Magenta-TV Stick Testbericht

Praxistest des TV- und Streamingsticks der Dt. Telekom


Die Deutsche Telekom bietet mit dem „Magenta TV Stick“ eine neue Möglichkeit, kostengünstig und hochwertig Fernsehen per Internet zu empfangen. Einfach, flexibel und für jeden(!) einsetzbar. Wir zeigen, was das Angebot alles kann. Zudem zeigen wir im Test- und Erfahrungsbericht, wo es noch Schwachstellen gibt und was gut funktioniert. Lohnt sich der Kauf und wo liegen die Vorteile z.B. zum Kabel-TV?

Magenta TV Stick und Fernbedienung

3 Varianten von Magenta-TV verfügbar

Zunächst sollte man wissen, in welchen Varianten die Dt. Telekom ihr MagentaTV anbietet. Mittlerweile haben Kunden die Wahl zwischen drei Möglichkeiten. Die erste bündelt Internet & Telefon zusammen mit TV in einem Paket. Also klassisches IPTV, wo man den Internetzugang der Telekom benötigt und einen Festplatten-Receiver samt Fernbedienung erhält. Mehr dazu finden Si hier.

Seit 2019 bieten die Bonner MagentaTV aber auch als App-Version. Dann ist es egal, welches Endgerät und Internetanbieter man nutzt (OTT). Die Steuerung erfolgt über mobile Endgeräte, wie dem Smartphone. Nutzbar ist das Angebot eben auf diesen, aber auch am Fernseher über eigene Apps oder Zusatzhardware (siehe Testbericht).

Neu seit 2020 ist nun noch Variante 3 – „Magenta TV Stick“. Im Prinzip handelt es sich dabei um die App-Version, welche zusätzlich um einen Hardware-Dongle ergänzt wurde, damit es wirklich ohne Umwege direkt auf jeden TV-Gerät (mit HDMI) funktioniert. Kunden können nun noch einfacher auf der heimischen Glotze streamen und TV schauen. Entscheidender Vorteil der Stick-Version ist zudem, dass man endlich auch eine Fernbedienung hat!

TV-Dongle von der Dt. Telekom und die Fernbedienung

1. Was bietet MagentaTV per Stick?

Wer sich für das Paket entscheidet, erhält einen vollwertigen, flexiblen TV-Anschluss zum fernsehen und streamen zahlreicher Inhalte. So hat man zunächst Zugriff auf ca. 50 TV-Sender – sogar in HD-Qualität. Der Stick ist bereits Ultra HD-fähig und unterstützt den HDR Farbraum für noch bessere Brillanz. Darüber hinaus bietet die Magenta-Stick Version etliche Funktionen des großen Bruders über den IPTV-Receiver. So können auch hier viele Sendungen nach Beginn neu gestartet werden (Restart).

Anhalten (Timeshifting) und Aufnehmen ist natürlich ebenfalls möglich, wenn auch nicht im selben Umfang. So steht IPTV-Kunden mit Receiver eine Kapazität von 500 GB Speicher zur Verfügung, was für über 100 Stunden reicht (je nach Qualität). Stick-User müssen sich, mangels stationärem Speicher (Aufnahmen werden über eine Cloud realisiert), mit deutlich weniger zufrieden geben, doch dazu später mehr.




Ein weiterer Vorteil ist die Flexibilität. Während IPTV-Kunden den Anschluss nur zu Hause nutzen können, lässt sich der Stick praktisch an jedem Fernseher anschließen, solange schnelles WLAN verfügbar ist. Selbst auf Reisen hat man den TV-Zugang also immer dabei – dank App auch am Smartphones oder Tablet.

Der Stick erlaubt zudem auf Wunsch den Zugang zu hunderten Apps im Google Playstore, wie z.B. Youtube. Netflix & Co. sind natürlich ebenfalls nutzbar. Hier nochmal die Vor- und Nachteile im Überblick.


Vorteile:
  • Flexibler, Einfacher Zugriff auf über 50-TV Sender
  • HD inklusive bzw. Standard
  • Stick ist Ultra-HD fähig
  • Zugriff auf zahlreiche Steamingdienste und hunderte Google Apps
  • Restart-Funktion verfügbar
  • Zeitversetztes Fernsehen
  • Zugriff auf Megathek (Beste von ARD/ZDF + Magenta Originals/Exclusives) u.v.m
  • Auch auf Reisen innerhalb der EU nutzbar
  • wahlweise am TV-Gerät oder mobilen Endgeräten einsetzbar
  • keine Mindestvertragslaufzeit / monatliche Kündigung

Nachteile:

  • Kapazität für Aufnahmen nur 24 Stunden (nicht erweiterbar)
  • Nicht ganz so große Sender und Funktionsvielfalt wie bei MagentaTV (IPTV)


2. Bestellung & Kosten

Magenta-TV Fernsehstick lässt sich bequem und schnell hier über www.telekom.de/magenta-stick bestellen. Die Kosten betragen aktuell 69,99 € für den TV-Stick, wobei 3 Freimonate inkludiert sind. Plus nochmals 3 Freimonate Disney+.

Danach fallen 7,95 € monatlich für das TV-Paket an (optional 6.99 € für Disney+). Rein rechnerisch kommt man also im ersten Jahr (mit Hardware) auf einen Betrag von durchschnittlich 11,80 € monatlich. Folgend dann die 7,95 € im Monat.

Nach ca. 3 Werktagen erhält man eine kleine Box mit dem HDMI-Dongle, der etwas an einen Google-Chromecast erinnert. Bei unserer Testbestellung war der Stick übrigens schon am nächsten Tag da – vorbildlich also!

Magenta TV Stick Box Inhalt

3. Lieferumfang

Der Karton enthält die Magenta-TV Stick Starterbox. Den Lieferschein erhält man per Mail. Die Packung selbst beinhaltet den Dongle-Stick, eine Bluetooth-Fernbedienung samt Batterien (2 x AAA), 2 Klett-Montagepunkte, ein USB-Netzteil für den Dongle und einige Infoblätter.

Lieferumfang des Magenta TV Sticks von der Dt. Telekom im Überblick

4. Wie Funktioniert der MagentaTV-Stick?

Der Stick selbst basiert auf Android TV von Google. Daher beherbergt dieser im Prinzip auch zwei Services, wie wir im Abschnitt für Installation noch sehen werden. So haben Sie neben der Telekom-Magenta TV Oberfläche auch optional Zugriff auf einen Großteil des Google App-Universums. Beispielsweise um Netflix oder Youtube zu nutzen. Das Gerät bildet vereinfacht gesagt die Schnittstelle zum Fernseher. Es gibt aber einige technische Grundlagen die gegeben sein müssen …

5. Technische Voraussetzungen

Zum Betrieb des Magenta-TV-Sticks benötigen Sie einen Fernseher mit freiem HDMI-Anschluss, eine Stromversorgung und natürlich halbwegs flottes Internet per WLAN. Die Telekom empfiehlt mindestens 6 MBit um HD-Qualität zu gewährleisten. Das markiert aber natürlich das absolute Minimum. Besser wäre, wenn der Zugang 10 Mbit netto liefert. Wer Inhalte in Ultra HD (4K) streamen möchte (z.B. via Netflix), braucht hingegen mindestens 25 Mbit, um störungsfrei fernsehen zu können. Wie schnell Ihr Internet ist, können Sie übrigens hier mit unserem Speedtest ermitteln.

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6. Eckdaten der kleinen Box

Zunächst noch einige Infos zur Leistungsfähigkeit der Hardware. Die kleine Box unterstützt Wifi auf 2.4 und 5 GHz sowie alle Standards bis WLAN ac – also IEEE 802.11 a/b/g/n/ac (Dualband). Als Prozessor kommt eine 4-Kern CPU mit 1.8 GHz von Amlogic zum Einsatz.

Interessant ist übrigens der Umstand, dass der Dongle über keinen LAN-Anschluss verfügt. Also kam uns die Idee, diesen einfach über einen USB-LAN-Adapter nachzugerüsten. Erhältlich sind solche Erweiterungen z.B. hier bei Amazon für rund 20 Euro. Auch die Telekom gibt in ihren FAQ an, dass dies möglich ist.



Jedoch funktionierte dieser Trick bei uns im Test nicht, da leider in den Optionen bisher nur WLAN als Internetzugang gewählt werden kann.

Magenta-Fernsehstick mit LAN-Adapter per USB

Der Stick selbst hat übrigens keine extra Anschlüsse. Das mitgelieferte Anschlusskabel hat aber einen USB-Port Ableger. Schließt man hier einen USB-Stick an, kann man auf darauf gespeicherte Medien wie Bilder zugreifen. Tipp: Wem ein USB-Anschluss nicht langt – einfach einen Hub anbinden wie oben im Bild! Und wie schaut es aus mit HDMI? Der Port unterstützt HDMI nach Version 2.1 mit HDCP 1.4 sowie HDCP 2.2.

Zusammenfassung:

  • HD und Ultra HD Support + HDR
  • 802.11 a/b/g/n/ac MIMO 2x2
  • HDMI 2.1 |HDCP 1.4 & 2.2
  • Zusatz LAN/USB per externem Adapter
  • Android TV (Version 9 per Auslieferung)
  • Hersteller Amlogic S905Y2
  • CPU Quadcore 1.8 GHz ARM Cortex-A53
  • Grafik: ARM Mali-G31 MP2
  • RAM 2 GB; Intern 8 GB
  • Abmessung: 31 x 78 x 82 mm (H x B x T) bei 66,5 g
  • Bedienungsanleitung als PDF ansehen

7. HD-TV ist endlich Standard

Endlich gibt es standardmäßig nur HD. SD-Sender findet man also erst gar nicht. Eigentlich sollte HD heute ohnehin Standard sein, da nur noch die wenigsten Verbraucher überhaupt einen Fernseher ohne HD-Support ihr Eigen nennen dürften.





8. Ersteinrichtung und Installation

Für die erste Inbetriebnahme muss man sich zunächst einmalig etwas Zeit nehmen. In unserem Test brauchten wir rund 15 Minuten. Abhängig ist der Zeitaufwand auch davon, ob man schon ein Google-Konto und eine Telekom-ID besitzt. Letztere ist auf jeden Fall nötig für den Betrieb von Magenta TV über den Stick. Wer schon einen anderen Telekom-Vertrag hat, z.B. fürs Handy, hat schon eine und kann diese verwenden. Wenn nicht, ist aber auch nicht schlimm. Wie das geht, zeigen wir gleich. Schließen wir zunächst den Stick an und folgen den Installationsanweisungen.

Im ersten Schritt muss der Dongle mit Strom versorgt und am Fernseher mit einem freien HDMI-Port verbunden werden. Ist dies erfolgt, schalten Sie ihren TV ein und wählen mit der Fernbedienung den genutzten HDMI-Port aus.

Zunächst sieht der Installationsführer vor, die beiliegenden Bluetooth-Fernbedienung zu koppeln. Dafür einfach nur wie angegeben 5 Sekunden die OK und (-) Taste auf der FB gedrückt halten.

TV-Screenshot: Fernbedienung koppeln


Als nächstes wird man darüber informiert, dass die Einrichtung des MagentaTV Fernsehsticks in zwei Schritten erfolgt. Zunächst wird Andoid TV als Betriebssystem installiert und dann erst die Magenta-TV Oberfläche.

TV-Screenshot: Einrichtung von MagentaTV Stick

Der Einfachheit halber haben Sie nun die Wahl, die WLAN- und Google Anmeldedaten vom Smartphone auf den Fernseher zu übertragen. Optional kann dass aber auch manuell erfolgen oder übersprungen werden. Sobald die Verbindung zum WLAN steht, startet die Installation der Software samt Updateprüfung.

Google Play fragt wahlweise gleich, ob man diverse Apps installieren will. Wie etwas Videoload, ARD/ZDF Mediathek, Amazon Prime Video etc.

TV-Screenshot: Apps installieren


Nun folgt noch die Einspielung der Magenta TV Oberfläche – ebenfalls mit Updates.

TV-Screenshot: Magenta-TV Install

Im Anschluss benötigen wir die schon erwähnte Telekom-ID. Soweit schon vorhanden („zum Login“), kann man sich direkt einloggen und Magenta TV aktivieren.

TV-Screenshot: Freimonate nutzen


Alle ohne ID, müssen zunächst einen neuen Account anlegen (Button „Jetzt aktivieren“). Dazu einfach nur die eigene Mailadresse eingeben. Darauf hin erhält man eine Bestätigungsmail, die Sie zu einer Registrierungsseite führt, wo die nötigen Neukundendaten abgefragt werden. Also Name, Adresse und präferierte Zahlungsweise.

Zum Testzeitpunkt standen für Neukunden übrigens 3 Testmonate gratis zur Verfügung. Gut möglich, dass die Telekom dies künftig weiterführt.

ID-Anlegen und Bestellung

TV-Screenshot: Startseite von MagentaTV


9. Benutzeroberfläche der MagentaTV-Stick Version

Die Nutzeroberfläche gleicht im Prinzip zum Großteil der des herkömmlichen Magenta TV über Receiver. Nach dem Neustart landet man zunächst auf der Startseite, wo man z.B. Tipps zum aktuellen Programm findet. Darüber hinaus hat man von hier aus den Schnellzugriff auf alle wichtigen Funktionen.


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Los geht’s mit „Jetzt läuft im TV“ - Preview-Bilder zu den gerade laufenden Sendungen für alle Kanäle (rechts scrollen). Ein Klick auf das linke „Programmübersicht“-Icon führt zum EPG (elektronischen Programmguide). Darunter folgt „Megathek: Originals & Exclusives“ sowie die Megathek mit dem Besten aus ARD und ZDF. Als nächstes werden einige empfohlene Apps eingeblendet, wie z.B. Magenta Sport, DAZN, Videoload oder Netflix. Weiter geht’s mit empfohlenen Videoload-Inhalten, „Magenta TV Sport mit Sky Sport Kompakt“, Youtube-Tipps, sowie Vorschläge von ZDF und ProSiebenSat1.

Hier einige kleine Beispiele:




Alternativ führt die Kopfnavigation mit einem Klick nach Links direkt zum Live TV (dessen Ton man übrigens im Startmenü schon hört). Rechts bietet das Menü die Unterpunkte „TV-Programm“, „Meine Inhalte“, Megathek“, „Apps“, „Kids“, „Film“, „Serie“, „Sport“, „Musik“ und „Einstellungen“.

10. Aufzeichnen mit dem MagentaTV Stick!?

Das Aufnehmen von Sendungen war in der ersten Betaphase noch extrem umständlich und funktionierte nur per App. Mittlerweile läuft die Aufnahmeverwaltung aber sehr komfortabel und einfach., wie man es z.B. vom Magenta TV Paket mit Festplatten-Receiver kennt.

Prinzipiell führen 3 Wege zum Ziel. Variante 1 führt über die „REC“ Taste auf der Fernbedienung. Diese öffnet den folgenden Aufzeichnungsdialog. Man kann eine Vor- und Nachlaufzeit definierten, ob in SD oder HD aufgezeichnet wird (falls HD verfügbar) und ob die Sendung nur einmal oder immer (Stichwort Serienaufzeichnung).


Aufzeichnung programmieren bei Magenta TV Stick

Variante 2 hingegen läuft über das Toolmenü durch drücken der zentralen Rundtaste zwischen den Pfeiltasten. Dort kann man etwas nach rechts zu „Aufnehmen steuern oder aber beispielsweise „Restart“ aktivieren.

Aufnahme starten

Man sollte aber wissen, dass die Aufzeichnungen von vielen privaten Sendern nach einigen Tagen automatisch wieder gelöscht werden. Die maximale Aufnahmekapazität beträgt zudem nur 24 Stunden Filmmaterial und ist nicht erweiterbar – nicht viel im Vergleich mit den 40-310 Stunden bei den IPTV-Receivern der Telekom und dem „normalen“ Magenta TV.

zu guter Letzt ist es natürlich auch möglich Aufnahmen über die App zu veranlassen. Zum Beispiel auch unterwegs, um die Sendung dann zuhause anzusehen. Eine Übersicht aller Aufnahmen erhalten Sie durch Betätigung der roten Lupentaste neben "REC".

Aufnahme vorerst nur über die App

Übrigens: In der Betaphase (bis Ende März 2020) war es noch nicht möglich, Aufzeichnungen direkt über den Stick am Fernseher zu programmieren. Vielmehr musste man dies über die Magenta TV APP (oder Fire TV) erledigen. Dieser Punkt wurde aber mit der Markteinführung im April 2020 gelöst!

11. Restart

Eines der besten Features ist unserer Meinung nach die Neustartfunktion. Falls man beispielsweise die Uhrzeit verpasst hat und eine Sendung schon läuft, muss man nun nicht mehr warten, bis sie in der Mediathek auftaucht oder nach der Wiederholung suchen. Einfach auf die OK Taste drücken und unten links neben dem Haus-Symbol den Pfeil mit „Neu starten“ anklicken – nach ca. 3 Sekunden geht die Sendung von vorne los! Noch wird Restart nicht von allen Sendern unterstützt, aber zumindest vielen. Nur bei RTL hing im Test das Bild beim Neustart und konnte nicht fortgesetzt werden.

Restart nutzen


Test: Wie ist die Bildqualität

Der wohl wichtigste Aspekt für viele Verbraucher dürfte neben der Nutzerfreundlichkeit und Sendervielfalt natürlich die Bildqualität sein. Wie schon erwähnt, stehen alle Sender erfreulicher Weise in HD-Qualität zur Verfügung. Per se sagt dies aber noch nicht zwingend etwas über die Qualität aus. Denn einerseits gibt es HD in der vollen Auflösung (Full HD 1920x1080) und HD mit reduzierter Qualität, nämlich nur 1280x768 Bildpunkten. Zudem rechnen einige die Auflösung nur auf Full HD hoch. Darüber hinaus beeinflussen Art und Stärke der verwendeten Kompressionsstandards die Bildqualität. So kann das gleiche Programm auf einem Fernseher mit SAT-Anschluss deutlich besser aussehen, wie z.B. per Streaming.

Zunächst einmal bewerteten wir die Qualität rein subjektiv ohne direkten Vergleich. Und das Ergebnis überzeugt durchaus. Normaler Weise nutzt der Autor Kabel-TV von Vodafone. Vom ersten Eindruck war zumindest kein Unterschied feststellbar.

Doch wie sieht es im direkten Vergleich aus? Da man am Fernseher leider keine Screenshots fertigen kann wie am PC, kam kurzerhand eine Spiegelreflexkamera zum Einsatz um Vergleichsbilder zu schießen. Am TV-Gerät wurde im Farbprofil Standard gewählt und die Szene immer an derselben Stelle fotografiert. Damit kann man zumindest einen groben Vergleich ziehen.


Kabel-TV:
Testbild 1; Kabel TV

Magenta TV Stick:
Testbild 1: Magenta TV per Stick

Kabel-TV:
Testbild 2: Kabel-TV


Magenta TV Stick:
Testbild 2: Magenta TV per Stick

Kabel TV:
Testbild 3: Kabel-TV

Magenta TV Stick:
Testbild 3: Magenta TV per Stick

Aber wie konnten wir immer an derselben Stelle im Programm fotografieren, bei zwei verschiedenen Empfangswegen? Hier half uns die Tatsache, dass es einen Timelag vom Streamingangebot der Telekom zu Kabel TV gibt. Dieser liegt hier bei ca. 20 Sekunden (dazu später mehr). Dadurch war ein bequemes Umschalten für das Vergleichsbild möglich.

Kommen wir nun zum ersten Bild (oben) aus einer Reportage über Australien. Auf den ersten Blick fällt direkt der deutlich stärkere Kontrast des Kabelbildes auf. Im Vergleich dazu, wirkt das Resultat über Magenta TV eher blass. Derselbe Effekt zeigt sich auch bei den anderen zwei Beispielen. Wirken die Zeichnungen und Kontraste bei Kabel fast schon zu stark, ist sie bei Magenta TV fast gar nicht vorhanden. Ähnlich verhält es sich beim Ton, der deutlich leiser und blasser daherkommt.




Der Effekt lässt sich natürlich über die Farb- und Kontrastanpassung am Fernseher ausgleichen. Dennoch kommt bei sonst gleichen Bedingungen Magenta TV etwas matt daher. Das macht die Telekom aber bei genauer Betrachtung mit einem kleinen Plus an Schärfe wieder gut. Denn vergrößert man im letzten Bild einen Ausschnitt, fällt auf, dass das Schild über den Kabelanschluss etwas schlechter bis nicht mehr lesbar ist - im Gegensatz zu Magenta.

Kabel-TV:
Vergrößertes Testbild Kabel-TV

Magenta TV Stick:
Vergrößertes Testbild Magenta-TV Stick

Unser Fazit: Die Bildqualität ist mindestens auf dem Niveau eines Kabelanschlusses, der im Schnitt mit HD-Sendern gut das doppelte pro Monat kostet. Das Defizit bei Farben und Kontrast lässt sich über die Fernseher-Konfiguration ausgleichen. Bei der Schärfe punktet der Stick ebenfalls.


12. Magenta TV Stick im Alltagscheck

Nachdem nun ausführlich die Technik beleuchtet wurde, stellt sich natürlich noch die Frage nach der Händelbarkeit im Alltag. Wir haben unseren Kabelanschluss kurzerhand einige Tage mit dem Telekom-Stick getauscht! Vermisst haben wir dabei prinzipiell nichts.

Einzig der Senderwechsel ist zunächst etwas ungewohnt und für „Schnell-Zapper“ sicher wenig geeignet. Ein Senderwechsel wird wahlweise durch Link- oder Rechtsklick auf der Fernbedienung initiiert. Oder aber durch „Hoch“ und „Runter“. Im letzteren Fall erhält man eine Blätterliste als Übersicht der kommenden Kanäle, wie das folgende Bild zeigt.

zappen Magenta TV Stick - Menü

Bei links/rechts wird jeweils nur über den jeweils nächsten Sender und das laufende Programm dort informiert. Aber erst die Bestätigung mit der OK-Taste löst wirklich den Wechsel aus. Gewohntes Zappen mit Kanal +/- im Schnelldurchlauf ist so leider nicht machbar. Das ist sicher Gewohnheitssache, kann aber Gewohnheitstieren ggf. zuwieder laufen.


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Die Mediathek bietet viel Abwechselung – vor allem mit zahlreichen aktuellen Serien, welche Teils auch auf Netflix oder Amazon laufen. Wir testeten exemplarisch eine FOX-Serie (Krieg der Welten). Dabei fielen uns leider regelmäßig kleine Microruckler auf. Und das obwohl der WLAN-Router direkt im selben Zimmer steht. Als Internetleitung kam ein 1000 Mbit Kabel-Anschluss zum Einsatz. Genug Ressourcen sind also vorhanden, so dass die Ruckler eigentlich nicht sein dürften. Normales TV lief hingegen flüssig und ohne Störungen.

Wie schon angedeutet, gibt es zudem eine nicht unerheblichen Zeitverschiebung von 20-30 Sekunden. Normaler Weise macht sich das im Alltag nicht bemerkbar. Wohl aber bei den 20 Uhr Nachrichten, die dann eben erst rund eine halbe Minute später starten im Vergleich zur Funkuhr. Oder im Fussball. Hier kann es also sein, dass Nachbarn (hörbar) mit SAT oder Kabel schon jubeln, wenn der Spieler zum Sturm ansetzt. Dann hilft wohl nur Ton lauter stellen...

Auch das schon erwähnte suboptimale Management mit den Aufnahmen trübt den Alltagseinsatz etwas. Wer gerne viele Sendungen aufnimmt und auch archiviert, dem raten wir eher zum „normalen“ Magenta TV mit großem 500 GB IPTV-Receiver. Dafür ist dann aber zwingend ein Internetanschluss von der Telekom nötig.

12.1 PIN

Obwohl man für die Bestellung ja bereits eine Bezahlart wählen musste, scheint man bei der Telekom ganz sicher gehen zu wollen, dass der Jugendschutz eingehalten wird. Bereits bei P16 Inhalten muss man eine PIN eingeben. Falls diese noch nicht angelegt wurde, kann dies unter www.telekom.de/benutzer-pin-verwalten erfolgen. Doch einfach nur PIN-festlegen ist nicht. Die Freischaltung geht nur über Personalausweis oder Reisepass! Dazu müssen die wichtigsten Nummern in drei Felder abgetippt werden. Sollte man übrigens bei der Anmeldung beim Alter geschwindelt haben (Geburtsdatum), fliegt dies übrigens spätestens hier auf. Denn die Daten müssen konsistent sein und sind in den Prüfziffern von Ausweis und Pass gespeichert. In dem Fall hilft nur die Beichte beim Kundendienst, der das aber ohne Probleme korrigierte und die Anmeldung dann einwandfrei klappte. Nun kann eine Wunsch-PIN festgelegt werden.

12.2 Startzeit und Stromverbrauch

Beim Kaltstart ermittelten wir eine Dauer von fast genau 1 Minute. Das heißt, wenn man vorher alle Geräte vom Netz gezogen hatte und neu hochfährt. Zugegeben nicht besonders schnell, lief aber durchaus noch im Rahmen. Aus dem Stand-by hingegen dauert der Start keine Sekunde!

Beim Stromverbrauch brilliert der Stick allerdings. Wir ermittelten gerade mal 2 Watt im Betrieb – egal was lief. Zwischenzeitlich ging der Zähler sogar für Sekunden auf 0. Selbst bei 2 Watt und im Dauerbetrieb für 1 Jahr ohne Ausschalten, würden das gerade einmal Kosten von 5,26 € im Jahr bedeuten (30 Cent/Kwh). Ohne Fernseher natürlich. Im Stand-by zeigte unser Strommesser nichts Messbares an. Wenn dann deutlich unter 1 Watt, was also höchsten 1 € Stand-by Kosten pro Jahr bedeuten würde.

13. Vergleich zu Kabel-TV

Bleibt zum Schluss noch ein kurzes Fazit, wie sich das Angebot im Vergleich zu einem herkömmlichen Kabelfernsehanschluss (wie hier von Vodafone) schlägt. Es gibt Vorteile und Nachteile gleichermaßen. Die Bildqualität ist zunächst wie wir gesehen haben vergleichbar. Auch das Angebot an HD-Sendern, obgleich insgesamt Nutzer eines Kabelanschlusses Zugriff auf mehr Kanäle haben. Dabei handelt es sich aber meist ohnehin nur um diverse „Special Interest“- und fremdsprachige Sender.

Wird ein Kabelreceiver genutzt, steht in der Regel mehr Speicherplatz für Aufnahmen zur Verfügung und die Programmierung/Verwaltung ist natürlich einfacher. Der Magenta Stick ist dafür weit flexibler und lässt sich z.B. auch in den Urlaub oder eine Ferien-/Zweitwohnung mitnehmen, was mit einem Kabelanschluss nicht möglich ist. Darüber hinaus erlaubt die Magenta App noch die Nutzung auf mobilen Endgeräten. Auch die Restartfunktion ist bei Kabel noch nicht verbreitet.



Unser Fazit

Magenta TV per Stick eignet sich für alle, die einen günstigen TV-Anschluss suchen, der viele (HD)-Sender (auch von den Privaten) für kleines Geld bietet. Abgerundet wird das Angebot mit Funktionen wie Restart, Timeshift, der großen Megathek und dem Zugriff auf zig Apps von Google. Die umständliche Aufnahme-Verwaltung aus der Betaphase wurde durch ein gut funktionierendes System ersetzt. Nur beim beim Speicherplatz könnte die Telekom noch nachrüsten. 24 Stunden sind selbst für Gelegenheitsnutzer zu gring finden wir. Jeder der schon mal einen Festplattenrekorder mit über 200 Stunden Kapazität hatte, weis wovon wir reden.

Dank der Flexibilität (EU-weit nutzbar) an TV/Mobile, stellt das Angebot unsere Ansicht erstmals eine echte Alternative dar. Denn während z.B. die Konkurrenz wie waipu.tv und Zattoo nur als App nutzbar sind, kombiniert der Stick das Beste aus beiden Welten. Die Einfachheit und Qualität einer Hardwarelösung und die Freiheit der Anwendung einer App auf mobilen Geräten.

Weiterführendes:

» direkt zur Telekom und den Stick bestellen
» mehr über Magenta TV per Receiver erfahren



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