Einkaufsführer HDTV & Ultra HD

Hilfe durch den Begriffs-Dschungel beim TV-Kauf


Wer sich einen neuen Fernseher kaufen möchte, sieht sich mittlerweile mit weit mehr Technik-Begriffen konfrontiert, wie bei der Anschaffung eines Computers. Lieber LED oder OLED, Ultra-HD oder HD? Mehr als 40 Zoll? 600 oder 600 Hz? Welche Kriterien sollte ich noch beachten? Welche Technik passt zu mir und was bedeuten all die Abkürzungen? Hier finden Sie eine umfangreiche Hilfe zur Kaufplanung und Entscheidung eines neuen (U)HDTV-Fernsehers.

Fiktives Werbebeispiel für UHD-Fernseher

In den folgenden 8 Punkten haben wir die wichtigsten Aspekte für die Wahl eines passenden Gerätes näher beleuchtet. Am wichtigsten sind jedoch vor allem die Wahl der Bildschirmtechnik (1.), der Größe (2.) und Fragen zur Bildqualität (3.). Alles andere ist eher optional bzw. ohnehin heute bei den meisten Modellen über 500 Euro schon standardmäßig „on board“. Beginnen wir mit der Frage nach der geeigneten Bildtechnik.


1. TV-Bildschirmtechnik: LCD, LED, oder OLED ?

Das Flachbildfernseher nicht gleich Flachbildfernseher ist, hat der eine oder andere sicher schon einmal aufgeschnappt. Gemeint ist das technische Verfahren, wie die einzelnen Bildpunkte zum leuchten gebracht werden und somit erst das Bild auf die Mattscheibe zaubern. Bei den mittlerweile ausgestorbenen Röhrenfernsehern (CRT) war dies ein Elektronenstrahl, der extrem schnell von oben nach unten und Zeile für Zeile das Bild aufbaute. Und das ca. 24 Mal pro Sekunde. Die gängigste Technik ist seit Jahren die LCD-Technik. Aber langfristig könnte OLED das Rennen machen ...


1.1 LCD: LCD steht für „liquid crystal display“ und beschreibt schon ganz grob die Funktionsweise. Dabei werden kleine Flüssigkeitskristalle durch Strom in ihrer Ausrichtung modifiziert, wodurch sich die Polarisation des durchdringenden Lichtes ändert und somit die Farben. Als Hintergrundbeleuchtung kommen seit 2009 vor allem LEDs (kleine Leuchtdioden) zum Einsatz, so dass sich die Bezeichnung LED-Fernseher durchgesetzt hat. Nahezu jeder LED-TV ist also eigentlich ein LCD-TV mit LED Hintergrundlicht. LED/LCD-Fernseher sind heute praktisch der Standard und dominieren den Markt. Beim Kauf sollte man wissen, dass es zwei verschiedene LED-Beleuchtungsverfahren gibt. Ideal ist natürlich, wenn die Dioden gleichsam über den Hintergrund verteilt sind – sogenanntes „Direct-LED“ bzw. „Full-LED“. Damit lässt sich punktuell genau Helligkeit und Dunkelheit steuern. Bei günstigen und sehr flachen Modellen, kommt oft „Edge-LED“ zum Einsatz, wo die LEDs am Display-Rand hin leuchten. Damit kann es zu einer nicht ganz homogenen Helligkeitsverteilung kommen. Oft ist die Technik aber so gut ausgereift, dass man ohne Messtechnik keinen Unterschied merkt. Hier sollte man im Zweifel vor Ort einen Sichttest machen. Fazit: Aktuell führt praktisch kaum ein Weg an LED vorbei. Die Technik ist ausgereift und sehr preiswert.

1.2 OLED: Relativ neu im TV-Segment ist dagegen "OLED". Bei Smartphones und anderen Kleingeräten mit Display, hat sich die OLED-Technik schon vor Jahren etabliert (Stichwort Super AMOLED+) und erobert seit ca. 2012 nun sukzessive auch die TV-Welt. OLED gehört die Zukunft, da das Verfahren erhebliche Vorteile bietet. OLED-Displays sind das Nonplus-Ultra in Sachen Farbbrillanz, Schärfe und Reaktionszeit. Die vier Buchstaben stehen für „organic light emitting diode“ – es handelt sich also um organische Materialien, die Licht emittieren können. Das Verfahren erlaubt es, extrem dünne, leuchtstarke und langlebige Displays herzustellen. In Zukunft können damit auch größere Flächen kostengünstig in Monitore verwandelt werden. Noch steht die Entwicklung aber recht weit am Anfang. 2008 brachte Sony das erste Gerät auf den Markt, allerdings mit 11 Zoll überaus winzig. Danach vollzog sich die Entwicklung relativ schnell. Erste Riesen-TV-Geräte mit über 50 Zoll wurden schon ca. 2013 auf der IFA präsentiert. Die Auswahl ist seit 2016 enorm, aber leider auch nach wie vor die Preise. Wir sprachen zur IFA 2016 mit einem Vertreter von LG, über die Perspektiven von OLED als Massenmarkt.

OED ist im Kommen

Und auch im Handel sind entsprechende Modelle schon länger erhältlich. Doch noch sind OLED-Displays extrem teuer – sprich kaum unter 2500 € zu haben. Fazit: OLED wird früher oder später die bisher dominierende LED/LCD-Technik ablösen. Noch sind die Fernseher aber wegen des hohen Preises eher etwas für Enthusiasten. Abwarten!

1.3 Plasma: Hierbei handelt es sich um eine weitere (veraltete) Technik, die vom Prinzip her ähnlich wie eine Leuchtstoffröhre funktionierte. Licht wurde also durch Edelgase gewonnen, die in winzigen Zellen zum leuchten gebracht werden. Zu Zeiten von Röhren-TVs, war Plasma eine hochwertige und teure Innovation, besonders wegen des exzellenten Kontrastverhältnisses.  Mit dem Aufkeimen von LCDs, geriet die Plasmatechnik etwas in Verruf, da diese im Vergleich dazu wieder einige Nachteile aufwies. So kam die Brillanz von Plasmageräten erst bei dunklen Zimmern voll zur Geltung – ein Nachteil, den es bei LCD nicht gab. Zwischenzeitlich wurde die Plasmatechnik zwar erheblich verbessert, konnte sich aber nicht mehr behaupten. Seit 2014 werden Plasma-Fernseher nicht mehr hergestellt – Plasma gilt praktisch seither als tot. Restmodelle finden sich mitunter noch im Handel – wir raten jedoch zum Kauf ab. Es gibt praktisch keine nennenswerten Vorteile gegenüber LCD.

2. Die richtige Größe

Die Größe der Bildschirmfläche wird seit jeher in Zoll gemessen. Und zwar von der Bilddiagonalen. Der Umrechnungsfaktor von Zoll zu Zentimeter beträgt 2,54. Ein TV-Gerät mit 40 Zoll, misst also diagonal 101,6 cm. Die momentan größten Geräte bringen es auf stattliche 84 Zoll – so viel wie je zwei 42 Zöller neben und übereinander.


Bei der Wahl der Größe sollte man aber nicht zwangsläufig der Annahme erliegen „größer = besser“. Vielmehr spielt eine nicht unerhebliche Rolle, welchen Abstand man zum Gerät sitzt und welche Quellen man nutzt. Wer noch SD-Sender empfängt und auch kein Bluray-Player besitzt, dürfte bei einem 50 Zoller ziemlich enttäuscht über die „schlechte Bildqualität“ sein. Denn mit der Größe der Bilddiagonalen, nimmt verständlicher Weise auch die Fläche zu, die mit der gleichen Pixelzahl abgedeckt werden muss. Wie ein winziger Punkt auf einem Luftballon, der beim Aufblasen deutlich wächst. Selbst HDTV sieht daher auf einem 55 Zoll-Fernseher gar nicht mehr so scharf aus, wenn man direkt davor steht. Sender in SD-Qualität wirken sogar ziemlich „vermatscht“ – ein Effekt, der mit zunehmendem Abstand besser wird. Doch was ist nun ideal für mich? Hier scheiden sich etwas die Geister bei den Experten. Üblich ist die Abschätzung mit einer Faustformel, mit der man den idealen Abstand bzw. die ideale Größe ausrechnen kann. Diese lautet:

Bilddiagonale x [Faktor] = Sitzabstand.
Oder eben: optimale Bilddiagonale = Sitzabstand * [Faktor].

Recht uneins ist man sich in Bezug auf den in der Formel genannten Faktor. Zum einen ist es sinnvoll, unterschiedliche Werte zu verwenden, wenn man SD oder HD-Quellen nutzt, auch wenn letzteres mittlerweile dominieren dürfte. Manche empfehlen einen Faktor von 2,5 bei SD und ca. 1,5 bei HD, andere wiederum neigen zu niedrigeren Werten. Denn sonst wären Fernseher mit über 55 Zoll für kaum ein Wohnzimmer geeignet. Wir empfehlen Faktor 2,1 bei SD und 1,5 bei HD, so dass sich die folgenden Werte je Bilddiagonale ergeben. Hinweis: Die Bilddiagonale in Zoll wird noch mit dem Faktor 2,54 in cm umgerechnet.

Orientierung Bildschirmabstand je Zoll Bilddiagonale

Beispiel: Ihr Sofa ist 2 Meter vom geplanten Aufstellort in Blickrichtung entfernt. Dann ergibt sich eine empfohlene Größe (bei HD-Material) von ca. 46 bis 55 Zoll. Über 55 Zoll sollte man dagegen erst in Betracht ziehen, wenn man 2,5 bis 3 Meter Abstand halten kann. Das wohl populärste Format liegt nach wie vor im Bereich zwischen 40 und 50 Zoll - was auch in punkto Preis sehr attraktiv ist. Mit der Etablierung von Ultra-HD, dürften sich die Abstände zudem nochmals weiter nach unten verschieben, hin zu Faktor 1.0 bis 1.4.

Wichtig: Die Tabelle soll als erste Orientierungshilfe dienen. Je nach Geschmack und Geldbeutel, kann die Größe natürlich auch nach oben oder unten abweichen. Einen guten Eindruck gewinnt man auch bei Freunden oder Verwandten – achten Sie einfach mal drauf. Im Laden bzw. Elektromarkt hingegen, sollte man mit Vergleichen sehr vorsichtig sein. Denn hier wirkt jedes Gerät erfahrungsgemäß viel kleiner als tatsächlich dann in der eigenen Wohnung, da die Größenverhältnisse des Raumes hier ganz anders sind.


3. Bildqualität: Scharf oder Schärfer?!

Den meisten Lesern dürfte die Angabe Megapixel geläufig sein. Sie bezeichnet bei Digitalkameras im allgemeinen Sprachgebrauch die maximale Anzahl der Bildpunkte eines Bildes - also deren Auflösung. Beim Fernsehbild ist dies nicht anders. Die Anzahl der Bildzeilen mal den Punkten je Zeile, entspricht der Auflösung des Fernsehbildes. Bildzeilen x Punkte je Zeile  = maximale Auflösung.

Je mehr Bildpunkte von einem Gerät dargestellt werden können, desto schärfer wirkt es, da mehr Bildinformationen wiedergegeben werden können.

3.1 HDTV

Hier kommt HDTV ins Spiel. Mit dem alten PAL-TV-Standard waren lediglich 720*576 Bildpunkte (SD) möglich. Je nach HDTV-Format, sind bis zu 1920*1080 Bildpunkte darstellbar. Das entspricht reichlich 2 Megapixeln und einer bis zu 5 Mal höheren Auflösung, im Vergleich zum SD TV-Format. Das nochmals hochauflösendere Ultra-HD verspricht noch mehr Qualität. Mit UHD sind wiederum bis zu 4 mal schärfere Bilder möglich, als mit HD. Die folgende Grafik zeigt die Unterschiede exemplarisch.


Das Bild verdeutlicht auch, dass „HD“ nicht gleich HD ist, sondern dass es verschiedene Auflösungen gibt. Zum Beispiel 1280 × 720 und 1920 x 1080. Letzteres bezeichnet mal auch als „Full-HD“ – also die volle HD-Auflösung. Zudem gibt es Normen mit Halbbildern (interlaced), Vollbildern (progressive) und schwankenden Bild-Widerholfrequenzen. Die vier wichtigsten Standards sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst - inklusive dem Nachfolger Ultra-HD:

Standards und Daten PAL  720*576 HDTV 1280*720 HDTV 1920*1080 Ultra HD
Vertikale Auflösung 576 Bildzeilen 720 Bildzeilen 1080 Bildzeilen 2160 Zeilen
Horizontale Auflösung 720 (max. Qualität) 1280 1920 3840
Bildpunkte max. 414.720 921.000 > 2 Mio. > 4 Mio.
Frequenz 50 Hz 50-60Hz 50-60Hz bis 120 Hz


3.1.1 Verbreitung

HD hat sich langsam aber sicher praktisch als „Standard“ entwickelt - kaum ein TV-Sender bietet heute keine HD-Variante. Im Handel findet sich zudem praktisch kein Fernseher mehr, der nicht wenigstens „HD-ready“ ist. Dabei war der Start ins HD-Zeitalter ein recht holpriges – erst 2010 nahmen die öffentlich-rechtlichen den Sendebetrieb auf, dessen Beispiel dann Stück für Stück die Privaten folgten. Mittlerweile gibt es HD-Sender auch auf praktisch allen Empfangswegen. Egal ob IPTV, SAT oder Kabel. Und seit der Einführung von DVB-T2 jetzt endlich auch übers Antennenfernsehen. Mehr dazu finden Sie auch weiter unten unter Punkt 6 „Tuner“.

Der Verbraucher wird allerdings mit allerlei unterschiedlichen HD-Logos und Varianten beim Kauf konfrontiert, dessen Bedeutung man durchaus kennen sollte. Hinzu kommen weitere Logos in Verbindung mit dem HD-Nachfolger „Ultra HD“ (4K). Wir zeigen, was die einzelnen Bezeichnungen bedeuten.

3.2 HD-Logos: Der Dschungel an HD-Zeichen

EICTA HD ready Logo

EICTA HD ready 1080p Logo

HD-ready: Hierbei handelt es sich um ein Label, dass Geräte kennzeichnen soll, die HDTV fähig sind und gewissen Kriterien genügen. Für das Erhalten des HD-ready-Logos sind mehrere Kriterien auf Herstellerseite notwendig:

- bei Vollbildern muss mindestens 720p anzeigbar sein,
- bei Halbbildern (interlaced) 1080i (siehe unten),
- mindestens ein YUV-Komponenteneingang,
- echte 16:9-Auflösung - mindestens 1280*720.

HDTV 1080p: Das wohl wichtigste Label! Hierbei handelt es sich um ein offiziell von der EICTA eingeführte Erweiterung des HD-ready-Siegels. Es besagt, dass ein Gerät, welches dafür zertifiziert ist, 1920 × 1080 Bildpunkte darstellen muss sowie 1080p-Signalvarianten mit 24 Hz, 50 Hz und 60 Hz. Fernsehsender, die mit 1080p senden, gibt es zwar praktisch nicht - doch um Bluray-Discs mit maximaler Qualität wiedergeben zu können, sollte 1080p (progressive) unterstützt werden.

Full-HD: Das heute wohl gängigste Logo, zumindest im Marketing! Von der Aussage her ähnlich dem vorhergehenden. Das Gerät kann die maximal mögliche HD-Zeilen-Auflösung 1080 darstellen. Nicht mehr oder weniger. Es macht also keine Aussage dazu, ob die 1080 Zeilen Interleaced (Halbzeilenmodus 1080i) oder progressive (Vollbildmodus 1080p) dargestellt werden. Wenn, dann wird dies im Logo durch ein zusätzliches „p“ signalisiert. Also zum Beispiel „1920x1080p“.

Zu beachten ist, dass das Label keinem Zertifikat wie "HD-ready" und keiner genormten Mindestanforderung unterliegt. Es ist in dieser Form eher ein beliebtes Marketinginstrument der Hersteller. Fazit: Die Relevanz der Labels aus den Anfangsjahren von HD schwindet langsam, da heute praktisch alle TV-Geräte die maximale Spezifikation 1920x1080p erfüllen. Achten Sie daher wenn, dann auf diese Angabe.



3.2 Ultra HD (4K)

Wie schon angedeutet, ist bei „HD“ noch lange nicht Schluss. Ultra-HD (auch 4K genannt) bietet bis zu 3840 x 2160 Pixel und somit 4 Mal so viel Bildpunkte wie HD. Geräte mit UHD setzen sich seit 2014 langsam durch. Seiher gibt es erste UHD-Fernseher für deutlich unter 1000 Euro. Dennoch wird die Verbreitung noch eine Weile dauern, da es noch an Quellen mangelt, auch wenn seit 2016 das Angebot (z.B. bei Sky) sukzessive steigt. Wer den Aufpreis für Modelle mit größerer Diagonale nicht scheut, kann jedoch heute schon auf den Zug aufspringen. Mehr zum Thema, finden Sie hier in unserem Ultra-HD Ratgeber.



3.3 Mehr Hertz bitte!

Wer die Prospekte und Webseiten nach TV-Geräten durchstöbert wird auf unterschiedliche Angaben zur Bildwiederholfrequenz stoßen. Viele Anbieter werben bei Flachbildfernsehern mit Aussagen wie „mit 400 Hz“. Was hat es damit auf sich? Die Angabe Hz steht zunächst für die Einheit „Hertz“ und meint zunächst, mit welcher Rate der Fernseher neue Bilder darstellt – und zwar pro Sekunde. Bei 100 Hz werden also 100 Einzelbilder pro Sekunde dargestellt. Doch wozu? Schließlich reichen für das träge Auge eigentlich 24 Bilder/s und der HD-Standard sieht auch nur 50 oder 60 Hz vor? Die Hersteller werben allerdings teils schon mit TV-Geräten, die angeblich 600 Hz oder gar 1400 Hz bieten.

Die Antwort ist recht simpel. Die meisten werden sicher schon bemerkt haben, dass das Bild bei schnellen Bewegungen und Schwenks recht unscharf wird und verschwimmt. Besonders bei fixen Schwenks im Fußball oder Actionfilmen. Fernseher mit mehr Hertz, rechnen künstliche Zwischenbilder ein, so dass die Bewegung sanfter wirkt. Prinzipiell handelt es sich tatsächlich nicht um einen reinen Marketing-Gag. Fernseher mit 200 Hz machen tatsächlich Sinn, wenn man nicht nur die Tagesschau guckt. Der Mehrwert nimmt aber nach oben immer weniger zu. Der Gewinn an Bildqualität von 100 zu 200 Hz ist größer als von 200 zu 400 Hz. Man sollte also dem Wert auch nicht zu viel Bedeutung beimessen. Denn zwischen 600 und 1000 Hz dürfte das menschliche Auge kaum noch ein Unterschied wahrnehmen.


4. 3D-TV: Fit für die 3. Dimension?

Fernsehen in 3D erlebte erst im Kino und später auch mit modernen Flachbild-Fernsehern eine Art Renaissance. Nachdem sich HD in deutschen Wohnzimmern etabliert hatte, brauchte es zudem einen neuen Kaufanreiz im gesättigten TV-Markt. 3D kam da gerade recht. Zeitweise bot nahezu jedes Neugerät auch 3D-Support. Teils sogar schon Geräte ab 350 Euro. Und auch die Auswahl an Filmen wächst beständig. Selbst per IPTV und VoD gibt es mitunter einige 3D-Inhalte.
Wichtig ist für Sie als Konsument nur zu wissen, dass es verschiedene Verfahren gibt. Daher sind auch nicht alle 3D-Brillen zueinander kompatibel. Selbst beim gleichen Hersteller tuen sich Inkompatibilitäten auf. Mehr dazu erfahren Sie hier. Allerdings ist der Hype um 3D mittlerweile auch schon wieder etwas verpufft. Gut möglich, dass 3D sich abermals nich durchsetzen wird und erst mit ersten Geräten, welche ohne Brille auskommen, endgültig etabliert.

5. Smart-TV: Ihr Fernseher liebt das Internet

Die Vernetzung per Internet hat längst auch bei Fernsehern Einzug gehalten. Seit 6 Jahren ist nahezu jedes neue Gerät auch internetfähig. Die einen mehr, die anderen weniger. Auch sind mehrere Begriffe im Umlauf, die eigentlich mehr oder weniger dasselbe meinen.  Dazu gehören „Smart TV“, „Connected TV“ oder „Hybrid TV“. Hinter den Marketingbegriffen steckt im Wesentlichen die Information, dass das Gerät mehr kann, als nur TV und Videotext.



Die meisten Hersteller bieten diverse Zusatzfunktionen über TV-Apps. Etwa für aufbereitete Wetter- oder Börseninfos, das Programm als TV-Zeitung, der Zugang zu Youtube, diversen Mediatheken, Facebook & Co. und vieles mehr. Etwas anders verhält es sich mit HbbTV. Während fast jeder Hersteller so sein eigenes „Smart-TV“-Süppchen kocht, bietet das sogenannte „HbbTV“ ein standardisiertes System für Zusatzinformationen per Internet am Fernseher. Viele sprechen auch von einer Art Nachfolger des Videotextes. Die Möglichkeiten sind eigentlich unbegrenzt. Das Angebot reicht aktuell von einfachen Zusatzinfos zur laufenden Sendung, über Zugriff auf die Sendermediatheken, bis hin zu ersten interaktiven Features. Wer einen Neukauf plant, sollte daher unbedingt auf das HbbTV-Logo achten! Mittlerweile unterstützt nahezu jedes neuere Mittelklasse-Gerät den Standard.

6. Tuner: Empfang auch ohne externen Receiver

Früher benötigte man für nahezu jeden Empfangsweg einen externen Receiver. Egal ob für Kabel (DVB-C), Antenne (DVB-T2) oder Satellit (DVB-S). Seit längerem schon, bringen die meisten TV-Geräte interne Tuner mit, die diese extra-Boxen praktisch unnötig machen. Manchmal sogar je 2 Stück eines Typs fürs gleichzeitige Aufnehmen und Fernsehen verschiedener Sender. Einzig für IPTV braucht man zwingend noch einen IPTV-Receiver, den man vom Anbieter erhält. Achten Sie beim Kauf der Vollständigkeit wegen darauf, dass das Gerät den gewünschten Tuner, zum Beispiel für Kabel-TV, bereits mit sich bringt.

Extra Receiver machen allerdings mitunter dennoch Sinn, da viele eine Festplatte für Aufzeichnungen mit sich bringen. Zwar kann man per USB-Anschluss auch Datenspeicher direkt an den Fernseher anbinden und so Aufnahmen durchführen. Dazu muss das Gerät aber leider die ganze Zeit an bleiben – die Programmierung und Aufzeichnung im Standby, wie bei HDD-Receivern, ist nicht möglich.


7. Wichtige Anschlüsse

Dieser Punkt dürfte wohl für die meisten eher unter die Rubrik „vernachlässigbar“ fallen. Doch Vorsicht: Gerade wer viele Zusatzgeräte anschließen möchte, wie Videokameras, Bluray-Player, USB-Festplatten, Receiver etc., sollte sicherstellen, dass auch genügend Ports für USB und HDMI vorhanden sind. Noch viel wichtiger ist die Frage nach den Anschlüssen für alle, die gleich einen Ultra-HD-Fernseher kaufen möchten. Wer Pech hat, könnte spätestens bei Erscheinen der ersten UHD-Titel sein blaues oder genauer gesagt schwarzes Wunder erleben.

Viele ältere TV-Modelle unterstützen nämlich nur HDMI Version 1.4. Letzteres ist für die gesamte "HD-Welt" vollkommen ausreichend. Für echtes Ultra-HD, mit 50-60 Bildern pro Sekunde, langt die Datenrate von HDMI 1.4 (10,4 GBit) aber nicht aus. Einige Hersteller wollen per Firmwareupdate den Port für HDMI 2.0 kompatibel machen – dennoch müsste man Einschnitte in der Qualität hinnehmen, da die Datenrate gleich bleibt. Richtig brenzlig könnte es in Hinblick auf den Kopierschutz werden. UltraHD-Titel werden mindestens HDCP 2.2 voraussetzen, dass es aber nur in Kombination mit HDMI 2.0 oder höher gibt. Ohne Support können etwaige Quellen nicht abgespielt werden. Wer also zu einen UDH-Fernseher greift, sollte unbedingt ein Modell wählen, welches schon HDMI 2.x und HDCP 2.2 mit sich bringt, um zukunftsfähig zu sein!


Ein LAN-Port ist hingegen praktisch Standard. Interessanter daher die Frage, ob das Modell der Begierde auch WLAN unterstützt. Denn kaum einer will eine neue Strippe durchs Wohnzimmer zum Fernseher ziehen und die Nachrüstung per WLAN-Stick ist nicht ganz billig.


8. Energieeffizienz

Wenn es um Entertainment geht, steht der Aspekt des Stromsparens sicher nicht so hoch auf der Prioritätsliste, wie bei der Neuanschaffung eines Kühlschrankes. Dennoch lohnt seit 2011 ein Blick auf den Karton des Gerätes, um dessen Effizienz einstufen zu können. Seither ist die Anbringung der gewohnten Effizienzklasse nämlich Pflicht. So manch ein älterer Fernseher kann sich durchaus noch als Energiefresser entpuppen. Das Label zeigt auch den Jahresverbrauch in kWh, bei Annahme einer täglichen Betriebszeit von 4 Stunden. Im Schnitt liegen die Modelle dann bei 80-100 kWh pro Jahr, was bei rund 0,28 Cent/kWh rund 22-28 Euro jährliche Betriebskosten ergibt. Zum Beispiel der Samsung UE40J6250 mit Effizienzklasse A+ und 40 Zoll Diagonale kommt auf relativ genügsame 47 Watt bzw. 65 kWh / Jahr.  Zum Vergleich: Ein Plasma-Gerät von Samsung (PE51H4500AW) mit 51 Zoll, brachte es früher noch auf stattliche 132 kWh.

Fragen und Antworten


Was ist ein Curved Display?

Einige neue Generationen sind nicht mehr flach, sondern leicht gebogen. Man spricht daher auch von „Curved TV“. Der Vorteil liegt in einem besseren „Kinofeeling“, wenn man direkt davor sitzt. Denn auch die Kinoleinwand ist nicht ganz platt. Zudem bügelt die Krümmung perspektivische Verzerrungen am Rand aus.

Curved OLEDs auf der IFA 2014 von Samsung

Was ist Upscaling?
Wie in den Anfangsjahren von HD, wird es auch bei UHDTV noch eine Weile dauern, bis ausreichend Filme, geschweige denn Sender zur Verfügung stehen. Beim sogenannten Upscaling, werden Quellen mit niedrigerer Auflösung vom Prozessor künstlich auf die Zielauflösung „hochgerechnet“. So kann man z.B. die Tageschau auch in UHD-Auflösung sehen, obwohl diese nur in HD gesendet wird. Diese „Mogelei“ funktioniert teils recht gut, ist aber natürlich nicht ganz so scharf, wie wenn es sich um eine echte UHD-Quelle handelt. Upscaling gibt’s natürlich auch bei älteren Fernsehern von SD auf HD. Die Technik bieten die meisten Fernseher und Bluray-Player automatisch von Haus aus.


Mehr zum Thema:

HDTV Einführung | HDTV Codecs |  HDTV Glossar | HDTV-Wikipedia



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