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Sep 02 2012

 von: FxS

Die Mischung von Internet und Fernsehen wird in Ländern wie Brasilien, China und Indien besser akzeptiert, als in westlichen Ländern wie Deutschland, Großbritannien und den USA. Warum das so ist, hat die GfK nun analysiert.

 

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) führt in ihrer Studie den Rückstand der westlichen Fernsehzuschauer auf eine „analoge Mentalität“ zurück. Demnach herrscht ein überdeutliches Gefälle bei der Nachfrage von interaktiven Programmen in Brasilien (42 Prozent), China (61 Prozent) und Indien (59 Prozent), im Gegensatz zu Deutschland (14 Prozent), Großbritannien (16 Prozent) und den USA (18 Prozent), vor. Der vielfältige Funktionsumfang der Smart-TVs wird in den vermeintlich weniger fortschrittlichen Ländern ebenfalls häufiger genutzt. Für diese Diskrepanz können mehrere Einflüsse zuständig sein. Zum einen bevorzugt ein Drittel der Zuschauer eher weiterführende Informationen, anstelle von Interaktionen, zum anderen hemmt der Anspruch an die Bedienbarkeit den Gebrauch von Funktionen. Über zwei Drittel (67 Prozent) der Konsumenten würden ihren Flachbildschirm gerne per Gesten steuern, wobei 43 Prozent zumindest eine Alternative zur klassischen Fernbedienung verlangen.

 

Steuerung des TV-Geräts bald nur noch per Gesten? Auf der IFA 2012 gab es schon mal einen kleinen Vorgeschmack

Sender müssen Inhalte liefern

Sind die westlichen Verbraucher also zu verwöhnt? Richard Preedy, Research Director bei der GfK sieht vor allem die Sendeanstalten in der Pflicht: „Unsere Studienergebnisse zeigen, dass die Fernsehsender interaktive Elemente noch weitaus besser mit den bestehenden Programmen verknüpfen müssen, wenn sie die Zuschauer davon wirklich begeistern wollen.“ Auch der Einsatz von Social TV könnte dadurch auf mehr Zuspruch stoßen. Rund um die Welt finden 28 Prozent der Zuschauer interaktive Inhalte besser, als lineares Fernsehen. Ein Viertel (25 Prozent) empfindet die Einbindung von Tweets und Kommentaren als sinnvolle Erweiterung des Fernsehprogramms. An der passenden Hardware wird es jedenfalls nicht mangeln. In den sechs größten Märkten hat, in der ersten Jahreshälfte 2012, der Absatz von Smart-TVs um 31 zugelegt.

 

Smart-TVs ist einer der Trends 2012 auf der IFA

 

Preedy dazu: „In Ländern wie Indien, Brasilien und besonders China wird bereits ein steigender Anteil von Inhalten abseits des herkömmlichen Fernsehers angeschaut und gleichzeitig werden Fernseher in fortschrittlicherer Weise genutzt. Mit dem steigenden Anteil von Onlineaktivitäten, die dort bereits heute mit dem Anschauen einer Sendung einhergehen, bekommen wir einen ersten Eindruck, wohin sich der Westen in den kommenden Jahren bewegen wird. China, Indien und Brasilien sind im Moment im Wesentlichen die Early Adopter der neuen Konzepte. Im kommenden Jahrzehnt erreichen wir aber auch in den traditionellen Fernsehmärkten wie Großbritannien, den Vereinigten Staaten und Deutschland die kritische Masse und die Art und Weise, wie wir uns Sendungen anschauen, wird sich für immer verändern und analoge Angebote werden letztendlich zu Grabe getragen.“

Internetfähigkeit – ein allgemein akzeptierter Standard?

Eine weitere Erkenntnis der Studie ist trügerisch. So achten beim Kauf eines neuen Fernsehers Inder (61 Prozent) und Chinesen (64 Prozent) bewusst auf die Internetfähigkeit ihres neuen Geräts. In Deutschland sind es lediglich 30 Prozent, in Amerika 29 Prozent und in Großbritannien 26 Prozent. Inwiefern sich die nationalen Märkte dabei unterschieden, wird nicht erwähnt. Beispielsweise könnte in Deutschland die hohe Verbreitung von Lan- und WLan-Konnektivität diesen Punkt auf der Checkliste der Konsumenten überflüssig machen.

Betriebssysteme in Zukunft der entscheidende Faktor?

Der Fernseher wird weiterhin seine Führungsrolle als Hauptgerät zur Bildwiedergabe aufrechterhalten. Doch die Tablets, Smartphones und Laptops greifen an. Die Inhalte gewinnen an Relevanz, während Trägermedien und Formate an Gewicht verlieren. Preedy: „Dies bedeutet, dass die Hersteller dieser Technologien und die Entwickler der Betriebssysteme in Zukunft den Schlüssel für die Verbreitung der Inhalte in der Hand haben könnten. Denn die Zuschauer suchen nach dem bequemsten und intuitivsten Weg, um die Inhalte auf ihren verschiedenen Endgeräten zu nutzen.“

Weiterführendes

» Fraunhofer FOKUS hat auf der IFA 2012 ein neues Bedienkonzept „Zap & Shake“ vorgestellt

 

Quelle: GfK


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Update: 2. September 2012

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