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Jun 11 2018

 von: Redaktion IPTV-Anbieter.info

Bereits 2016 feierte IPTV sein 10jähriges Jubiläum. Bis heute nutzten bereits über 3,5 Millionen Haushalte IPTV als Basis für den TV-Empfang statt Kabel oder Satellit. Die zunehmende Verbreitung von schnellen Highspeed-Internetzugängen macht es möglich. Doch wie viel Geschwindigkeit, bzw. wie viel Mbit braucht man eigentlich für ungetrübten IPTV Genuss? Und wie sieht es mit Streaming-Diensten aus? Wir zeigen, wie viel Power sie wirklich brauchen.

 

Enormer Datenhunger bei IPTV

Zunächst sei allgemein festgestellt, dass Fernsehanschlüsse über die Breitbandflat relativ hohe Ansprüche stellen. Zwar hat sich die Verbreitung leistungsstarker DSL-, VDSL oder Glasfaser-Anschlüsse in den vergangenen Jahren erheblich verbessert, noch aber gibt es reichlich Regionen, welche von Transferraten über 6 MBit nur träumen können. IP-basiertes Fernsehen benötigt aber weit mehr Ressourcen, vor allen wenn man in HD fernsehen möchte. Von Anbieter zu Anbieter schwanken die Ansprüche an den Internetzugang zudem deutlich …

 

datenrate-fuer-iptv

So schnell muss die Breitband-Leitung für IPTV bei Anbieter X sein

Betrachten wir also im Einzelnen, wie schnell die Leitung je nach IPTV-Anbieter mindestens sein muss bzw. sollte. Die Angaben beziehen sich jeweils auf das vom Anbieter angegebene, offizielle Limit. In der Praxis sollte man noch etwas „Puffer“ mit einbeziehen. Einmal, damit noch genug Reserven für parallel betriebene, andere Internetanwendungen bleibt. Zum anderen, da die wenigsten Zugänge netto auch die angegeben Maximaldatenrate erreichen. Wer eine VDSL-Flatrate mit 50 MBit bucht, hat in der Praxis meist netto 10-20 Prozent weniger Effektivdatenrate im Alltag.

 

Telekom)
Das IPTV-Paket der Telekom namens Entertain, stellt besonders hohe Ansprüche an die Leitung. DSL mit 16 MBit markiert aktuell die absolute Untergrenze. Netto sollten für Entertain mindestens 12 MBit anliegen. Bei Bestellung wird dies jeweils im Verfügbarkeitscheck genau geprüft. In der Praxis reicht diese Datenübertragungsrate aber nur selten aus. Wer mehr als einen Fernseher im Haushalt betreiben und in HD-Fernsehen aufnehmen will, benötigt wenigstens VDSL mit 25 MBit oder höher. HD-Qualität beansprucht verständlicher Weise weit mehr Ressourcen als SD-Streams. Da HDTV aber heute ohnehin fast Standard ist, sollte man möglichst nur noch damit kalkulieren.

 

Offiziell ergeben sich folgende Limits für das Ansehen & Aufnehmen gleichzeitig je Anschluss-Art:

DSL 16.000: 2 SD-Sender oder 1 HD-Sender
VDSL 25.000: 3 SD-Sender oder 1 SD- und 1 HD-Kanal
VDSL 50.000: 4 SD-Sender oder 2 HD-Sender oder 2 SD + 1 HD
ab 100 Mbit: z.B. 3 HD + 1 SD
ab 100 MBit: Live TV in Ultra-HD

 

Das bedeutet exemplarisch also: Wer MagentaZuhause M mit 50 MBit samt Entertain bestellt, kann 2 HD Sender gleichzeitig im Haushalt sehen oder aufzeichnen und hat noch etwas Reserven auf der Leitung übrig. Das dürfte in etwa dem Durchschnitts-Szenario entsprechen, weshalb Internetzugänge mit wenigstens 50 MBit sich auch zunehmender Beliebtheit erfreuen.

 

Noch höher sind natürlich die Grenzen von Ultra-HD gesteckt. Seit der Einführung des MR401, unterstützt Entertain bekanntlich auch 4K. Für Drittanbieter, wie Netflix, gelten die vom Anbieter gesteckten Mindestvoraussetzungen (siehe unten). Für die ersten ultrahochauflösenden Live TV-Angebote, verlangt die Telekom mindestens die Buchung von MagentaZuhause L – also stolze 100 MBit.

mit EntertainTV fernsehen

Entertain in bester Qualität genießen mit dem richtigem (V)DSL-Anschluss | Bild: Deutsche Telekom

 

1und1)
Auch 1&1 bietet IPTV zu seinen Internetanschlüssen und zwar als eine Art Resale-Produkt von der Telekom. Man bucht also praktisch Entertain nur unter dem Namen „1&1“. Ansonsten gleicht sich das Produkt sehr. 1und1 zieht aber, unserer Meinung nach zu Recht, die Grenze noch etwas höher als die Telekom. So ist 1&1 Digital TV nur in Verbindung mit VDSL50 oder VDSL100 (auf Vectoring Basis) möglich. Mit DSL 16.000 kann IPTV hier gar nicht bestellt werden. Die Limits für SD und HD-Streams entsprechen dem der Telekom (siehe oben). Unser Tipp daher: Die preiswerte DSL50-Flat mit Fernsehen via 1und1. Ob die Verfügbarkeit bei Ihnen gegeben ist, zeigt dieser Test bei 1und1.

 

Vodafone)
Seit der Übernahme von Kabel Deutschland, bietet Vodafone Fernsehanschlüsse wahlweise klassisch per Kabel oder eben via IPTV. Für Vodafone TV gelten relativ laxe Mindeststandards. Offiziell begnügt man sich hier schon mit DSL 6 MBit für SD-Qualität und 13 MBit bei HDTV. Allerdings gilt auch hier natürlich die Faustformel –> mehr Geräte = mehr MBit nötig. Daher geht unsere Empfehlung für Interessenten abermals in Richtung VDSL. Zum Beispiel RED Internet DSL 50 + TV ab ca. 44 € monatlich (aktionsabhängig). Mehr dazu hier auf vodafone.de/tv.

 

vodafone-iptv

Und wie sieht es mit Video on Demand und Streaming-Diensten aus?

Video on Demand- bzw. Streamingdienste boomen seit Jahren. Seit längerem schon, müssen entnervte TV-Zuschauer, welche das Programm von RTL, Pro7 & Co. nur noch langweilt, nicht mehr in die sprichwörtliche „Röhre“ schauen. Maxdome, Netflix und Amazon bieten eine Fülle an Unterhaltung auf Abruf. Vor allem Amazon und Netflix locken mit günstigen Pauschalen und viel Inhalt – besonders durch die zahlreichen und hochwertigen Eigenproduktionen. Die wohl bekannteste davon ist „House of Cards“. Heute lassen sich die Eigenproduktionen aber kaum noch zählen und versprechen non stop TV-Genuss auf hohem Niveau, was man im deutschen Free-TV leider zu oft vermisst. Übertragen wird, sofern es die Internetverbindung hergibt, in 1a Qualität. Teils sogar schon in Ultra HD!

 

Amazon TV Screenshot

 

Und das sind die Voraussetzungen an die Internetflat je VoD-Anbieter:
Netflix setzt als Limit nach unten 0,5 MBit, empfohlen werden 1,5 MBit. Dann aber zeigt sich die Bildqualität sichtbar „matschig“. Erträglich wird es ab 3 MBit (Standardqualität). Bei 5 MBit beginnt Neflix mit HD und markiert somit die bevorzugte Untergrenze für qualitätsbewusste TV-Zuschauer. Für Ultra-HD will Netflix sogar gut 25 MBit sehen.

 

Amazon Video setzt die Grenze bei 0,4 bis 0,8 MBit an. HD-Auflösung startet bei 2-3 MBit. Für Full-HD (1920x1080p) will der Streamingdienst wenigstens eine Datenleitung mit 10-15 MBit sehen. Ultra HD mit 3840p ist offiziell schon ab 15 MBit möglich, wobei netto sicher 17-18 MBit für ein stabiles Bild eingeplant werden sollten. DSL ist daher technisch als Basis für UltraHD bei Amazon schon sehr grenzwertig. Zu bedenken gilt auch, dass man noch den Audiostream hinzu rechnen muss, den der Anbieter mit rund 0.64 MBit angibt.

 

Maxdome gehört schon länger zum „Establishment“ der Video-on-Demand Anbieter. Zwar bietet Maxdome zigtausende Inhalte, kann aber unserer Meinung nach nicht mehr ganz mit den neuen, eben vorgestellten Platzhirschen mithalten. Günstig sind die Filme und Serien zudem auch nicht gerade. Technisch setzt Maxdome das Limit für 1280x720p bei 6,5 MBit an. Full HD scheint es noch nicht zu geben. Unserer Erfahrung nach, hakt das Bild in höchster Einstellung aber selbst bei 10 MBit mitunter. Maxdome scheint sehr viel „hungriger“ zu sein, als seine Mitbewerber und das bei geringerer Qualität …

Anforderungen für Ultra HD und IPTV in Mbit/s

Streaming Netflix vs. AmazonNoch bietet keiner der IPTV-Anbieter Sender in Ultra-HD, also mit doppelter Full-HD Auflösung. Einzige Außnahme ist die Telekom mit eigenen Sportproduktionen. Der Trend zeigt allerdings deutlich in Richtung noch schärferer Inhalte. Im vorhergehenden Abschnitt genannte Video-Streaming-Dienste, bieten bereits erste Titel auf Abruf. Neftlix z.B. gibt als Internet-Downloadgeschwindigkeit 25 MBit als Untergrenze für Ultra HD an (Amazon 15 MBit). Für mehrere Streams gleichzeitig und genug Puffer, dürften also künftig Flats mit 100 MBit eine gute Wahl sein.

Wie viel Mbit für Web TV?

Web-TV Formate und die Mediatheken sind im Gegensatz zu „echtem IPTV“ (secure IPTV) relativ genügsam. Im Schnitt reichen hier 2-3 MBit völlig aus. Nur in seltenen Fällen werden HD-Inhalte präsentiert, die 6 MBit oder mehr voraussetzen.

 

Speedtest: Ist Ihr Anschluss schnell genug?
Wer die populären Streaminganbieter nutzen möchte, braucht wie wir gesehen haben relativ hohe Übertragungsraten. Erst Recht, wenn man beste Qualität wünscht. Unser Speedtest zeigt, wie schnell Ihr Internetanschluss wirklich ist. Reicht die Leistung aus? Hier gehts zum IPTV-Speedtest

Lösung für Regionen ohne starkes DSL bzw. ohne VDSL

Lange Zeit mussten Verbraucher in Regionen fernab der Städte auf Streaming oder IPTV verzichten. Auch das schnelle LTE brachte nur eine Notlösung, da hier das Datenvolumen stark begrenzt ist und somit für IPTV eigentlich ungeeignet. Die Telekom bietet aber eine neue Technik namens „Hybrid“, wobei langsames DSL mit schnellem LTE kombiniert wird. Damit kann Entertain sogar oft in Gebieten gebucht werden, wo DSL kaum schneller als 1 MBit ist. Eine Limitierung des Volumens gibt es nicht. Unser Ratgeber „Entertain via Hybrid“ zeigt die Möglichkeiten auf. Testen Sie zudem hier, ob die Hybrid-Tarife bei Ihnen vielleicht sogar angeboten werden …

Fazit:

IPTV über herkömmliche DSL-Leitungen ist in guter Qualität möglich, sofern diese wenigsten 12-13 MBit netto liefert. Für ungetrübte Qualität und den flexiblen Einsatz (z.B. einen Sender sehen, einen aufzeichnen), ist mehr Power ratsam. Wer Streaming-TV nutzen möchte benötigt ebenfalls viel Power. Ideal sind Zugänge ab 25 MBit, optimal und zukunftssicher dagegen scheinen eher 50 MBit und darüber.

nützliche Links zum Beitrag:

» direkt zur Telekom
» direkt zu 1&1
» direkt zu Vodafone
» mehr über Amazon TV
» Video on Demand Anbieter (Streamingdienste) im Überblick

 

Montage oben: Pärchen schaut Fussball: © ake1150 – Fotolia.com; Speedtacho: © Sashkin – Fotolia.com;
Bild Pärchen: © Antonioguillem

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Update: 11. Juni 2018

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2 Kommentare zu “Speed: Wie schnell muss das Internet für IPTV mindestens sein?”

  1. Didi sagt:

    Das IPTV der Telekom läuft bei VDSL getrennt vom eigentlichen Internetanschluss. Internetbandbreite und IPTV Bandbreite sind durch VLANs voneinander getrennt. Somit steht dem Nutzer 50 MBit (bei VDSL50) für die Internetanwendungen + eine gewisse Kapazität für reines IPTV. Die Internetbandbreite kommt nur bei Streamingdiensten zum tragen. Die Aussage “ In der Praxis sollte man noch etwas „Puffer“ mit einbeziehen. Einmal, damit noch genug Reserven für parallel betriebene, andere Internetanwendungen bleibt.“ ist somit an den Haaren herbei gezogen, da die 50 MBit getrennt von der IPTV Bandbreite zu betrachten sind.

  2. admin sagt:

    Wie die Kapazität eines Übertragungskanals physisch aber 50 MBit beträgt (bei VDSL), wie wollen Sie dann die Daten für IPTV entkoppeln. Schließlich baut auch ein VLAN auf einem physischen LAN auf. Und mir ist neu, dass die Telekom speziell für IPTV extra Leitungen nutzen würde?! Zumindest hab ich das bei noch keinem VDSL oder DSL Kunden sehen können. Zitat Telekom.de „Ein intelligentes Streamingmanagement erkennt, welche Anzahl an Sendungen für Ihre Leitung gleichzeitig verfügbar sein kann und verhindert dadurch, dass die Internetleitung überlastet wird und womöglich Störungen auftreten. Es wird immer das Maximum an Sendungen, welches technisch möglich ist, zur Verfügung gestellt.“




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