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HDTV bei ARD und ZDF – Das Einstiegsszenario
Die Forderungen werden lauter: Zuschauer und Industrieverbände verlangen vermehrt den schnellen Einstieg der Öffentlich-Rechtlichen in das hochauflösende Fernsehen. Nun steht fest, dass der Regelbetrieb im Februar 2010 via Satellit starten soll; langsam, aber sicher.
Seit Ende 2005 senden die ersten deutschsprachigen Fernsehsender ihre Programme in HDTV. Die HD-Kanäle von Premiere sowie Anixe HD sind via Satellit, in einigen Kabelnetzen und über IPTV zu empfangen. Auch ProSiebenSat.1 war ein HDTV-Pionier, hat aber die Ausstrahlung von ProSieben HD sowie Sat.1 HD zunächst wieder eingestellt. Viele sind der Meinung, dass für den Durchbruch von HDTV in Deutschland der Einstieg der öffentlich-rechtlichen Sender nötig ist. Diese hielten sich bislang zurück, denn es gebe noch zu wenige HD-ready-Displays in den Haushalten. Außerdem sehe man eine Sparverantwortung gegenüber den Gebührenzahlern.
Die ARD plant, 35 Prozent der Erstsendeminuten im Ersten im Jahr 2012 in HDTV auszustrahlen. Zunächst wird deshalb nur Sport und zur Prime Time hochauflösend gesendet. Die übrigen Sendungen werden aus der Standardauflösung hochskaliert. Das ZDF will sein Programm dagegen von Anfang an vollständig in HD zeigen. Der Knackpunkt sind die Kosten Die jährlichen Kosten für die Transpondermiete sind mit 30 Millionen Euro (bei der ARD) für die geplanten Astra-Transponder sehr hoch. Zudem sind Investitionen in die Produktionstechnik nötig. Bislang gibt es kaum Möglichkeiten für Studio-Eigenproduktionen in HD. Das ARD-Hypnet, das der Verteilung der Fernsehsignale unter den Anstalten dient, muss auch noch HD-fähig ausgestaltet werden. Insgesamt will die ARD im Zeitraum von 2009-2012 140 Mio. Euro in HDTV investieren, das ZDF etwa die gleiche Summe. Die Programmverbreitung ist bis 2012 nur per Satellit und evtl. via IPTV vorgesehen. Vor 2013 werden ARD und ZDF nicht hochauflösend in Kabelnetze eingespeist werden. Qualitätsoffensive und Showcases
Bis zum 24. März werden 75 Programmstunden via DVB-S2 gezeigt. Weitere Vorführungen folgen im Ersten und im ZDF u.a. auf der IFA 2008. Als erster gebührenfinanzierter Sender startet das deutsch-französische Kulturprogramm Arte im Herbst 2008 mit der HDTV-Ausstrahlung im Regelbetrieb. „Arte HD“ ist in der französischen Version bereits empfangbar. HDTV wird bei Arte, der ARD und dem ZDF im Format 720p/50 gesendet. Die höhere Bildwiederholungsrate gegenüber 1080i/25 wirkt sich besonders bei schnellen Bildwechseln positiv aus. Doch langfristig wird mit 1080p/50 die volle HD-Auflösung angestrebt. Lesen Sie hier mehr zu Auflösungen und Technik bei HDTV.
22 öffentlich-rechtliche HDTV-Programme? Erst nach Beendigung der analogen Ausstrahlung über Satellit kann HDTV auf weitere Programme bei ARD und ZDF ausgeweitet werden. Doch weil noch sehr viele Zuschauer analoge Programme empfangen, kann nicht vor 2011 mit dem Ende der Analog-Ausstrahlung gerechnet werden. Erst dann wäre HDTV für alle 22 öffentlich-rechtlichen TV-Programme möglich. Wenn aber z.B. alle 14 Programme der ARD eigens in HDTV ausgestrahlt würden, müsste die ARD weitere Transponder mieten. Deshalb zieht man bei der ARD in Betracht, ein HD-Gemeinschaftsprogramm für die Dritten Programme einzurichten. In diesem Fall würde der Satellitenempfänger auf dieses Programm wechseln, wenn ein Zuschauer z.B. den NDR schaut und die Sendung auch hochauflösend verfügbar wäre.
2015 könnten also alle 14 Fernsehprogramme der ARD, die vier Programme des ZDF sowie die Gemeinschaftssender Phoenix, KI.KA, 3sat und Arte hochauflösend senden. Und man denkt schon einen Schritt weiter: Das Ende der Ausstrahlung in Standardauflösung ist für 2018 geplant. Denn die ARD geht davon aus, dass die Phase des Simulcast von SDTV und HDTV 10 Jahre dauern wird. Spätestens dann wäre der endgültige Durchbruch geschafft.
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