Internetfernsehen

Die TV-Welt von morgen


Seit einigen Monaten taucht ein Begriff immer häufiger in den Medien auf - "Internetfernsehen". Hier soll der Begriff näher beleuchtet werden. Wobei handelt es sich dabei und was bringt es?



Was ist Internetfernsehen?

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Diese scheinbar einfache Frage lässt sich nur auf den ersten Blick einfach beantworten. Denn: Internetfernsehen hat viele Gesichter. Dementsprechend viele Begriffe, Aspekte und Medien lassen sich damit verbinden.

Einfach ausgedrückt, geht es wie der Name bereits vermuten lässt, um Fernsehen via Internet. Zunächst wird von uns versucht, eine Definition zu geben.


Definition Internetfernsehen

Internetfernsehen ist eine Form der Übertragung digitaler Bildinhalte, komprimiert mit Video und Audiocodecs, wobei als Übertragungskanal das Internet dient und mittels IP-Protokoll gesteuert wird. Als Ausgabemedium können Personal Computer, TV-Geräte oder andere mediale Outputmedien dienen. [1]


Erklärung: Komprimiert werden die Video und Audioinhalte, da digitales Film- und Tonmaterial sehr hohe Speichermengen beansprucht. Die Kompression mittels Software, die sich moderner, komplizierter mathematischer Algorithmen bedient (Codec), ist unerlässlich. Ohne diesen Schritt wären mit den meisten Internetzugänden und Speichermedien kaum Videobearbeitung, Übertragung und Speicherung möglich.

Übertragungskanal: Fernsehbilder können heute mit einer Vielzahl von Transportmethoden übertragen werden. Die Übertragung analoger TV-Bilder via Funk ist wohl bei den meisten Lesern noch die Bekannteste, wurde aber vor Jahren schon eingestellt. Die freigewordenen Frequenzen, um 800 MHz (Digitale Dividende), dienen seit 2011 zur Übertragung von schnellem Internet per Mobilfunk mittels des LTE-Standards. Die digitale Version der terrestrischen, funkbasierten TV-Übertragung, ist unter der Abkürzung "DVB-T" fast bundesweit bekannt und verbreitet. Beim Kabel TV dient als physischer Transportkanal ein Kabel. Beim Internet-TV wird ein IP-Netzwerk, bzw. ein Breitbandnetz genutzt..

IP-Protokoll: Dieser Netzwerk-Standard beschreibt, wie die Daten vom Sender zum Empfänger übertragen werden. Grundlage bildet das IP Protokoll, welches in Schicht 4 des OSI Referenzmodells festgelegt ist. Dies bedeutet, dass die zu versendeten Daten in kleinere Pakete aufgeteilt sowie nummeriert werden und über das Netz versendet werden. Kommen diese Datenpakete beim Empfänger an, so werden diese wieder in der richtigen Reihenfolge zusammengesetzt und der "Sende-Computer" über den Erhalt informiert, der wiederum weitere Daten sendet (verbindungsorientiertes Protokoll).


IPTV, WebTV, InternetTV, P2PTV - oder was!?


Dem Einen oder Anderen werden diese Begriffe bereits begegnet sein. Alle haben wie die Endung "TV" und wie bereits andeutet, etwas mit Fernsehen gemein. Nach der obigen Definition für Internetfernsehen können all diese Begriffe damit umschrieben werden. Im Detail gibt es jedoch Unterschiede.

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IPTV - Hier werden digitale TV-Inhalte in einem geschlossen Netzwerk mittels IP-Protokoll via Internet übertragen. Als Wiedergabemedium kann ein PC oder TV-Gerät dienen. Da IPTV-Anbieter eine Vielzahl von TV-Sendern übertragen, ist der Fernseher natürlich erste Wahl. Hierfür ist eine Set-Top-Box nötig - ähnlich dem SAT-Receiver bei Satelliten-TV. Für den Konsumenten ändert sich also von der Bedienung her nichts. Wohl aber kommt er in den Genuss der zahlreichen Vorteile von IPTV.

WebTV - auch hier werden digitale TV-Inhalte via Internet übertragen - allerdings offen - dass heißt für jedermann zugängig. Die Qualität ist in der Regel niedriger. Primärziel für die Ausgabe ist der PC, wobei über Umwege auch die Ausgabe auf dem Fernseher möglich ist.

InternetTV - eher nur eine Abkürzung für Internetfernsehen.



Zukunft und Nutzen

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Das meiste Zukunftspotenzial hat aller Voraussicht nach IPTV. Es verbindet das "klassische TV", wie es die Menschen seit über einem halben Jahrhundert gewohnt sind, mit neuen modernen Funktionen. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, hochauflösend zu übertragen - was für alle Besitzer von modernen Flachbild-TV-Geräten wichtig ist. HDTV heißt hier das Zauberwort. Denn die HD-TV-Geräte können nur ihre volle Schärfe ausspielen, wenn sie auch hochauflösendes Bildmaterial bekommen. Bis vor kurzem mangelt es in Deutschland leider noch an HD-Sendern via IPTV. Doch die Situation besserte sich seit dem Jahre 2010 zusehens. ARD und ZDF bieten beispielsweise den dauerhaften Sendeeinsatz vereinzelter HDTV-Inhalte seit Anfang 2010. Auch viele private Sender, wie Pro7 und RTL, sind in HD schon per IPTV empfangbar. Je nach Anbieter gibt es jedoch teils große Unterschiede bei der Anzahl der bereitgestellten Sender und der nötigen Voraussetzungen. Wir empfehlen daher den Blick auf einen Vergleich der Angebote.

IPTV bietet heute und in Zukunft also zahlreiche interessante Möglichkeiten.

TV am PC wird ähnlich dem TV auf dem Handy (Handy TV) sicherlich in Zukunft auch eine große Rolle zuteil. Den gemütlichen Fernsehabend auf der Couch mit Chips wird es sicherlich nie verdrängen. Vielmehr sind die Möglichkeiten, die WebTV-Inhalte und WebTV-Applikationen bieten, eine interessante und nützliche Ergänzung zum Alltag. Z.B. schnell am PC im Büro die Tagesthemen schauen oder spezialisierte Spartensender (z.B. Börsen-TV) nebenbei im Büroalltag konsumieren.


[1]

Es handelt es sich hierbei um einen eigenen Versuch einer Definition und erhebt keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Alle Informationen und Angaben nach bestem Wissen und Recherchen, jedoch ohne Gewähr auf Richtigkeit!
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