Arcor IPTV

Über die Anfänge und das Ende des IPTV-Angebotes von Arcor


Seit dem 30.10.07 bot der Internet- und Telekommunikationsdienstleister Arcor, neben Alice und T-Home, ein eigenes IPTV-Angebot. Am 01.08.2009 folgte schließlich das große, vorläufige Aus. Arcor wurde dabei in den Vodafone-Konzern integriert und die Marke aufgegeben. Leider übernahm man zunächst das alte IPTV-Angebot nicht. Vodafone arbeitete allerding an einem eigenen und besseren Angebot. Dazu gründete der Telekommunikationsanbieter 2009 extra ein IPTV Kompetenzzentrum in Eschborn (wir berichteten). Doch was geschah nun im Detail?

Wegfall der Marke

Doch weshalb konnte so eine bekannte und langjährige Marke vom Markt verschwinden? Eine kurze Zusammenfassung: Arcor entstand aus den Kommunikationsleistungen der Deutschen Bahn und Mannesmann. Bereits vor der Übernahme durch Vodafone arbeitete der Düsseldorfer Konzern und Arcor zusammen, z.B. im Einkauf. Aktienanteilseigner waren die Deutsche Bahn und die Deutsche Bank, welche Ihre Anteile Mitte 2008 an Vodafone verkauften. Nach unbestätigten Meldungen wurde Arcor eine 100% prozentige Tochtergesellschaft zum Preis von ca. 470 Millionen Euro .

Schüss Arcor TV!
Zunächst sollte die Marke erhalten bleiben. Doch durch eine stärke Marktkonsolidierung auf dem DSL- und Kommunikationsgebiet sah sich das Düsseldorfer Unternehmen anscheinend gezwungen, die Marke einzustampfen. Dies bedeutete auch das Ende des IPTV Angebotes „Arcor DigitalTV“. Zumindest stand das Angebot für Neukunden nicht mehr zur Verfügung. Für Bestandskunden wurde bis zum Auslaufen der Verträge das IPTV Angebot weitergeführt.

Diese Features bot das Arcor IPTV Paket

Als Arcor im Oktober 2007 seinen „Arcor DigitalTV Basis“ Dienst startete, war es der dritte Anbieter neben der Telekom (Anfang 2006) und Alice (Mitte 2006) auf dem Markt. Das Paket verfügte über ca. 50 Free TV Sender, ca. 60 Radiosender, mehr als 60 Pay TV Kanäle sowie ein Video Demand Angebot von knapp 800 Titeln. Wer rückblickend noch einmal einen Blick auf die Senderliste werfen möchte, findet hier eine PDF mit allen, ehemaligen Sendern des Basis-Paketes und hier für das Premiumpaket (Full Entertainment).

Genutzt werden konnte das Arcor TV ab einem „All-inklusive-6000“ Anschluss mit 6.000 Kbit und war empfangbar in 51 Städten Deutschlands. Ende 2007 brüstete sich Arcor noch mit der News, bis April 2008 die Anzahl auf 61 Städte auszuweiten. Auch sollte bis zu diesem Datum dem IPTV Receiver eine Festplatte spendiert werden. Denn diese war bis dato noch nicht Bestandteil der Set-Top Box. Auch das Thema HDTV stellte damals noch kein Thema dar. Ein weiterer Nachteil lag in der Streamingfähigkeit. Das bedeutet, es konnte nur ein einziger Stream gleichzeitig übertragen werden. So konnten an die Set-Top Box weitere, angeschlossene Fernseher nur ein und dasselbe Programm schauen. Aber es gab auch einzigartige Funktionen, die bis heute leider noch nicht wieder aufgegriffen wurden.

Eine tragende Innovation gegenüber den Mitbewerbern war die „Restart Funktion“. Damit bestand die Möglichkeit, ohne das Vorhandensein einer Set-Top-Box mit Festplatte, welche die Sendung aufnimmt, diese wieder von Anfang an beginnen zu lassen. Man konnte also TV-Sendungen, wenn man die ersten 10 Minuten verpasst hatte, dennoch von vorn anschauen. Eine tolle Funktion, wie wir finden! Leider war diese Funktion aber während der ganzen Arcor-IPTV-Ära nur auf 3 ausländische Sender begrenzt, BloombergTV, BBC World und Yavido Clips. Die PayTV Pakete überzeugten durch ausgewählte Sprachpakete, wie russisch, polnisch, türkisch und englisch.

War IPTV von Arcor ein Erfolg?

Rein technisch gesehen würden wir sagen ja, da auch viel Pionierarbeit geleistet wurde. Wirtschaftlich muss man die Frage mit Sicherheit verneinen. Als Arcor 2008 von Vodafone übernommen wurde, nutzten nur wenige 1000 Haushalte diese Möglichkeit des Fernsehempfanges. Geschuldet war dies glauben wir, der fehlenden Kommunikation an die potentiellen Kunden bzw. die Sichtbarkeit auf der eigenen Internetpräsenz. Da konnte auch ein moderater Preis für das IPTV Paket von 9,95 € in der Grundvariante nicht mehr groß daran rütteln. Werbung wurde fast garnicht gemacht. Im Gegensatz zur Deutschen Telekom. Diese konnte Mitte 2011 schon fast 1,5 Million IPTV-Kunden verbuchen. Bleibt zu hoffen, das der "Nachkomme" Vodafone nicht den selben Fehler begeht.




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