netflix & Co.

 

Schwieriger wird es dann schon z.B. bei den IPTV-Boxen, welche z.B. bei Ebay angeboten werden. Dort findet man recht schnell dubiose Angebot, welche zehntausende Sender zum Festpreis versprechen oder diverse „IPTV Boxen“. Solange man nur deutsches Free TV schaut mag das noch gehen. In den illegalen Bereich geht es spätestens dann, wenn man Sender aufruft, welche sonst mit Geoblock-Sperren versehen sind, da die Sender meist nur die Rechte für die Ausstrahlung im eigenen Land besitzen. Also etwa türkisches Fernsehen.

 

Screenshot: Zwielichtige IPTV-Angebote bei Ebay

 

Definitiv illegal sind auch die IPTV-Anbieter „Ace IPTV“ (fast 3000 Kanäle) sowie „NecroIPTV“ (ca. 1300 Kanäle). Beide versprechen für kleines Geld tausende Sender, teils sogar Pay-TV wie Sky oder Eurosport 2 HD. Zudem werden, wie im letzten Fall, noch zahlreiche Bezahlsender aus dem Ausland (UK, USA etc) geboten. Neben den Pay-TV Sendern, ist hier aber auch die Vertretung der FreeTV Sender nicht legal. Eben aus bereits genannten rechtlichen Beschränkungen. Neben der rechtlichen Frage bieten die Plattformen aber meist keine durchgehend gute Qualität. Oft hängen Streams oder können gar nicht aufgerufen werden, besonders in HD. Auch die Bildqualität soll mitunter zu wünschen übrig lassen (Nutzerberichten zufolge).

 

Hier nochmal die wichtigsten Indizien für illegale IPTV- und Streamingangebote in Kurzfassung:

 

  • es werden sonst teure Pay-TV Dienste günstiger angeboten
  • es gibt neue Titel kostenlos oder sehr preiswert
  • kein deutscher/europäischer Standort im Impressum, keine deutsche Domain/Sprache
  • viele ausländische Sender auf Abruf darunter womöglich Pay TV Kanäle
  • es werden Geo-IP Sperren umgangen oder dazu aufgerufen

Rechtslage im Einzelnen

Lange war nicht genau klar, ob es nun für Privatpersonen strafbar ist urheberrechtlich geschützte Inhalte zu streamen. Seit 2017 ist dies nun vom EUGH (Az: C-527/15) endgültig geklärt. Demnach ist bereits die Nutzung von illegalen Live-Streams nicht legal. Besonders wenn erkennbar ist, dass es sich um einen illegalen Stream handelt, also etwa Sky oder die Bundesliga. Die Betonung liegt hier auf „erkennbar“. Nachzulesen ist ein ausführlicheres Statement von Rechtsanwalt Christian Solmecke auch hier beim Fokus.

 

Bei VPN handelt es sich dagegen eher um eine rechtliche Grauzone, welche noch nicht endgültig geklärt ist. Umgeht man hingegen eine technische Schutzmaßnahme, wie Geoblocking ist man wieder im nicht legalen Bereich.

Was ist mit Apps?

Und was ist mit Apps, wie das auf vielen Fernsehern erhältliche „Smart IPTV“? Oder „GSE Smart IPTV Android“ und Kodi? Zunächst sind diese ersteinmal unproblematisch. Prinzipiell lassen sich diese Angebote legal nutzen – die Frage ist eher WAS man damit aufruft und streamt…

Männer „Haupttäter“

Es gibt sogar eine Studie von Goldmedia, wer am häufigsten zu illegalen Quellen greift. Demnach sind es Männer zwischen 18 und 23 Jahren – 1,9 Mio. Deutsche an der Zahl. Hier stehen vor allem Fussball und neue Serien/Filme auf der „Wunschliste“. Der Schaden beläuft sich der Studie demnach auf 700 Mio. Euro jährlich.

Welche Strafen kann man erwarten?

Ganz genau kann das natürlich nur ein Anwalt sagen. Unserer Recherche nach scheint die Lage in etwa so zu sein: Solange man nur streamt und nichts selbst verbreitet, etwa durch Peer-2-Peer Dienste, sind einige hundert Euro wahrscheinlich. Plus Anwaltskosten und Schadensersatz also mittlere dreistellige Summen. Wurden zusätzlich illegale Inhalte verbreitet, kann der Schaden aber schnell auf mehrere tausend Euro anwachsen.

Razzia gegen illegale Pay-TV Bande

Erst im September 2019 gelang der Polizei wieder ein großer Schlag gegen TV-Piraterie. Angeboten wurden unter anderem Sky Deutschland. Dabei wurden über 200 Server in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich beschlagnahmt und vom Netz genommen worden.

Fazit

Fernsehen in guter Qualität hat leider seinen Preis. Besonders bei Sport und neuen Serien handelt es sich bei Drittquellen meist um illegale Angebote. Hier sollte man lieber auf die Originale, wie Netflix, Sky oder Amazon setzen, schon aus Qualitätsgründen. Auch wenn bei illegalem TV-Konsum wohl nicht gleich Gefängnis droht. Die Geldstrafen können empfindlich ausfallen und mehrere Jahre reguläre Abo-Gebühren übertreffen…

Weiterführendes

» IPTV Anbieter Übersicht
» IPTV Alternativen

 

Bild Mann vor Fernseher: © sakkmesterke – Fotolia.com

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Update: 8. November 2019

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