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Mrz 05 2012

 von: MaDi

Um in die Zukunft zu schauen, putzt längst keiner mehr Glaskugeln oder liest Kaffeesatz – Umfragen und Berechnungen sind das moderne Mittel der Wahl. Von diesen hat auch der Kommunikationsforschungsverband Münchener Kreis gemeinsam mit Projektpartnern aus Medien und Wirtschaft Gebrauch gemacht und legt eine aufschlussreiche Studie über die Zukunft von Medien und Kommunikation vor.

Forschung aus Nutzersicht

Der Münchner Kreis, eine gemeinnützige Vereinigung, die sich die Erforschung der Zukunft der Wissens- und Informationsgesellschaft auf die Fahnen geschrieben hat und darüber hinaus als „Nahtstelle von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien“ fungieren möchte, hat gemeinsam mit zahlreichen Projektpartnern, so beispielsweise der Deutschen Telekom und dem ZDF, seine vierte Zukunftsstudie vorgelegt. Der Forschungsbericht „Zukunftsbilder der digitalen Welt. Nutzerperspektiven im internationalen Vergleich.“ ändert dabei den Blickwinkel und lässt Nutzer aus aller Welt zu Wort kommen.

16 Zukunftsbilder

Die Expertenrunde, der auch Vertreter des Bundeswirtschaftsministeriums angehören, hat im Rahmen der Studie 16 Zukunftsbilder konzipiert, die eine möglichst breite Palette abdecken sollen, um so Aufschluss über die Zukunft der Informations- und Kommunikationstechnologie und der Medien zu gewinnen. Die Bilder reichen dabei von einer Betrachtung über Lernmittel der Zukunft, über Unterhaltung, Wohnen und Arbeiten bis hin zu Visionen über den „Gesundheitsassistent zu Hause“. Natürlich finden sich auch die wichtigen Aspekte mobiles Leben und Online-Shopping.

Weltweite Befragung

Um den konkreten Nutzen solcher theoretischer Betrachtungen zu evaluieren, hat die Expertengruppe weltweit über 7.000 Internetnutzer aus insgesamt sechs Ländern befragt. Dabei wurden für Europa stellvertretend Nutzer in Deutschland und Schweden, für Asien in Südkorea und China und für Amerika Internetuser in den USA und Brasilien befragt. Afrikanische Länder finden in dieser Studie keine Beachtung. In jedem der genannten Länder wurden etwa 1.200 Nutzern vier der 16 Zukunftsbilder per Zufall zur Bewertung vorgelegt.

Deutsche eher konservativ

In vielen Bereichen stellen sich dabei die Befragten in Deutschland als eher konservativ und wenig innovationsfreudig heraus. So wird im Zukunftsbild „Mein persönliches Fernsehen“ eine neuartige TV-Plattform vorgestellt, die in etwa wie eine Weiterentwicklung des Telekom-IPTV-Angebots Entertain wirkt. Sendungen sind jederzeit verfügbar, personalisiert und auf allen Endgeräten, egal ob Fernseher oder Smartphone zum Anschauen bereit. Auf die Frage „Wie wahrscheinlich würden Sie das Zukunftsbild ausprobieren?“ reagierte die Mehrheit der befragten Deutschen mit Skepsis. So stimmte der Großteil der Aussage „Bin mir nicht sicher, ob ich es ausprobieren würde“ zu – die negativste Bewertung im Vergleich mit den anderen Ländern. Am innovationsfreudigsten zeigten sich die Brasilianer: Die Mehrzahl bewegt sich zwischen „Würde ich bestimmt ausprobieren“ und „Würde ich wahrscheinlich ausprobieren“. In Bezug auf mögliche Datenschutzprobleme bei diesem Zukunftsbild äußerten 49 Prozent der befragten Deutschen die Sorge, ihre Daten könnten missbraucht werden – weit vor allen anderen Ländern. In Brasilien machen sich beispielsweise nur 21 Prozent der Teilnehmer über solcherlei Dinge Gedanken.

 

Auch im Bereich „Konsumieren und bezahlen“ zeigen sich die Deutschen wenig innovationsfreudig. Die Nutzer – so die Vision – könnten so ganz einfach Produkte scannen, die sich beispielsweise auf großen Plakaten in Bahnhöfen befinden, um sich diese dann wenige Stunden später automatisch zustellen zu lassen. Die Mehrheit der befragten Deutschen konnte sich nur zu einem „Bin mir nicht sicher, ob ich es ausprobieren würde“ durchringen. Brasilianer, Südkoreaner und Chinesen interessierten sich weit mehr für das Modell und stimmten mehrheitlich für „Würde ich wahrscheinlich ausprobieren“.

Ausprobieren auf der CeBIT

Die beiden Beispiele zeigen, wie umfassend und detailliert die Ergebnisse der Studie sind. Eine ausführliche Betrachtung der „Zukunftsbilder der digitalen Welt“ finden Sie in Kürze auf unserer Seite. Wer sich bis dahin informieren möchte, dem steht die komplette Studie im Internet kostenlos zur Verfügung [Update: PDF seit März 2015 leider nicht mehr online verfügbar]. Darüber hinaus bietet die Deutsche Telekom auf der CeBIT 2012 in Hannover in dieser Woche die Möglichkeit, die 16 Zukunftsbilder persönlich zu beschauen und auszuprobieren. Auch darüber werden wir ausführlich berichten.

Weiterführendes

» detailierter Hintergrundbericht zur Studie – insbesondere zum Zukunftsbild „Mein persönliches Fernsehen“

 

Quelle: Münchner Kreis

 


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Update: 5. März 2012

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