Bild: Werbeprospekt Flachbildfernseher (fiktives Muster)
Unbestritten der wichtigste Faktor an einem TV-Gerät ist neben dem Preis die Bildqualität. Keiner möchte einen unscharfen, matten TV-Schirm mit schlierendem Bild. Daher sollen zunächst Faktoren und Fachbegriffe beleuchtet werden, die hierfür wichtig sind.
So könnte man am einfachsten die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Bildqualität eines Flachbildfernsehers beschreiben. Alle drei Faktoren sind gleichsam wichtig. Ein superscharfes mattes und kontrastarmes Bild wird keiner einem verschwommenen aber kontrastreichen Fernsehbild vorziehen.
Ist ein Messwert mit dem Verhältnis zwischen dem größten Helligkeitsunterschied von Schwarz und Weiss. Dies ist wichtig, um satte Kontraste darstellen zu können. Extrembeispiel: Eine gleißende Sonne im tiefschwarzen Weltraum. Das Schwarz ist in einer solchen Szene nur bei guten Werten richtig satt und kontrastreich im Vergleich zur Sonne. Vereinfacht gesagt: desto größer das Verhältnis, desto besser. Prospektbeispiel: 3000:1
Eine pauschale Festlegung ist leider nicht möglich, da keine einheitlichen Messverfahren seitens der Hersteller existieren. Ein Gerät mit 5000:1 kann also schlechter oder genauso gut hinsichtlich des Kontrastes sein, wie ein Gerät mit 3000:1. Im Zweifel das Gerät immer vorher beim Händler begutachten!
Gemeint ist die maximale Bildhelligkeit. Ein Sonnentag am Strand mit gleißender, stechender Sonne, wird nur dann glaubwürdig bei dem Betrachter herüberkommen, wenn die Sonne auch auf dem Fernseher richtig hell leuchtet. Gemessen wird der Wert in cd/m² - gesprochen Caldera je Quadratmeter. Gute Werte sind Größen über 500 cd/m². Plasmageräte haben in der Regel höhere Werte als LCD-Geräte (siehe unten "Plasma oder LCD?").
Den meisten Lesern dürfte die Angabe Megapixel geläufig sein. Sie bezeichnet bei Digitalkameras im allgemeinen Sprachgebrauch die maximale Anzahl der Bildpunkte eines Bildes - also deren Auflösung.
Beim Fernsehbild ist dies nicht anders. Die Anzahl der Bildzeilen mal den Punkten je Zeile entspricht der Auflösung des Fernsehbildes. Bildzeilen x Punkte je Zeile = max. Auflösung
Vergleich TV-Auflösungen z.B. PAL zu HDTV; Quelle: Wikipedia
Die drei wichtigsten Normen sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst.
| Standards und Daten | PAL 720*576 | HDTV 1280*720 | HDTV 1920*1080 |
| Vertikale Auflösung | 576 Bildzeilen | 720 Bildzeilen | 1080 Bildzeilen |
| Horizontale Auflösung | 720 (max. Qualität) | 1280 | 1920 |
| Bildpunkte gesamt (max.) | 414.720 | 921.000 | > 2 Mio. |
| Frequenz | 50 Hz | 50-60Hz | 50-60Hz |
Generell gilt: Je höher die Auflösung, desto schärfer das mögliche Bild. HDTV-Norm mit 1920*1080 wird mitunter auch als "Full HD" bezeichnet.
In den Märkten und in Prospekten finden sich stets Logos, die dem Verbraucher vermitteln sollen: "Hier handelt es sich um ein 'echtes' HD-Qualitäts-Gerät." Diese Zeichen sind mit Vorsicht zu behandeln. Nicht selten wird der unwissende Verbraucher hier absichtlich hinters Licht geführt! Leider ist der Dschungel an Logos mittlerweile riesig. Die Aussagekraft ist gering und die Kundentäuschung mit Pseudo-HD-Logos hoch.
Falsches Spiel mit "HD"Die Masche mit "HD Kompatibel", "HDTV ready", "HD-Ready", oder "HDTV-Tauglich" |
Lange Zeit war diese Bemerkung eine beliebte Marketingmasche, unwissende Kunden hinters Licht zu führen. Mit Begriffen wie "HDTV ready", "HD-Ready", "HD tauglich" oder "HDTV-Tauglich" soll der Kunde sich vermeintlich in dem Glauben wiegen, er erstehe ein Gerät, das hochauflösende Fernsehbilder auch hochauflösend darstellen kann. Ausdrücke wie "HD Kompatibel" meinen nichts anderes, als dass Sie HDTV-Quellen auf diesem Gerät in alter niedriger PAL-Auflösung darstellen können. Jeder alte DDR-Fernseher kann das! Das ist in etwa so sinnig wie: "Ihr ColorTV kann auch schwarz-weiss Filme darstellen!". Genau hinsehen und Finger weg! |
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Hierbei handelt es sich um ein Label, dass Geräte kennzeichnen soll, die HDTV fähig sind und gewissen Kriterien genügen. Wer hier ein Garant für ungetrübten HD-Genuss vermutet irrt! Für das Erhalten des HD-ready-Logos sind mehrere Kriterien auf Herstellerseite notwendig:
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Eine Erweiterung des HD-ready-Siegels. Es besagt, dass ein Gerät welches dafür zertifiziert ist, 1920 × 1080 Bildpunkte darstellen muss, sowie 1080p-Signalvarianten mit 24 Hz, 50 Hz und 60 Hz. Genaugenommen das Signal entgegennehmen und dann mit gleicher oder höherer Bildwiederholrate reproduzieren. Klingt kryptisch - ist es auch. Wichtig u.a. für die optimale Darstellung von HD-DVD oder Blueray-Disc-Titeln. Das Logo alleine ist wiederum kein Qualitätslogo, sondern nur ein Logo, das die Erfüllung bestimmter Mindestanforderungen signalisiert. |
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Weiterhin existiert auch noch ein "Full HD" und "Full HD 1080p" Logo. Von der Aussage her ähnlich dem vorhergehenden Logo. Das Gerät kann die maximal mögliche HD-Zeilen-Auflösung 1080 darstellen. Nicht mehr oder weniger. Es macht also keine Aussage dazu, ob die 1080 Zeilen Interleaced (Halbzeilenmodus 1080i) oder prograssive (Vollbildmodus 1080p) dargestellt werden (Erklärung siehe Techtelmechtel). Zu beachten ist, dass das Logo keinem Zertifikat wie "HD-ready" und keiner genormten Mindestanforderung unterliegt. Es ist in dieser Form also eher ein Marketinggag. Zur IFA 2007 wurde das "Full HD ready" Logo vorgestellt. Es soll quasi eine Fortführung des von der EICTA zertifizierten "HD-ready"-Logos für "Full HD"- Geräte werden. Mit diesem Zeichen müssen Geräte u.a. die Vollbildauflösung 1080p mit 50 Hz, 60 hz und 24 Bildern / Sekunde entgegennehmen. Letzteres ist für eine ruckelfreie Wiedergabe von Blueray und HD-DVD Filmen wichtig. |
Wer nach diesem Logochaos meint, dass ist alles "Full bekloppt", ist dies kaum zu verübeln. Nicht nur, dass kaum ein Mensch hier durchblickt.
Im Gegenteil: Aus der resultierenden Hilflosigkeit und Unwissenheit wird zum Teil noch Profit geschlagen.
Fazit:
Hinweis: Es spielen noch weitere Faktoren eine Rolle bei der Bildqualität eines Fernsehers. Z.B. die Güte der verwendeten Bauteile - etwa des TV-Tuners. Die Einführung wurde bewusst vereinfacht und teils schematisch gehalten, um Einsteigern eine erste Anleitung auf dem Weg zu geben und erhebt daher keinen Anspruch auf technische und praktische hundertprozentige Korrektheit.
Bei Flachbildfernsehern existieren zwei unterschiedliche Techniken. Daher sollten zur Vorüberlegung beim Kauf eines modernen HDTV-fähigen Fernsehers, vor allem zwei wichtige Aspekte beachtet werden. Zum einen das maximal mögliche Budget und zum anderen die Wahl zwischen LCD- oder Plasmatechnik. Beide haben Vorteile und Nachteile. Heute geht der Trend jedoch zusehends zu LCD.
Eigenschaft |
LCD |
Plasma |
| Kontrast | hoch bis sehr hoch | sehr hoch |
| Farbbrillianz | hoch bis sehr hoch | sehr hoch |
| Schwarztreue | gut bis sehr gut | sehr gut |
| Stromverbrauch | tendenziell gering | eher hoch |
| Betrachtungswinkel | wichtig - möglichst senkrecht | relativ egal |
| Lichtverhältnisse im Raum |
auch bei Tageslicht gutes Bild | möglichst abgedunkelter Raum |
Die Unterschiede in Kontrastfähigkeit, Farbbrillanz und Schwarztreue liegen in der zugrundeliegenden Darstellungstechnik von LCD und Plasma.
Ganz stark vereinfacht gesagt, funktioniert LCD wie eine Taschenlampe, wo vor die Lichtquelle ein Rot, Grün oder Blaufilter geschoben wird (das Fernsehbild besteht ja nur aus vielen, vielen leuchtenden Bildpunkten aus diesen drei Grundfarben). Diese Hintergrundbeleuchtung ist auch dafür verantwortlich, dass es für diese Geräte schwierig ist, "richtiges", sattes Schwarz neben anderen leuchtenden Flächen darzustellen. Bei Plasmatechnik existiert keine separate Hintergrundbeleuchtung - hier leuchtet jeder Bildpunkt selbst.
Sprich: "sechzehn zu neun". Im Sprachgebrauch meint die Angabe 16:9 bei TV-Geräten ein Breitbildformat - erkennbar an der rechteckigen Form. 4:3 Geräte hingegen wirken eher quadratisch. 16:9 Filme verursachen auf klassischen 4:3 TV-Geräten die bekannten schwarzen Streifen am oberen und unteren Bildbereich.
HDTV ist im Übrigen ein reines 16:9-Format. Daher die volle Auflösung von 1920x1080 Bildpunkten entspricht dem Verhältnis von 16:9. Denn 1920/1080=1,7777... und 16/9=1,7777....
Ebenso die niedrigere HD-Auflösung von 1280/720=1,7777....
Gibt vereinfacht ausgedrückt die Reaktionszeit (in Millisekunden) an, die ein Bildpunkt eines LCD-Bildschirms benötigt, um von einem Zustand in einen anderen zu wechseln. Also z.B. ganz oder gar nicht durchlässig für die Hintergrundbeleuchtung zu sein. Je schneller dies möglich ist, desto weniger neigt das Fernsehbild (auch bei zügigen Kamerafahrten und Actionszenen) zum schlieren. Die Werte sollten nur als Indiz für ausreichend niedrige Reaktionszeiten interpretiert werden, da auch hier wieder einmal keine einheitlichen Messstandards existieren.
pauschales Fazit:
Werte unter 10ms sind gut und ausreichend. Weniger ist besser.
Diese Technik soll beim TV-Konsumenten ein ruhigeres, angenehmeres und flimmerfreies Fernsehbild ermöglichen. Das normale TV-Signal via Satellit, Kabel oder Antenne verfügt "nur" über 50 Hz. Das heisst genau genommen, es werden 50 Halbbilder je Sekunde wiedergegeben. Also erst die eine Hälfte und 1/50 Sekunde später die andere Hälfte eines TV-Bildes. Das Menschliche Gehirn interpretiert dies als 25 Vollbilder pro Sekunde. TV-Geräte mit der 100Hz Technik verdoppeln in der einfachsten Variante nur die Bildanzahl, indem jedes Bild zwischengespeichert und nochmals angezeigt wird. Dies kann jedoch bei schnellen Bewegungen problematisch sein, so dass versucht wird, mit technischen und mathematischen Verfahren diese Probleme (z.B. Bewegungsartefakte) zu eliminieren. Für HDTV (insbesondere Full-HD) ist 100 HZ in jedem Fall zu empfehlen.
Es gibt sogar bereits Modell, die mit "200 Hz" oder gar "600 Hz" werben. Hier scheint sich ein neues Wettrüsten nach Zahlen anzudeuten. Denn mit solchen Werten, so zeigt die Praxis, lassen sich Verbraucher gerne hinter die Fichte führen. Bestes Beispiel ist der Megapixelwahn bei den Digitalcameras. Was machen nun die mehr Hz (Herz) aus? Hier werden mittels schneller Spezialprozessoren Zwischenbilder künstlich errechnet. Je nachdem, wie gut diese Aufgabe gemeistert wird, kann es durchaus bei schnellen Schwenks zu einem subjektiv besseren Bilderlebnis kommen. Ob man auf den "ersten Blick" ein Gerät MIT der Technik und OHNE unterscheiden könnte bezweifeln wir jedoch. Fazit: Im Laden vorführen lassen und sich selbst ein Bild machen - im wahrsten Sinne des Wortes.
Ambilight ist ein von Philips entwickeltes Feature, dass eine Hintergrundbeleuchtung an einem Flachbildfernseher erzeugt. Was zunächst wie eine unsinnige Designspielerei klingt, hat durchaus einen wahrnehmungswissenschaftlichen Hintergrund. Zumindest will das Unternehmen diesen kennen. Demnach nimmt die Leistungsaufnahme der Augen ab, wenn nur eine Lichtquelle (TV-Gerät) im Raum existiert. Die Illumination des TV-Gerätes bewirkt in der Wahrnehmung, dass der Flachbildfernseher größer wirkt und schont zudem die Augen. In der neuesten Generation ist nicht nur der Rahmen erleuchtet - auch der Farbton passt sich der aktuellen Szenerie an.
Im Gegensatz zum Interlaced-Verfahren, werden hier Vollbilder übertragen. Diese Darstellung ist angenehmer für das menschliche Auge und wird als klarer empfunden. Technisch ist dies natürlich aufwendiger, da mehr Informationen übertragen bzw. gespeichert werden müssen. Progressiv wird gebräuchlich mit "p" in den Standardangaben abgekürzt (z.B. 720p50). Nach Möglichkeit immer progressiv nutzen!
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