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13. 03. 2013

Die Deutsche Telekom und Vodafone sind am deutschen Markt jeweils mit einem eigenen IPTV-Angebot vertreten. Durch den Ausbau des mobilen Breitbandstandards LTE dürften sich in naher Zukunft neue Möglichkeiten für den IPTV-Empfang unterwegs ergeben. Die Anbieter sind da jedoch ganz unterschiedlicher Meinung.

 

Auf der Cebit waren wir vor kurzem unterwegs und führten Interviews – unter anderem auch zum Thema IPTV. Dabei befragten wir Vertreter der beiden großen IPTV-Anbieter hierzulande – Vodafone und Telekom – zu den Möglichkeiten, IPTV in Zukunft über die mobile Breitbandtechnologie LTE zu übertragen. Die Reaktionen darauf fielen überraschenderweise sehr unterschiedlich aus: Während man bei Vodafone technisch keine Probleme für diese Art der Übertragung von IP-Fernsehen sieht, ist man bei der Deutschen Telekom deutlich zurückhaltender.

Zwei Standpunkte

„Mit LTE ist das so augenblicklich nicht zu machen“, sagte Telekom-Sprecher Dirk Wende im Interview über die IPTV-Verbreitung über den Mobilfunkstandard. „IPTV wie Entertain ist in der klassischen Form aus unserer Sicht derzeit nicht über eine Mobilfunklösung zu realisieren.“ Während dessen sieht man die Möglichkeiten bei Vodafone ungleich optimistischer. „Die Technologie ist hier also nicht der limitierende Faktor“, sagte Dhananjay Mirchandani, verantwortlich für Vodafone TV, im Gespräch.

Andere Hindernisse

So führe Vodafone derzeit bereits Tests mit Livesendungen durch, die via LTE übertragen werden. „Die Qualität ist natürlich angesichts der Verfügbarkeit von LTE und der Datenraten eine exzellente“, berichtete Herr Mirchandani. Die entscheidende Frage sei bei ausreichender Netzverbreitung jedoch nicht technischer Natur, sondern liege vielmehr im rechtlichen Bereich. „Ich glaube es ist keine rein technische Frage, sondern eher eine Frage des Geschäftsmodells in der Dreiecksbeziehung zwischen Netzbetreiber, Kunde und Rechteinhaber“, sagte er gegenüber IPTV-Anbieter.info.

Zellteilung verhindert zuverlässige Anwendung

Aufgrund dieser Problematik sieht Vodafone-TV-Chef Mirchandani den IPTV-Vertrieb über LTE für eine gewisse Zeit weiterhin lediglich als Testfeld. Telekom-Sprecher Wende zweifelt trotz der Testläufe des Wettbewerbers an der technischen Umsetzbarkeit. „Sie brauchen auf jeden Fall eine stabile Anbindung“, erklärte er im Interview. Diese stabile Anbindung mit einer ausreichend hohen Bandbreite für den Genuss in hoher Qualität sei mit LTE als Shared-Medium, bei dem die Nutzer sich eine Funkzelle teilen, nicht möglich.

Gegenentwürfe

Bei Vodafone ist man der Meinung, die Problematik des Shared-Medium mit einem speziellen Protokoll umgehen zu können. Mittels eMBMS (Evolved Multimedia Broadcast/Multicast Service) könnten einzelne Signale auf mehrere Empfänger gleichzeitig gestreamt werden – die Problematik der steigenden Bandbreite pro Anwender würde sich somit erledigen. Aktuell untersuche Vodafone derartige Fallbeispiele hausintern, so Mirchandani.

Nachfolger für DVB-T?

Es scheint, als ob das breitbandige LTE sich für die Übertragung von IPTV in Zeiten des Hypes um den mobilen Datentransfer geradezu anbietet. Parallel dazu sieht es zudem so aus, als ob DVB-T hierzulande immer mehr in der Versenkung verschwindet. Mit dem angekündigten Ausstieg von RTL aus der terrestrischen Verbreitung (wir berichteten) und dem Überdenken der Terrestrik von Seiten ProSiebenSat.1, könnte IPTV via LTE als potentieller Nachfolger von DVB-T in Frage kommen (wir berichteten). Lineares IPTV in Verbindung mit On-Demand-Services hat LTE „gegenüber DVB-T eindeutige Vorteile, insbesondere in der mobilen Anwendung“, wie Herr Mirchandani die Lage einschätzt. Trotzdem wird wohl noch einige Zeit ins Land streichen, bis der Endkunde derartige Lösungen in der Hand halten wird.

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