DVB-T2 Einführung

Digital in HD fernsehen per Antenne


In Deutschland gibt es prinzipiell vier Verbreitungswege für digitales Fernsehen, zwischen denen sich Verbraucher entscheiden können. Einmal natürlich per Satellit, per Kabel, IPTV oder eben per Antenne, kurz „DVB-T“. Seit jeher wird das DVB-T auch gerne als „Überallfernsehen“ bezeichnet, da es wegen der Funkverbreitung sehr flexibel einsetzbar ist. 2016 fiel der Startschuss für den deutlich verbesserten Nachfolgestandard DVBT-2. Nutzer müssen zur Umstellung einiges beachten, da das „alte“ DVB-T bald abgeschaltet wird. Wir zeigen, welche Vorteile die Technik bietet, welche Sender empfangbar sind, was das kostet und vieles mehr. Soviel vorweg: Es lohnt sich!

Fernsehen über DVB-T 2HD | Auf der IFA 2016 ein wichtiges Thema


1. Warum DVB-T2?

Der Vorgängerstandard DVB-T wurde bereits 2002 erstmals in Deutschland eingeführt. Immerhin rund 20 Prozent der Deutschen beziehen heute ihr TV-Programm per Antenne. Meist am Erstgerät im Wohnzimmer, teils auf Sekundärgeräten, wie Smartphone oder in der Gartenlaube. Immer mehr Verbraucher möchten allerdings, verständlicher Weise, Sender auch in HD-Qualität genießen, wie man es heute von allen anderen Verbreitungswegen gewohnt ist. Dafür war die das ursprüngliche terrestrische Fernsehen aber in der Anfangsphase nie konzipiert. Es brauchte also ein zeitgemäßes, technisches Upgrade mit moderner Übertragung- und Komprimierungstechnik. Mit DVBT-2 macht das Antennenfernsehen einen gewaltigen Sprung nach vorn in punkto Sendervielfalt, Bildqualität und Empfangsstabilität. Welche Vorteile und Nachteile das mit sich bringt, erfahren Sie folgend.

DVBT-2

2. Alle Vorteile von DVBT-2 im Überblick

Die zweite Generation bringt eine Reihe von Verbesserungen für die Nutzer mit sich. Die wohl relevanteste Neuerung betrifft die gesteigerte Sendervielfalt in HD, sowie die Bildqualität. Mittelfristig wird es alle verbreiteten Sender bei DVB-T2 sogar nur in HD geben – grobpixliges SD ist somit zumindest hier Geschichte. Zusammenfassung der Vorzüge bei DVBT2:

  • HD-Empfang endlich auch per Antenne,
  • mehr Sendervielfalt ohne große, regionale Unterschiede,
  • hervorragende Auflösung in Full-HD (1080p) und modernste Technik (HEVC/H.265),
  • Öffentlich rechtliche Sender dauerhaft kostenfrei,
  • optimierte Empfangsstabilität,
  • schnellere Umschaltzeiten beim zappen.

interessanter Erklärfilm zum Thema | Quelle: www.DVB-T2HD.de


2.1 extrem scharfes HDTV

DVBT-2 bringt endlich echtes HD zu Ihnen per Funk nach Hause. Wir betonten extra das Wort "echtes", da HDTV nämlich nicht gleich HDTV ist, wie hier unser Ratgeber zeigt. So übertragen einige Sender per Kabel, IPTV und Satellit den HD-Stream teils nicht im Full-HD-Mode (1080), sondern nur mit 720 Zeilen. Oder wenn Full-HD, dann nach wie vor interleaced (1080i). Dabei werden also abwechselnd immer nur 25 Halbbilder übertragen statt 50 Vollbilder (1080p50). Das spart den Betreibern kostenintensive Bandbreite, führt beim Verbraucher aber leider zu einer sichtbar geringeren Schärfe. Außerdem neigen Videos im Interleaced-Verfahren zum flimmern, gerade bei schnellen Schwenks. DVBT-2 strahlt von Anfang an alle Sender im „echten HD“, also mit 1920x1080p aus. Diese Qualität kennt man sonst meist nur von Bluray-Discs. Des weiteren kommt der neuste, sehr effiziente HEVC-Codec, also der Nachfolger von MPEG4 H.264, zum Einsatz.

DVB-T2 bietet ab 2017 rund 40 TV-Sender in bester Bild- und Tonqualität in Full HD.





2.2. Mehr Sendervielfalt mit DVBT-2

Neben der gesteigerten Bildqualität, nimmt erfreulicher Weise auch die Zahl der empfangbaren Sender zu. Teils sogar erheblich! Denn ein elementarer Nachteil des „alten“ DVB-T´s war die starke Fragmentierung der Senderlandschaft in Deutschland. Während man beispielsweise in Stadt X nur 6 Sender vorfand, freute sich Stadt Y nur 50 km weiter über doppelt so viele Kanäle. Besonders bei den privaten Sendern herrschte das Chaos. Einige Regionen konnten gar keine Privatsender per Antenne empfangen, andere gleich ein halbes Dutzend. Damit ist nun endlich Schluss! Jede Region, die mit DVB-T2 erschlossen wurde, erhält das gleiche Programmangebot. Nur bei Regionalsendern wird es noch kleinere Unterschiede geben, wie diese Übersicht (PDF) zeigt..

Fazit: Bis zu 40 TV-Sender wird es geben, so der Plan. Die Programmliste setzt sich dabei aus (zirka) 20 Kanälen öffentlich-rechtlicher Anstalten und um die 20 privater Sender zusammen.

3. Einführung in Stufen: Das sind die Pläne bis 2020

DVBT-2 wird in mehreren Stufen eingeführt und parallel das „alte“ DVB-T gebietsweise eingestampft. Der komplette Prozess soll bis 2019 abgeschlossen sein. Die Premiere in Deutschland ist bereits Mitte 2016 erfolgt. Am 31.5.2016 startete in ausgesuchten Gebieten (wie Berlin), erstmals der Sendebetrieb. Und zwar mit den 6 HD-Programmen von ARD, ZDF, RTL, Pro7, SAT.1 sowie VOX. Ab 31.03.2017 beginnt der sogenannte Regelbetrieb. Mit diesem Datum, so die Pläne, werden rund 40 Programme über DVB-T2 empfangbar sein. Welche Gebiete schon erschlossen sind, zeigen wir hier. In den nächsten Monaten kommen sukzessive weitere Ausbauregionen hinzu. Wichtig ist zu wissen: Überall dort, wo DVBT-2 auf Sendung geht, wird das alte DVB-T komplett eingestellt. Der Empfang ist dann also nur noch mit neuen, kompatiblen Endgeräten möglich (siehe Abschnitt Hardware). 2019 soll auch in den letzten Gebieten die Umstellung erfolgt sein.

Ab März 2016 startet der Regelbetrieb – im Juli 2017 werden private Sender dann kostenpflichtig.


4. Kosten von DVB-T2

Der Empfang aller öffentlich-rechtlichen Sender ist nach wie vor kostenlos und über den GEZ-Betrag abgedeckt. Wer allerdings auch die Privaten Kanäle, wie RTL, sehen will, muss leider zahlen. Die Kosten sind allerdings mit 5.75 € monatlich (69 € / Jahr) recht fair, finden wir. Die Gebühr für Satellit (HD+) liegt bei 60 € im Monat. Kabel-Kunden müssen noch weit, weit tiefer in die Tasche greifen. Abgewickelt wird die Bezahlung über die Plattform „Freenet.TV“ (Homepage ). Kostenpflichtig wird’s übrigens 3 Monate nach Regelbetrieb, welcher am 31. März 2017 startet. Nach dem 01.07.2017 fallen also die genannten, monatlichen Entgelte an.



4.1 Freenet TV: Die Plattform für den Empfang privater HD-Sender

Was für Satellitengucker „HD+“ ist, stellt „Freenet.TV“ für DVBT-2 Nutzer dar. Hier kauft man künftig das nötige Abo für die privaten Sender. Nötig ist ein für „Freenet.TV“ vorbereitetes Endgerät, wie z.B. ein DVBT2-Receiver. Solche Geräte erkennen Sie durch das rechts abgebildete Logo. Sollte Ihr Fernseher oder Receiver nicht den Anforderungen entsprechen, aber DVBT2 unterstützen, gibt es noch die Möglichkeit, über ein CI+ Modul die Fähigkeit nachzurüsten. Dieses kostet auf www.freenet.tv einmalig 79.99 € mit 3 Freimonaten inklusive. Endgeräten mit nativem Support ist aber immer der Vorzug zu geben, da sonst viele nützliche Funktionen, wie Timeshift oder EPG, entfallen.

DVB-T2 Geräte, die weder Freenet.TV unterstützen noch mit einem Modul nachgerüstet werden, können nur die öffentlich rechtlichen Sender empfangen ...

5. Sender im Überblick

Noch ist die Anzahl an Programmen relativ beschränkt. Richtig „los“ geht’s erst beim Regelbetrieb Q1 2017. In bereits ausgebauten Regionen (siehe Verfügbarkeit), bietet DVBT-2 heute schon:
ARD HD, ZDF HD, RTL HD, SAT.1 HD sowie VOX HD.

Nächstes Jahr kommen dann unter anderem folgende ÖR-Sender hinzu. ARTE, Phoenix, 3SAT, KIKA, ONE, Tageschau24, ZDF Neo und ZDF Info – jeweils in HD. Regional werden variabel noch BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR und alpha zugeschaltet. Details sind noch offen.

Bei den privaten gesellen sich noch RTL2, SuperRTL, ntv, sixx, 7Maxx, SAT1.Gold, RTL Nitro, Sport1 und Kabel1 (alle in HD) hinzu. Auch hier ist die genaue Belegung noch nicht endgültig festgelegt.


6. Kaufratgeber

DVBT2 Logo

Auf DVB-T2 HD Logo achten
Quelle: www.DVB-T2HD.de

Wie schon an anderer Stelle kurz erwähnt, ist es zwingend notwendig, ältere Modelle, welche nur DVB-T unterstützen, auszutauschen oder aufzurüsten. Nur Hardware, die das DVBT-2 Logo (rechts abgebildet) trägt, kann zum Empfang genutzt werden. Viele moderne Fernseher haben bereits einen entsprechenden Tuner integriert, der sowohl für DVB-T2 als auch den Vorgänger verwendet werden kann. Am besten konsultieren Sie dazu das Handbuch Ihres Gerätes.

Sollte der Flachbildfernseher leider nicht schon für DVBT2 ausgelegt sein, kann über ein externes CI-Modul die Funktion nachgerüstet werden. Achten Sie beim Kauf neuer Receiver, USB-Sticks oder Fernseher zudem auf das „Freenet.TV“ Logo (siehe Abschnitt 4.1). Dann sind Sie auf der sicheren Seite und haben für die Zukunft des terrestrischen Fernsehens optimal vorgesorgt.

6.1 empfehlenswerte Receiver

Wir raten allen, deren TV-Gerät noch kein DVBT2 beherrscht, statt dem CI-Modul, zum Kauf eines Receivers. Gute Modelle kosten, wie hier bei Amazon zu sehen,  deutlich unter 100 Euro, bieten aber  Vorteile gegenüber den Steckkarten zum Nachrüsten hinsichtlich des Funktionsumfangs. Nur so profitieren Sie von allen Vorteilen der neuen Technik. Übrigens verlangt Freenet nur für die CI-Karte bereits 80 €, also mehr als manch guter Receiver. Des Weiteren können so auch externe Speichermedien angeschlossen werden für Timeshifting oder Aufzeichnungen. Unsere Empfehlungen: Der Xoro HRT 8720, Technisat DigitalPal T2, COMAG 32029 SL30T2 und der Schweiger DTR700HD.

DVBT2 DTR 700 HD Recorder von Scheiger
DVB-T2 HD Rekorder mit Festplatte
XORO HRT 8720 DVBT2 Receiver


6.2 Spezielle Antennen nötig?

Zum Empfang von DVB-T2 ist in der Regel eine einfache Stabzimmerantenne ausreichend. Zumindest in den Ballungsgebieten. Für schwierige Empfangsgebiete, beispielsweise in Tälern, machen mitunter externe Außenantennen Sinn, um Bildstörungen zu vermeiden. Wie etwa die „STRONG SRT Ant 45“. Weit verbreitet für den Innenraum-Einsatz (vorzugsweise am Fenster) sind auch Panel-Antennen wie diese.

Beispiel Stab Zimmer-Antenne für DVBT2

Hinweis: Die Nutzung eventuell noch vorhandener, alter UHF-Antennen ist nicht möglich. Verwenden Sie daher nur spezielle DVB-T-Antennen! Zu beachten ist auch, dass Bebauung oder dicke Betonwände das Signal abschirmen können, was ebenfalls oft für den Einsatz einer Außenantenne spricht.


7. Zusammenfassung: Voraussetzung für den Empfang von DVBT2 in HD

Fassen wir also noch einmal übersichtlich zusammen, was man für die Nutzung von DVBT-2 HD benötigt.

  • DVBT-2 kompatibles Endgerät oder Nachrüstung per CI+ Modul;
  • Freenet.TV kompatibel, sofern private Sender gewünscht;
  • Wohnort liegt im Empfangs- bzw. Ausbaubereich (siehe folgend);
  • auch gut für den mobilen Einsatz an Tablets / Smartphones geeignet;
DVBT2 auch mobil einsetzbar

DVBT-2 ist auch für den mobilen Einsatz gedacht - der Fokus liegt aber im stationären Bereich daheim


8. Verfügbarkeit von DVBT2

Über Dreiviertel der Haushalte können von Beginn an (seit Mitte 2016) DVB-T2 bereits empfangen. Der Rest Deutschlands wird sukzessive bis 2019 ausgebaut. Eine Ausbaukarte und mehr Details dazu finden Sie hier.



9. Nachteile des terrestrischen Digitalfernsehens

Zwar überwiegen eindeutig die Vorteile des neuen Antennenfernsehens, es gibt aber auch einige kleine Nachteile, die wir folgend kurz aufführen wollen.


  • DVB-T2 ist nicht mehr komplett kostenlos wie früher
  • mitunter Neuanschaffungen nötig (wenn auch recht preiswert)
  • ggf. Außen- oder Zimmerantenne nötig
  • DVB-T ist anfällig für Inversionswetterlagen -> Empfangsqualität kann witterungsbedingt schwanken

10. Technik: Einige Eckdaten

Den ein oder anderen könnten vielleicht noch die technischen Verbesserungen interessieren, die DVBT2 mit sich bringt. Als Modulationsverfahren wird das sogenannte COFDM eingesetzt (Coded Orthogonal Frequency-Division Multiplexing), welches nun auch mit 16K und 32K Modus arbeitet. Vereinfacht gesagt, steigt damit die netto Nutzdatenrate gegenüber dem Vorgänger. Während DVB-T maximal mit 16-QAM codiert wurde, arbeitet der Nachfolger nun mit dem modernen 256QAM, was man auch vom LTE-Funk neuster Generation her kennt. DVBT2 setzt zudem eine Mehrantennentechnik beim Empfang ein, wodurch die Stabilität des Signals verbessert wird. Genauer gesagt MISO – also Multiple Input / Single Output. Mehrantennentechniken sind bis dato vor allem bei WLAN und LTE gängige Maßnahmen zur Performance- und Stabilitätsverbesserung.

Gefunkt wird bei DVB-T2 übrigens auch auf einem ganz neuen Frequenzband. Der Vorgänger setzte auf die reservierten Bereiche zwischen 177,5 bis 226,5 MHz sowie 474 bis 786 MHz. Das neue Band befindet sich zwischen 470 und 690 MHz.


Häufige Fragen im Überblick (FAQ)

Kann ich das alte DVB-T noch weiterschauen?
Nein, überall wo auf DVBT2 umgeschaltet wurde, erlischt gleichzeitig der Betrieb des alten Antennenfernsehens.

Kann die alte DVB-T Hardware weiter verwendet werden?
Nein, sofern nicht per CI+ Modul nachgerüstet werden kann, da sowohl Technik als auch das genutzte Frequenzband völlig verschieden sind. Anders ausgedrückt: DVB-T2 ist nicht abwärtskompatibel zu DVB-T.

Was heißt „DVB-T“ übersetzt?
Die Abkürzung „DVB-T“ bezeichnet die erdgebundene [d.h. terrestrisch; Terra~ lat. Erde] atmosphärische Übertragung von Fernsehsignalen in digitaler Form. Die Abkürzung rührt von der englischen Bezeichnung Digital Video Broadcasting Terrestrial. Es handelt sich demnach um eine digitale Übertragungstechnik.


Interview zur Umstellung auf DVB-T2 mit der Deutschen TV-Plattform

„DVB-T2 und HD sollen Mitte 2019 in Deutschland verfügbar sein. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.". Klappt der Wechsel technisch auf DVB-T2 problemlos? Was muss der Kunde bei Anschaffung neuer Hardware beachten? Könnte eventuell auch LTE als Übertragungsmedium eine Schlüsselrolle einnehmen? Alles dies und vieles mehr, z.B. Vorteile von DVB-T2 gegenüber herkömmlichen Empfangswegen wie Satellit, Kabel & IPTV, sprachen wir bereits 2016 ausführlich und exklusiv mit Carine Chardon, Geschäftsführerin der Deutschen TV-Plattform. » zum Interview




Blick zurück zu DVB-T: Einführung bis Ende

Kurz nach der Jahrtausendwende wurde der terrestrische Antennenfunk in Deutschland geboren. Einige Jahre später war er (fast) bundesweit präsent. Aufgrund zahlreicher Einschränkungen, hat er sich jedoch nie richtig ganz durchsetzen können. Insbesondere fehlendes HD und oft maues Senderangebot (regional stark schwankend), repräsentieren zwei mögliche Gründe. Dennoch kann man rückblickend von einem kleinen Siegeszug sprechen.

Digitalisierung: DVB-T war Vorreiter

Die Digitalisierung war spätestens seit dem Jahr 2000 das große Thema am TV-Markt. Das Ende der Analog-Ära versprach bessere Video- und Audioqualität, bei gleichzeitig steigender Senderzahl. Da eigentlich nichts gegen digital statt analog spricht, ist es umso erstaunlicher, wie schleppend die Umstellung von statten ging. Zumindest in Deutschland. DVB-T nahm 2008 bei der Umstellung sogar eine Vorreiterrolle ein. Erst 2012 folgte die Analog-Abschaltung von Satelliten TV! Kabel-Kunden erhalten sogar noch eine Gnadenfrist bis 2018.

DVB-T: Digitalisierung bereits 2008 abgeschlossen

Am 25. November 2008 – immerhin 2 Jahre früher als von der Bundesregierung gefordert, wurde die Umstellung von analoger auf digitale terrestrische Fernsehverbreitung abgeschlossen. Federführend war dabei die „Task Force DVB-T Deutschland von ARD und ZDF“. Der verantwortliche Leiter Thorsten Mann-Raudies ist sichtlich stolz auf das erreichte: „Mit dem Start von DVB-T im November 2008 in weiteren Teilen Nordbayerns, endete gleichzeitig die über 50-jährige Ära der analogen Terrestrik im Fernsehbereich.“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Es ist tatsächlich eine Ära der Fernsehgeschichte, welche mit der Analogabschaltung zu Ende geht. Denn als vor mehr als einem halben Jahrhundert zuerst ein und später mehrere Programme durch den Äther Nachkriegsdeutschlands in die Wohnstuben schwirrten, so waren diese per Antenne zu empfangen - nur per Antenne. Kabel- oder Satellitenübertragung waren noch Zukunftsmusik. Umso bemerkenswerter, dass sich das inzwischen durchaus etwas angestaubte und qualitativ nicht unbedingt hochwertige, analoge Antennenfernsehen beinahe unverändert bis ins Jahr 2003 halten konnte. Im Februar 2003 startete DVB-T (engl. Digital Video Broadcasting Terrestrial) im Großraum Berlin und wurde bis einschließlich 2008 schrittweise ausgebaut. In diesem Zeitraum gingen nach und nach rund 600 analoge TV-Sender und mehr als 8700 Füllsender der öffentlich-rechtlichen und privaten Programmveranstalter vom Netz.


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