Wie künstliche Intelligenz die Medienlandschaft nachhaltig beeinflusst
Sind künstliche Videos und Bilder ein Problem - eine Analyse & Übersicht
Künstliche Intelligenz ist aus dem modernen Leben nicht mehr wegzudenken. Was mit einfachen Chatbots begann, ist dank des „Deep-Learning-Ansatzes“ mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Ob Texterstellung, Codevorlagen bis hin zur Erstellung von Fotos und Videos, kann KI eine Vielzahl von Aufgaben übernehmen und auch zum Vergnügen beitragen. Bei all der Arbeitserleichterung, will allerdings der bewusste Umgang mit KI gelernt sein.
Nachfolgend wollen wir erklären, über welche Wege künstliche Intelligenz im TV-Bereich eingesetzt wird. Dabei wagen wir zudem ein Blick in die Zukunft. Viel Spaß beim Lesen.
1. Künstliche Intelligenz im TV-Bereich: Wie Gerätehersteller KI in ihre Produkte integrieren
Der Laie verbindet mit künstlicher Intelligenz vornehmlich Portale wie ChatGPT, Google Gemini oder Microsoft Copilot. Diese Portale sind allerdings nur ein kleiner Ausschnitt des großen Ganzen. Techunternehmen, allen voran Nvidia, produzieren beziehungsweise verbauen sogenannte „Neural Processing Units (NPU)“. Die Chips können einfache Berechnungen schneller durchführen als eine herkömmliche CPU oder GPU und somit KI-Tasks schneller bewältigen.Ein schönes Beispiel dieser Art ist der Alpha-11-AI-Prozessor von LG, der in 2024er-Smart-TV-Serien G4 und M4 verbaut ist. In Verbindung mit KI analysiert der Prozessor die Bilder und schärft verschwommene Bereiche nach. Damit nicht genug, wird der Klang atmosphärisch an die jeweilige Situation angepasst. In Verbindung mit Dolby Atmos und Dolby Vision entsteht Heimkinoatmosphäre.
Doch wie genau funktionieren die beiden letztgenannten Softwaretypen? Bei Dolby Atmos und Dolby Vision handelt es sich um künstliche Intelligenz mit einem Deep-Learning-Ansatz. Die KI analysiert dabei die Bildszenen sowie den Ton und optimiert beides. In Verbindung mit einem Surround-Sound-System, kann Dolby Atmos Ton beispielsweise auch von oben kommen lassen (objektbasierter Ansatz). All dies ist natürlich nur dann performant möglich, wenn die KI Zugriff auf die Hardware hat (Stichwort NPU).
Doch nicht nur Filme und andere VoD-Inhalte kann künstliche Intelligenz zum Leben erwecken. Innerhalb von Apps und dem Betriebssystem kann KI zum Einsatz kommen. Wir bleiben in diesem Zusammenhang bei LG und rücken webOS AI in den Fokus.
Bei webOS handelt es sich um das Betriebssystem von LG und steht in Konkurrenz zu Android TV, Fire TV und Tizen OS. Dank der Integration von künstlicher Intelligenz, kann der Fernseher auf Gesten und Sprachbefehle reagieren. Weiterhin sind Filmvorschläge, wie bei anderen Herstellern, gang und gäbe. Zusätzlich gibt es noch einige Komfortfunktionen wie die Echtzeitdarstellung des Wetters oder (regionaler) News.
2. KI-Programme im Fokus: Ein Überblick
Neben der Integration in Hard- und Software, gibt es auch KI-Portale, die unabhängig vom Gerät fungieren. Die bekanntesten sind ChatGPT von OpenAI, Gemini und dessen Erweiterungen von Google sowie Copilot von Microsoft. Es gibt allerdings auch Portale, die sich rein auf die Erstellung von Videos spezialisiert haben. Eine kleine Auswahl wollen wir nachfolgend präsentieren.2.1. ChatGPT/Sora
Bild © OpenAI
ChatGPT stammt von OpenAI und gilt gemeinhin als Vorreiter der KI-Chatbots. Seit dem Start im November 2022, wurde der Bot ständig weiterentwickelt und ist aktuell (Stand September 2025) in der Version 5.0 erhältlich. Die Version eignet sich vor allem zur Erstellung von Texten und bietet eine gute Google-Services-Integration. Für die Videoerstellungen sind Add-ons wie Sora vorgesehen. Nach einer Beschreibung werden auch schon Clips produziert – wobei diese mit einem Wasserzeichen versehen sind.
2.2. Google Gemini/Flow
Vom Internetkonzern Alphabet stammt Google Gemini. Der Suchmaschinengigant hatte bereits 2017 Pläne für einen Chatbot, allerdings dauerte die Veröffentlichung noch bis 2023 an. In Deutschland wurde Gemini im Juni 2024 eingeführt. Der Funktionsumfang kann mit ChatGPT mithalten und mit der (kostenpflichtigen) Erweiterung Flow (basierend auf Veo) lassen sich auch Videoclips erstellen. Diese sind auf 8 Sekunden limitiert. Gemini ist darüber hinaus auch in die Google-Suche integriert.2.3. Synthesia
2017 wurde das Unternehmen Synthesia gegründet. Ziel war es, eine KI-Plattform, rein zur professionellen Erstellung von Videos, zu erschaffen. Dies gelang und laut einem 2021 erschienen Bericht von Techcrounch, wird Synthesia vornehmlich zur Produktion von Lehrvideos eingesetzt. Dazu werden Avatare eingesetzt, die Stimme und Gesicht von echten Menschen imitieren. Um Missbrauch zu vermeiden, geschieht dies ausdrücklich nur mit Zustimmung des Probanden. Die Basisversion ist kostenfrei nutzbar.2.4. Canva
Eine Besonderheit nimmt Canva ein. Diese Plattform setzt zwar ebenfalls auf künstliche Intelligenz, diese dient aber vornehmlich zur Ausgestaltung und Verbesserung vorhandener Schriftstücke, Bilder, Websites und Videos. KI-Videos lassen sich erstellen, wobei dann ein kostenpflichtiges Abo essenziell ist. Canva baut auf Google Veo 3 auf.Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl an weiteren Portalen, wie z.B. Heygen. Aufgrund der Länge des Artikels können wir allerdings nicht alle KI-Portale erläutern.
3. Möglichkeiten und Grenzen aktueller KI-Software
Künstliche Intelligenz kann Arbeitsabläufe erleichtern, allerdings nicht gänzlich abnehmen. In erstellten Videos kommt es häufig vor, dass einzelne Gegenstände oder Bewegungsabläufe verschwimmen können. Von künstlicher Intelligenz erstellte Videos, sind daher als Arbeitserleichterung anzusehen, mit denen ein professioneller Dienstleister Grundlagenarbeit schnell abarbeiten und sich im Anschluss um den Feinschliff kümmern kann.4. Künstliche Intelligenz in den sozialen Medien
In der schnelllebigen Welt von Social-Media können künstlich generierte Postings schnell für Verwirrung sorgen. Daher haben die großen Plattformen Facebook, YouTube und TikTok reagiert. Wird auf diesen Plattformen ein Video veröffentlicht, dass gänzlich oder in Teilen mit AI erstellt worden ist, muss es gekennzeichnet sein, siehe hier.
Bild © Youtube
Beim Check verschiedener YouTube Videos fiel uns allerdings auf, dass der Hinweis nur schwer zu erkennen ist. So wurde er in der Beschreibung versteckt. Klappen Nutzer diese aber nicht auf, erkennen sie nicht, dass es sich um Video auf Basis künstlicher Intelligenz handelt.
4.1. Google Flow TV: Eine Plattform nur für KI-Inhalte
Mit Flow TV gibt der Techkonzern Google KI-Videos eine eigene Plattform. Alle Videos, die auf dieser Website zu finden sind, wurden alle mithilfe von künstlicher Intelligenz erschaffen. Bei den meisten Inhalten handelt es sich um kurze Clips, die beispielsweise Landschaften, Tiere oder einfach nur Animationen zeigen – Blockbuster oder in UHD aufgelöste Inhalte darf man nicht erwarten.
Bild © Alphabet / Google
Das ist aber auch nicht das Ziel von Flow TV. Vielmehr soll das Portal zeigen, was mit Google Veo 2 und 3 möglich ist. Daher lassen sich unter den Clips nicht die Steuerung, sondern auch die Promptausgabe zur Erstellung finden.
4.2. Begriffsbestimmungen
Google VeoGoogle Veo stellt die Grundbasis zur Erstellung von KI-generierten Videos (mit Google Flow) dar. Es handelt sich vereinfacht gesagt, um die Ausführungsschicht.
Google Flow
Dagegen stellt Google Flow die Oberfläche zur Cliperstellung dar und erleichtert die Bedienung. Es lassen sich Clips verknüpfen oder bearbeiten.
Google Flow TV
Flow TV ist schließlich die Plattform, auf der die Inhalte hochgeladen werden können.
5. KI und der Datenschutz
Egal ob es sich um Texte, Videos oder Vorschläge handelt – damit künstliche Intelligenz funktioniert, muss sie eine fundierte Basis haben. Dazu greifen die Modelle auf spezielle Datenbanken zurück. Verglichen mit herkömmlichen Modellen, sind KI-Datenbanken anders strukturiert und arbeiten mit Text, Bildern und Videos. Um die Ausgaben der KI aktuell zu halten, werden immer wieder neue Daten gesammelt. Da durch die „Sammelwut“ Nutzer in der eigenen Privatsphäre eingeschränkt werden, hat die Europäische Union zum 1. August 2024 den EU-AI-Act auf den Weg gebracht.Laut diesem sind KI-Systeme verboten, die Menschen manipulieren können. Weiterhin muss das AI-System im Hochrisikobereich transparent und die Daten jederzeit überprüfbar sein.
5.1. Künstliche Intelligenz kann die unabhängige Meinungsbildung behindern
Der „richtige“ Umgang mit künstlicher Intelligenz ist äußerst wichtig, denn wie eine Studie herausgefunden hat, kann KI das kritische Denken beeinflussen. Dies liegt daran, dass das Gehirn keine eigenen Lösungsansätze mehr bilden muss. Stattdessen wird die Aufgabe eingegeben und hat in Kürze die Antwort.Vor allem im kindlichen und pubertären Alter, kann dies massive Auswirkungen haben, da sich das Gehirn und der Körper noch in Entwicklung befindet. Ohne entsprechende Bildung, sinkt die Frusttoleranz und Kinder können Probleme nicht mehr eigenständig beheben.
5.2. Propaganda und Hass: Wie KI ein negatives Bild zeichnet
Bild © YouTube / CBC/Radio Canada
Die unabhängige Meinungsbildung ist äußerst wichtig und ohne das kritische Denken, haben es Deepfakes und Propagandaclips in sozialen Netzwerken leicht. Künstliche Intelligenz kann in diesem Zusammenhang Videos mit einer anderen Vertonung hinterlegen. Ebenso sind gefälschte Videos im Umlauf. Wie KI zur Manipulation eingesetzt werden kann, zeigt dieses Video auf YouTube. Es bleibt daher unabdingbar, dass sowohl die Verantwortlichen, als auch die Zuschauer das Gesehene und Gelesene hinterfragen.
6. Die Zukunft von künstlicher Intelligenz in der TV-Landschaft
Seit der ersten Veröffentlichung von ChatGPT, sind die Modelle immer leistungsfähiger geworden. Dies liegt zum einen an der höheren Rechenleistung der Geräte, als auch der Rechenzentren. Künstliche Intelligenz wird in diesem Zusammenhang wohl nicht die Produktionen von professionellen Regisseuren und Fernsehteams ersetzen – aber erleichtern. Bei Ausfällen oder massivem Personalmangel können KI-Avatare echte Menschen „ersetzen“. Und nicht nur das: Auch bereits tote Schauspieler könnten die Hauptrolle eines aktuellen Blockbusters spielen. Ebenso die Stimmen für die Synchronarbeit. Die Inhalte kommen aber weiterhin geprüft von „menschlichen“ Redakteuren.7. Fazit: KI ist eine Stütze, ersetzt aber nicht das selbstständige Denken
Es ist unbestreitbar, dass künstliche Intelligenz im Alltag eine wichtige Rolle eingenommen hat. Vor allem der Zeitaufwand kann durch den Einsatz von KI deutlich gesenkt werden. Benötigte man vor einigen Jahren noch umfangreiche (und nicht ganz günstige) Editoren und Videoschnittsoftware, um Videos zu erstellen und zu schneiden, erledigen dies heutzutage KI-Tools. Entsprechend verlagert sich der Bereich weg von der Erstellung hin zur Kontrolle und dem Faktencheck. Weiterhin können vor allem kleinere Produktionen leichter zu Ergebnissen kommen, wovon Portale wie Flow TV definitiv profitieren würden.
Quellen
- 1&1 / Ionos
- Canva.com
- ChatGPT.com
- Google.com
- LG.com
- Mdpi.com
- Techcrounch.com
- YouTube.com
- Europa.eu
- Synthesia.io
