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Okt 14 2009

 von: MaDi

Fortschritt wird oft von gesetzlichen Vorgaben begleitet. Erst kürzlich sorgte der EU-Verordnete Glühbirnenausstieg für Furore. Der Verband der Kabelnetzbetreiber Anga fordert nun mehr Zeit für den Analog-Abschied in deutschen Kabelnetzen.

Analog-digital Parallelbetrieb

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In einem kürzlich veröffentlichten Schreiben sprach sich der Verband für einen längeren Parallelbetrieb von analoger und digitaler Übertragung im Kabelnetz aus. Denn im Gegensatz zu terrestrischer Übertragung, bei der das stark begrenzte Frequenzspektrum einen harten Umstieg notwendig machte, sei dies im Kabelsegment nicht notwendig. Denn moderne Kabelnetze bieten laut Anga durchaus die Kapazitäten für eine duale Übertragung, die bereits in nahezu allen deutschen Breitbandkabelnetzen stattfindet. Inzwischen nutzen mehr als 6 Millionen TV-Haushalte das Digitalkabelnetz, zuletzt mit Zuwachsraten bis zu 40% jährlich.

Kabelnetzbetreiber investieren

„Um dies zu ermöglichen, investieren die Kabelnetzbetreiber jährlich hohe Summen in die Aufrüstung ihrer Netze“, erläutert Anga-Präsident Thomas Braun. So werden allein in diesem Jahr von den verschiedenen Anbietern über 700 Millionen Euro investiert. In diesem Zuge werden die Kabelnetze zumeist zusätzlich mit High-Speed-Internet und Telefonie ausgestattet. Dabei sieht man sich als wichtiger Impulsgeber für den Infrastrukturwettbewerb mit den DSL-Anbietern und Partner der Strategie der Bundesregierung, flächendeckendes Breitbandinternet anzubieten. Die geplante Analogabschaltung sei dabei ein Widerspruch, denn durch den befürchteten Kundenverlust verlieren die Kabelnetzbetreiber an Investitionskraft, was zu einer Verzögerung im Digitalisierungsprozess führen würde, so Braun.

Angst oder Panikmache?

Bei genauerer Betrachtung scheint diese Schlusskette allerdings nur zum Teil einleuchtend. Denn ehemalige Analognutzer werden ja nach einer Abschaltung nicht zwangsweise zu Fernsehverweigerern, sondern werden sich wohl zumeist für die weitere Nutzung ihres gewohnten Kabelanschlusses, nun lediglich digital, entscheiden. Doch scheint die Angst vor Kunden, die sich bei Analogabschaltung gegen den vertrauten Anbieter wenden, und sich in Richtung Satellit oder IPTV neu zu orientieren durchaus vorhanden, wie die Forderung um Aufschub der Abschaltung deutlich macht. Es bleibt also fraglich, ob eine Laufzeitverlängerung dem Digitalausbau und Kundeninteresse wie behauptet dienlich wäre, oder den freien Wettbewerb behindern bzw. verzögern würde.

 

Quelle: Anga Kabel

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Update: 14. Oktober 2009

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