IPTV ist am ehesten mit dem digitalen Kabel-TV vergleichbar. Auch hier wird eine spezielle Set-Top-Box (Receiver) benötigt, sowie ein Vertrag beim Anbieter der Wahl. Der wesentliche Unterschied ist, dass als Übertragungsweg nicht ein separates Kabelnetz genutzt wird, sondern die schon vorhandene Internet-Infrastruktur.
Die Abkürzung IPTV steht im Übrigen für „Internet Protocol Television“ – frei übersetzt so viel wie‚ 'Internet-Protokoll-Fernsehen’. Die Film- und Fernsehprogramme werden also über ein digitales Datennetz übertragen. Die Bezeichnung legt nahe, dass wie schon beim Telefonieren über das Internet – dem VOIP –auch bei „IPTV“ das Internetprotokoll (IP) verwendet wird.
Das "Fernsehen über die DSL-Leitung", wie es manchmal auch genannt wird, schickt sich bereits jetzt an, in die Fußstapfen des ‚Fernsehens von gestern’ zu treten und eine neue Multimediazukunft einzuläuten. In der Tat werden Möglichkeiten eröffnet, die mit Fug und Recht von einer neuen TV-Ära künden.
Das folgende Schema zeigt den Geräte-Aufbau in einem typischen IPTV-Haushalt. An die Telefondose (nicht im Bild) wird der sogenannte Splitter angeschlossen. Daran erfolgt die Verbindung des DSL-Routers bzw. das DSL-Modems per Netzwerkkabel. Fernseher, Telefon und Computer werden wie unten skizziert verbunden. Sollten Sie sich wundern, warum Internetanschluss und Telefon mit verzeichnet sind, empfehlen die Lektüre des folgenden Abschnittes.

IPTV anschließen ist nicht schwerer, als den PC per DSL fürs Internet herrichten...
© Arcor AG & Co. KG
Zwei Anbieter existieren aktuell am deutschen Markt. Alice bietet das Paket namens "Alice TV". Die Deutsche Telekom offerierte erstmals Ende 2006 (früher zunächst nur via VDSL) echtes Tripleplay mit IPTV. Das Angebot ist heute unter "T-Home Entertain" bekannt aus Funk und Fernsehen. Seit Sommer 2007 können auch Kunden das Angebot buchen, bei denen lediglich ADSL2+ und kein VDSL verfügbar ist.
» Alle Details zu verfügbaren IPTV-Anbietern
Bis Sommer 2009 gab es noch drei Anbieter, da Arcor unter dem Namen "Digital-TV" IPTV anbot. Doch Arcor wurde als Marke aufgegeben nach der Übernahme von Vodafone. Das Unternehmen plant wahrscheinlich ab 2010 wieder ein eigenes IPTV-Angebot.
Quelle: Bitkom Presse
Das heißt, es könnten Zug um Zug in den nächsten Monaten weitere Anbieter IPTV-Angebote auf den Markt bringen.
Heiße Kandidaten sind Vodafone und O2. Letzterer bietet bereits seit Jahren in Tschechien ein vollwertiges IPTV-Angebot.
Die Studie "European IPTV: Mass assessment and forecast to 2009", von (u.a.) dem Beratungsunternehmen Goldmedia, ging 2007 davon aus, dass die Zahl der IPTV-Abonnenten in Europa bis 2009 auf ca. 8,7 Mio. ansteigen wird, von damals rund 700.000. Ende 2008 lag die tatsächliche Zahl der IPTV-Abonnenten weltweit bei rund 20 Millionen. Davon gut 11 Millionen alleine in Europa. Dies zeigte eine Studie im Zuge des „IPTV-World-Forums“ in London. Die Prognose von damals für das Jahr 2009 wurde somit 2008 bereits übererfüllt! Die Kunden dürfen also gespannt sein!
Einen aktuellen und laufenden Vergleich von Prognosen mehrerer Quellen mit tatsächlichen Zahlen, für Deutschland, Europa und weltweit, finden Sie hier. Wir vergleichen unter anderem die Schätzungen namhafter Studien und Institute mit der realen Entwicklung von IPTV!
Wir haben übrigens ein kleines, unterhaltsames Zukunftsszenario für Sie entworfen. Dabei werfen wir gemeinsam mit den Simpsons einen Blick auf die Fernsehwirklichkeit von Morgen, die so oder so ähnlich Realität werden könnte!