„Multi-Screen TV 2012“ – Bericht zum zweiten Tag


In Berlin fand gestern (09.02.2012) der zweite und damit letzte Tag des „Multi-Screen TV 2012“ Fachkongress statt. IPTV-Anbieter.info fasst den zweiten Veranstaltungstag für Sie zusammen.

Deutsche Firmen zeigen ihre Ansätze
Sebastian Becker, thebrainbehind
Den Anfang an Tag zwei machte Sebastian Becker von thebrainbehind. In seinem Vortrag über Couponing zeigte er, welche innovativen Gutschein-Systeme es schon gibt (beispielsweise iButterfly) und wie sich diese ganz einfach auf den TV übertragen lassen können. Vor allem Video-on-Demand bietet sich Becker zufolge in verschiedenen Formen für Couponing an.

Danach präsentierte Hardy Krause von PerfectStream das Produkt „MyStream“. Diese App bietet dem Nutzer neben Streaming von linearem TV und weiteren Senden die Möglichkeit, auf allen verbundenen Geräten Widgets beliebig hinzuzufügen und zu entfernen. Der angezeigte Content kann so beliebig kombiniert und jederzeit blitzschnell geändert werden. Die Technologie wurde sogar bereits ausgezeichnet: „MyStream“ ist Preisträger des deutschen IPTV-Awards 2011.

Das Geschäft ändert sich
Im Anschluss stellte Ed Barton von Strategy Analytics aktuelle Studien und Prognosen für den TV-Markt vor. So ist in Europa beispielsweise momentan zu beobachten, dass die Zahl der ans Internet angeschlossenen Spielkonsolen stark steigt. Die Kompatibilität von vielen Anbietern auf verschiedenen Smart TVs ist Bartons Ausführungen zufolge nicht immer optimal. Viele Services werden auf weniger unterschiedlichen Plattformen genutzt, als möglich wäre. Hier besteht auf jeden Fall noch vielerorts Aufholbedarf.

links: Ed Barton; rechts: Francesco Amore
Francesco Amore von der italienische Rundfunkanstalt RAI referierte nach Barton über die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle aus Broadcaster-Sicht: „Bisher war es einfach, Einnahmen zu erzielen, weil es jahrelang eine feste Anzahl von Anbietern für IPTV, Mobile- und Web-TV gab“, erläuterte Amore und fuhr fort: „Heute sind die Grenzen verschwommen, es gibt mehr Plattformen für Content, die diesen auf mehreren Wegen vertreiben oder das planen. Jeder bietet quasi fast alles an.“ Die Frage, die sich daraus stelle ist die, welche Inhalte auf welcher Plattform am besten platziert sind. Deshalb wird laut Francesco Amore ein Mix aus Geschäftsmodellen notwendig werden, um das bestmögliche Resultat zu erhalten.

Die Elefantenrunde
Nachdem Amore seinen Vortrag beendet hatte, folgte eine der spannendsten Programmpunkte der „Multi-Screen TV 2012“: Eine Podiumsdiskussion über die Trends der Zukunft mit dem Schwerpunkt des Multiscreenings. Teilnehmer dieser Diskussion waren Christian Witt (Google TV), Alberto Horta (Discovery), Alessandro Petazzi (Oncubed.tv) und Christopher W. Richardson (KIT Digital). Geführt wurde durch die Diskussion von Claus Sattler (Goldmedia Innovation). Während der Diskussion ging es unter anderem um Google TV, aber auch um die Frage, wo die Entwicklungen der Zukunft hinlaufen oder hinlaufen sollten. Einen ausführlichen Bericht zur Diskussionsrunde finden Sie hier.

Entspanntes Ende
Stefan Arbanowski, Frauenhofer FOKUS
Als nächstes sprach Stefan Arbanowski (Fraunhofer FOKUS) über HbbTV. Dabei stellte er zuerst einmal klar: „TV ist für Video gemacht“. Das sollte bei allen Möglichkeiten der Kern der Sache bleiben. Anschließend gab Arbanowksi einen Überblick auf das, was mit HbbTV bereits möglich ist, um dann die Zukunft des Standards zu beleuchten. Wann HbbTV in der Version 2.0 veröffentlicht wird, das steht seinen Aussagen zufolge noch in den Sternen. Aber Arbanowski gab trotzdem schon einige Einblicke, was die neue Version des Standards beinhalten könnt. Mit dazu zählen vor allem HTML 5, DRM, neue Bedienkonzepte und Multi-Screen-Anwendungen. Auch soziale Möglichkeiten könnten involviert werden.

Bram Tullemans, EBU
Die letzten beiden Sprecher waren Stefan Schneiders (Nokia Siemens Networks) und Bram Tullemans (EBU). Schneiders zeigte noch einmal auf, wie sich die Nutzung und auch die Verbreitung der Endgeräte in den letzten Jahren verändert hat, währen Tullemans abschließend eine Standardisierung der Programmschnittstellen für soziale TV-Anwendungen forderte. Mit einem abschließenden Networking Lunch ließen die Veranstalter die „Multi-Screen TV 2012“ anschließend gemütlich ausklingen.


Bilder: © IPTV-Anbieter.info


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