Amazon Video Ratgeber

Das Video on Demand Angebot und die „Fire TV Box“ im Test


Der Onlinehändler „Amazon“ bietet ein eigenes Video-On-Demand Angebot namens „Amazon Video“. Die ideale Basis für Interessenten, stellen zwei hauseigenen Endgeräte dar. Zum einen der „Fire TV Stick“ sowie die „Fire TV Set Top Box“. Wir zeigen, was das Streaming-Angebot alles bietet und was die Set-Top Box leistet. Ist Amazon TV das ultimative TV-Entertainmentpaket?



1. Was ist Amazon Prime Video?

Der Video-on-Demand Markt wird hierzulande maßgeblich durch Netflix und Maxdome dominiert. Amazon mischt seit 2015 ebenfalls im hart umkämpften Streaming-Markt mit. Der Dienst „Amazon Prime Video“ (vormals Amazon Instant Video) bietet wie die Konkurrenz tausende Filme und Serien auf Abruf. Und das in exzellenter Bild- und Tonqualität über schnelle Internet-Breitbandflats. Dennoch zeichnet sich das Angebot des einstigen Buchhändlers durch etliche Besonderheiten aus, wie wir noch sehen werden.

Die „Fire“-Geräte bieten, für Kunden ohne netzfähigen Fernseher oder Receiver, die technische Basis. Viele ältere Geräte unterstützen zudem die nötige Amazon Video-App nicht. Es gibt aber noch mehr Gründe sich für den Stick oder die Set-Top-Box zu entscheiden, wie wir noch zeigen werden.





2. Warum Amazon Prime Video?

Kurzum, wegen des exzellenten Entertainment-Angebots. Netflix hat vor Jahren erstmals angefangen, eigene Serien zu produzieren – als Stichwort sei die mehrfach prämierte Erfolgsserie „House of Cards“ erwähnt. Genau in dieses Horn bläst auch Amazon und konterte bis heute mit vielen erfolgreichen Eigenproduktionen, genannt „Amazon Originals“. Zu nennen sind hier etwa „The Man in the High Castle“, „Transparent“, „Hand of God“, „Bosch“, „You are Wanted“ oder die Kinderserie „Gortimer Gibbon“. Die Auswahl wächst zusehends! Das Beste: Für Prime-Kunden sind diese und viele andere Inhalte kostenlos. Darüber hinaus finden sich natürlich tausende Filme und weitere Serien zum Abruf. Plus diverse Apps für Mediatheken und Spiele.

3. kostenlose Premium-Inhalte für Prime-Kunden

„Amazon Prime“ startete einst als eine Art privilegiertes Versand-Angebot. Gegen eine geringe, einmalige Jahresgebühr (damals 29 €), sparten Kunden die Versandkosten bei vielen Produkten. Und zwar auch ohne die 20 € Mindestbestellwert zu erreichen. Außerdem sicherte Amazon die Lieferung bis zum nächsten Werktag zu. Mittlerweile kostet Prime 69 € jährlich. Dafür erhalten Nutzer aber auch ein enormes Leistungsspektrum neben dem Versandvorteil. Mit „Prime Video“ sehen Sie alle Eigenproduktionen (Amazon Originals) kostenlos und haben Zugriff auf alle „Prime“-Inhalte in der Onlinevideothek. Viele Filme und Serien können damit gratis angesehen werden. Sogar teils echte Hollywood-Knaller, wie sämtliche Staffeln (auch die neusten) von „Walking Dead“ und „Fear the Walking Dead“. Oder die meisten Staffeln „Big Bang Theorie“, „Vikings“ und viele mehr.

Prime Fotos“ stellt Ihnen Speicherplatz in der hauseigenen Cloud zur Verfügung zum Ablegen von beliebig vielen Fotos und Videos. Die Inhalte lassen sich per App auch unterwegs am Smartphone oder Tablet beliebig aufrufen.

Mit „Prime Music“ genießen Mitglieder Zugriff auf Millionen Songs und ausgewählte Playlists ohne Werbung.

Leseratten dürfte „Prime Ebooks“ interessieren, hier sind über 1 Mio. elektronische Bücher ohne Zusatzkosten abrufbar. Teils auch Beststeller!


4. Features der Set-Top Box

Wie schon angedeutet, gibt es zwei mögliche Endgeräte namens „Fire TV“, welche die Nutzung des Angebotes enorm vereinfachen. Zudem sind einige Funktionen ausschließlich darüber möglich. Viele ältere Fernseher, welche noch keine Amazon Prime Video App bereitstellen, können ohnehin nur mithilfe der Zusatzgeräte betrieben werden. Neben dem Stick, bietet Amazon eine Sep-Top-Box an, der wir uns folgend genauer widmen wollen. Die Sticklösung ist zwar minimal platzsparender und etwas günstiger, kann aber technisch nicht ganz mithalten (siehe Punkt 4.3). Wenn, empfehlen wir den Griff zur Box!

4.1 Ausstattung vom Feinsten

Hardwaretechnisch hat die Set-Top-Box von Amazon einiges zu bieten. Ein superschneller Quadcore-Prozessor mit 2 GHz Taktrate, die GX6250 Grafikengine und 2 GB Arbeitsspeicher, sorgen für eine extrem flüssige Bedienung und Navigation. Dies machte sich in unserem Test extrem bemerkbar. Auf TV-Geräten oder Bluray-Playern war die Nutzung per Amazon-App oft mit langen, nervenden Verzögerungen verbunden. Auf der Box springt man bei Bedarf rasant durch alle Menüs und Inhalte – eine wahre Freude!






andere Ansicht der Anschlüsse der Fire TV Set-Top Box

Anschlüsse der Fire TV Box | Klicken zum Vergrößern


Auch beim WLAN-Modul hat Amazon nicht gespart. Die Box wird, sofern der Router es unterstützt, mit dem neusten WLAN 802.11ac Standard angebunden, was für mehr Stabilität und ausreichend Datenpower sorgt. Alternativ erfolgt der Anschluss über den LAN Port. Fire TV ist bereits kompatibel zu Ultra-HD (4K), dem bis zu viermal schärferem HD-Nachfolger. Erste Inhalte können Kunden mit passendem Fernseher bereits seit 2016 genießen.


4.2 technische Eckdaten im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt  noch einmal die wichtigsten Eckdaten der Amazon Set-Top Box im Überblick.

Amazon Fire TV Box Feature
Prozessor MediaTek Quad-Core bis 2 GHz
GPU (Grafik) Power VR GX6250 600MHz (Max
RAM 2 GB
Speicherplatz 8 GB
Speicher erweiterbar MicroSD bis 128 GB
WLAN  bis WLAN AC 802.11ac
LAN Ethernet 10/100
USB USB 2.0
Auflösung bis UltraHD 4K (2160p 30fps); HD 720p und 1080p 60fps
Bluethooth Bluetooth 4.1 (Pofile HID, HFP, SPP)
Audio Dolby 5.1 2ch Stereo
Voraussetzung UHD Fernseher mit HDCP 2.2 + HDCP
Formate Video H.265, H.264
Formate Audio AAC-LC, AC3, eAC3, FLAC, MP3, Wave, PCM, Vorbis
Formate Bild JPG, GIF, PNG, BMP
Größe 115x115x17,8 (H/B/T)
Gewicht 270 Gramm
Preis rund 99 € hier bei Amazon

4.3 Unterschiede zum Stick

Dem Fire-TV Stick erster Generation fehlten viele Features im Vergleich zur Box. So unterstützte dieser  z.B.  kein WLAN ac. Seit April 2017 gibt es den Nachfolge-Stick, welcher deutlich leistungsfähiger ist und der Box technisch nur wenig nachsteht. So werkelt hier jetzt ebenfalls eine Quadcore CPU im Inneren, unterstützt von 1 GB Arbeitsspeicher (Box 2 GB). Ultra HD wird aber leider nach wie vor nicht supported. Dafür muss man zur Box-Version greifen. HD mit 1080p markiert die höchste Bildauflösung. Zudem verfügt der Stick über kein externen Speicherslot und keinen LAN-Port. Dafür liegt der Preis rund 50 Prozent unter dem Fire TV.

Fire TV Stick Version 2

Fire TV Stick Version 2 mit Fernbedienung


5. Testbericht - Unsere Erfahrungen mit der Fire Box und Amazon TV

5.1 Einrichtung des Fire-TV

Die Installation ist denkbar einfach und in 2-3 Minuten erledigt. Nach dem Anschluss des HDMI-Kabels und dem Netzteil, kann es schon losgehen. Zunächst wird man nach der bevorzugten Sprache gefragt – Deutsch, Englisch oder Chinesisch. Anschließend versucht die Box die Internetverbindung per LAN bzw. WLAN herzustellen. In letzterem Fall muss noch die SSID ausgewählt und das Passwort eingegeben werden. Ist dies geglückt, folgt ein kleines Demovideo, was noch einmal die wichtigsten Möglichkeiten und Features von Amazons TV-Angebot vorstellt.






5.2 Navigation

Die beiliegende Fernbedienung wirkt minimalistisch, bietet aber alle relevanten Funktionen. Insgesamt beherbergt diese eine Spracheingabe-Taste, 6 Steuertasten plus das mittlere Navigationskreuz samt zentraler Bestätigungstaste. Mehr braucht es nicht! Mit dem Navi-Kreuz steuert man zügig durch das Angebot.


Navigation durch Amazon TV per Fernbedienung

5.3 die Sprachsuche

Ein echtes Highlight, wie wir finden, ist die exzellente Sprachsuche. In der Praxis funktioniert das nahezu immer auf den Punkt. Selbst wenn man englische Titel mit nicht ganz hervorragender Aussprache sucht, kommt man meist problemlos und in 2 Sekunden ans Ziel. Einfach Sprachtaste gedrückt halten, bis zum „Bong“ Ton warten und reden. Bereits 1 Sekunde später präsentiert Amazon 1-2 Möglichkeiten für den vermeintlichen Kundenwunsch. Auswählen und los geht’s. Beispiel: „Big Bang“ sagen und schon 1 Sekunde später wird „Big Bang“ oder "The Big Bang" vorgeschlagen, mit entsprechenden Treffern zur bekannten Serie. Lästiges Tippen entfällt somit weitestgehend, wobei die direkte Eingabe ebenfalls möglich ist. Nur eben sehr viel umständlicher per Buchstaben Tippel-Tappel via Fernseher und Fernbedienung.




5.4 übersichtliches Menü

Auch wenn immer mal kleine Änderungen vorgenommen werden – das Startmenü bietet in etwa folgende Möglichkeiten. Einmal natürlich die Suche optional per Eingabe gefolgt von kürzlich gesehenen Inhalten bzw. "Meine Videos". Danach die Prime-Inhalte gegliedert nach Filmen und Serien. Es folgt die persönliche Watchliste wo der Nutzer sich interessante Titel beim Stöbern für später aufheben kann. Praktisch eine Art Erinnerungsliste. Dann geht es in der linken Navigation weiter mit Spiele, Aps, Musik Fotos und Einstellungen, wie der folgende Screenshot zeigt.



5.5 Mediatheken bei Fire TV

Mit Amazon TV und der Set-Top-Box, erhalten Sie auch Zugriff auf die meisten Mediatheken, die es gibt. Also z.B. von ARD (darüber auch die meisten 3. Programme), ZDF, Bayern, Arte und etliche Angebote privater Sender. Gerade für alle, die noch ältere Geräte nutzen und wo die Mediatheken-Apps mitunter fehlen, ist dies eine gute, günstige Möglichkeit zur Nachrüstung. Der Zugriff läuft butterweich und macht richtig Spaß!

5.6 Apps

Neben den genannten Mediatheken-Apps, bietet Amazon noch hunderte andere Erweiterungen. Unter anderem Netflix, Youtube und etliche Spiele. Optional kann an die Fire-Box sogar ein spezieller Gamecontroller angeschlossen werden. Seit Ende 2016 gibt es sogar waipu.tv optional als App. Somit verwandelt man auf Wunsch seinen Amazon TV in einen IPTV-Receiver und kann darüber theoretissch sein kompletten TV-Anschluss beziehen.





6. Kosten für die Box

Die Fire TV Box kostet in der Regel 89.99 € und kann hier bestellt werden. Ein durchaus fairer Preis finden wir. Wer noch kein Prime-Abo hat und alle Funktionen bzw. kostenlose Inhalte nutzen will, muss zudem noch die Jahresgebühr in Höhe von 69 € bedenken.

7. Unser Fazit

Der Autor nutzte Amazon TV mit Prime und die Box, bis zum Verfassen des Beitrags, fast 1 Jahr lang ausführlich. Während dessen hat sich das Fernsehverhalten interessanter Weise komplett geändert. Das „normale“ TV-Programm kommt nun immer seltener auf den Bildschirm. Nur noch einige, wenige Lieblingsendungen schaffen es auf die "konventionelle" Watchlist oder werden in der Mediathek im Fire TV zu gegebener Zeit angeschaut.

Ansonsten läuft fast jeden Abend Fire TV und das dank Prime zu 99% kostenlos. Das nahezu unerschöpfliche Serienangebot und immer neuer Filmnachschub (hier könnte es noch etwas mehr geben), lassen praktisch nie Langeweile aufkommen. Der Satz „Heut kommt nichts im Fernsehen“ verliert zumindest für mich seine Bedeutung. Mittlerweile würde ich die Box nicht mehr hergeben wollen. Amazon hat hier wirklich gute Arbeit geleistet. Man darf gespannt sein, was zukünftige Verbesserungen bringen.




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