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DVB-T | Einführung zum DVB-T TV


Bild: dvb-t-nord.de

DVB-T bezeichnet die erdgebundene [d.h. terrestrisch; Terra~ lat. Erde] atmosphärische Übertragung von Fernsehsignalen in digitaler Form. Die Abkürzung rührt von der englischen Bezeichnung Digital Video Broadcasting Terrestrial. Es handelt sich kurz gesagt um eine digitale Übertragungstechnik, die das klassische analoge, terrestrische Fernsehen in Deutschland bereits Ende 2008 abgelöst hat.

Der Prozess ging schrittweise von statten. In der Landeshauptstadt ist dieser Konvergenzprozess z.B. am 4. August 2003 erfolgt. In München, Nürnberg, Hamburg und Köln bereits im Jahre 2005. Zu den letzten Bundesländern und Regionen, die von analog auf digital Ende 2008 umgestellt haben, zählen Rheinland-Pfalz Nordwest und Gebiete in Unter-, Mittel- und Oberfranken.



Die Vorteile:


a) Programmvielfalt

Zumindest in der Theorie eröffnet sich mit DVB-T die Möglichkeit eines reichhaltigeren Programmangebotes, bei gleicher Anzahl von Kanälen. Denn: Auf einen herkömmlichen analogen Kanal können bis zu 4 Programme gesendet werden (siehe Technik).

b) Keine "Geister"

Die aus analog-TV-Zeiten bekannten Störerscheinungen, die wie Geistersilhouetten um Objekte und Personen anmuteten, gehören mit DVB-T der Vergangenheit an. Auch hier liegt der Grund in der Technologie. Analoge Sendewellen konnten diese Störungen bedingt durch Reflektionen in der Umgebung der Empfangsantenne verursachen - man spricht auch von Mehrwegeempfang.

c) weniger Sendeleistung nötig

DVB-T begnügt sich mit einer geringeren physischen Sendeleistung bei gleicher Qualität, aufgrund von digitalen Fehlerkorrekturalgorithmen und empfindlicherer Empfangstechnik. Für alle Elektrosmog-Gegner wohl eine sehr gute Nachricht.

d) bessere Qualität in Bild und Ton

Zumindest in der Theorie. Was aus den Potenzialen der DVB-T-Technik zur Zeit daraus gemacht wird, steht auf einem anderen Blatt. Siehe dazu auch "Technik"




Die Nachteile:


a) noch keine lückenlose Versorgung

Seit Ende 2008 ist praktisch in ganz Deutschland die Verfügbarkeit gegeben. Siehe dazu auch hier die Abdeckungsgebiete in der Übersichtskarte.


b) Gute Antenne mitunter nötig

Liegt der Wohnort nicht in der unmittelbaren Nähe eines Senders, können folgende Probleme auftreten:

  • die Antenne ist minderwertig und muss durch eine bessere ersetzt werden. Hier finden Sie Tipps für den optimalen DVB-T Empfang
  • Antenne ist nicht für DVB-T optimiert und optimiert den UHF-Bereich - Folge ist, dass Kanäle im VHF-Bereich schlechter empfangbar sind
  • Bebauung oder dicke Betonwände schirmen das Signal ab --> Außenantenne nötig
  • DVB-T ist ebenso anfällig für Inversionswetterlagen



Technik

Ganz ohne Zahlen und Abkürzungen kommen wir in diesem Abschnitt leider nicht aus. Einen Glossar der meisten Begriffe finden Sie hier unter HDTV-Glossar.




Das DVB-T Empfangsgerät wird einfach zwischen der Empfangsantenne und dem Fernseher angeschlossen - entweder über die SCART-Buchse oder den Antenneneingang. Nach dem Anschluss werden die TV-Programme u¨ber die Fernbedienung programmiert - und schon ist der Fernseher bereit für den Empfang von DVB-T. Bild: dvb-t-nord.de


Nach Angaben der "DVB-T-Mitteldeutschland" liegt die maximale Datenübertragungsrate bei ca. 20 MBit/s. Dies ist sehr viel, bedenkt man, dass eine qualitativ hochwertige DVD mit maximal 9,8 MBit/s auskommt. Leider ist dies nur die halbe Wahrheit. Die Sender "packen" in einen Kanal bis zu vier Programme, woraus folgt, dass die verfügbare Bandbreite geteilt werden muss. Somit verbleiben im Schnitt 3 - 3,5 MBit/s pro Programmsender. Der Grund liegt in einem rein betriebswirtschaftlichen Kalkül. Was für ruhige Bilder (z.B. Tagesschau) durchaus ausreichend ist, stellt für schnelle Schwenks und Schnitte, bspw. in Actionszenen, ein Problem dar. Es kommt zur Artefaktebildung, welche sich durch unschöne Klötzchenbildung im Bild äußert. Die Sender begegnen diesem Effekt mit Bildweichzeichnern. Zwar werden die Artefakte minimiert, jedoch leidet die Schärfe. Der Zuschauer empfindet jedoch ein leicht unscharfes Bild deutlich angenehmer, als ein unruhiges "blockiges" Bild.

Der Codec, mit dem DVB-T komprimiert wird, ist übrigens der selbe, wie er auf Ihren heimischen DVDs verwendet wird. Es handelt sich um den bereits etwas betagten MPEG-2-Codec. Betagt, da dieser bereits über eine Dekade alt ist. Seit einigen Jahren existiert der wesentlich effizientere MPEG-4-Codec (H.264). Eine Verwendung wäre technisch problemlos möglich. Dadurch könnte bei gleicher Qualität entweder die Senderzahl pro Kanal verdoppelt oder die Qualität verdoppelt werden. Auch HDTV ist übrigens via DVB-T möglich. Durch die nötige, hohe Datenrate bei HDTV, bedingt durch die sehr hohe Auflösung, "passt" auf einen Kanal mit MPEG-2 jedoch nur noch ein Sender - mit MPEG-4 immerhin zwei.

Sie sehen, dass eine auf den ersten Blick simple Angelegenheit wie terrestrisches Digitalfernsehen, schnell zu einem komplizierten Geflecht aus technischen Details, Problemen und betriebswirtschaftlichem Kalkül wird. Es bleibt daher abzuwarten, ob es in Deutschland eine wenigstens halbwegs flächendeckende Versorgung mit hohem technischem Niveau geben wird. Unsere Nachbarländer sind da, wie so oft, einige Schritte weiter ...





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Diskussion zu DVB-T im Forum | Das Überallfernsehen | DVB-T Verfügbarkeitskarte
DVB-T Empfang


DVB-T2

Wie weiter oben aufgeführt, hat der aktuelle DVB-T Standard noch mit einigen Nachteilen zu kämpfen. Am 16.4.2007 kündigte das zuständige DVB-Konsortium den Nachfolger des digitalen terrestrischen Fernsehens (DVB-T) an. Den Angaben dieses Konsortiums zufolge, sollte DVB-T2 im Jahr 2009 an den Start gehen. Doch jetzt, im Jahre 2010, sieht es immer noch nicht nach einer Einführung aus.

Technisch vielversprechend

Besonders interessant erscheint, dass der Kompressionsstandard diesmal auf MPEG4/V.264 basiert. Somit könnten endlich hochauflösende Sender, bei gleichzeitig relativ niedriger Bandbreite, realisiert werden. Eine höhere Empfangsrobustheit und Stabilität gegenüber dem Einfluss von Störsignalen wird ebenfalls angestrebt. Man darf also gespannt sein, ob mit der Nachfolgetechnik die Unzulänglichkeiten des bisherigen Standards in den Griff bekommen werden und ein vollwertiger Konkurrent zu Kabel und Satelliten Systemen entsteht.


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