Magine.TV

Das Streaming-TV Angebot im Test


Mit der Verbreitung flotter Breitbandzugänge, haben sich gleichsam auch die Möglichkeiten für den TV-Empfang drastisch erweitert. Statt per Antenne, Satellit oder Kabel, kommen dutzende Sender für das abendliche Fernsehprogramm über das Internet in die Wohnstuben und jedes beliebige, mobile Endgerät. Mit Magine.TV gibt es mittlerweile den dritten namhaften Anbieter für Streaming-TV in Deutschland. Wir zeigen, was Fernsehen über Magine TV alles bietet, wo die Vor- und Nachteile liegen und für wen sich der Online-TV Tarif eignet. Zudem haben wir das Angebot natürlich für Sie ausführlich getestet und geben Tipps für Einsteiger.

Magine TV

Bild: MagineTV


Das Konzept

Während die herkömmlichen IPTV-Anbieter stets aus gleichem Hause einen Internetzugang samt Telefon voraussetzen, kann das gesamte Magine-Angebot mit jedem beliebigen Breitbandanbieter genutzt werden. Egal ob per WLAN daheim oder via LTE unterwegs. Auch werden prinzipiell keinerlei Zusatzgeräte, wie klobige Receiver, benötigt. Stattdessen lässt sich über Magine TV bequem und unkompliziert fernsehen. Per App wird aus jedem PC, Laptop, Smartphone oder Tablet ein Fernseher, welcher ortsungebunden ist. Optional kann Magine natürlich auch als regulärer TV-Anschluss im Wohnzimmer genutzt werden. Die Möglichkeiten sind also, immer Vergleich zu einem stationären SAT oder Kabelanschluss, äußerst vielfältig.

Vorteile & Funktionen von Magine-TV

Wie im vorangegangenen Abschnitt gezeigt, zeichnet sich das Angebot vor allem zunächst durch seine Flexibilität aus. Egal ob Laptop, Tablet, Playstation, Fernseher oder Handy – so ziemlich alles kann als „Fernseher“ im Alltag herhalten. Damit es keinen Streit mehr gibt, wer, was, wann schauen will, ist Magine auf insgesamt 5 Endgeräten nutzbar. Während also Papa im Wohnzimmer Fussball sieht, kann Mama die neue Telenovela auf der Terrasse genießen und Sohnemann den Trickfilm am Tablet. Das Grundangebot der öffentlich rechtlichen Sender ist zudem direkt nach der Registrierung kostenlos. Bezahlt werden muss nur, wenn man auch die privaten Kanäle empfangen möchte. Einen langfristigen Vertrag, wie z.B. bei Kabelanbietern, geht man ebenfalls nicht ein. Die Bezahltarife sind nämlich erfreulicher Weise monatlich kündbar, es gibt also keine Mindestlaufzeit. Hier noch einmal die Vorzüge im Überblick:

Flexibel auf bis zu 5 Endgeräten (gleichzeitig) fernsehen


  • ortsungebunden
  • keine extra Hardware oder Kabel nötig
  • ÖR-Sender kostenlos
  • teilweise mit „Catchup“-Funktion (7 Tage Replay)
  • große Sendervielfalt
  • kostenpflichtige Pakete monatlich kündbar

7 Tage Replay: Aktuell gibt es bei Magine noch keine Aufnahmefunktion. Dafür stellt der Anbieter bei ca. ein Dutzend Sendern eine Restart-ähnliche Funktion zur Verfügung. Damit können verpasste Sendungen bis zu 1 Woche rückwirkend jederzeit abgespielt werden. Diese Funktion ist aber nur per App und nicht im Browser verfügbar.

EPG

Pausieren sowie Vor- und Zurückspulen: Auch diese Funktion steht leider aus lizenzrechtlichen Gründen nur bei einigen ausgesuchten Sendern zur Verfügung. Sofern dies der Fall ist, werden beim Abspielen die jeweiligen Symbole angezeigt.

Natürlich gibt es auch einige Minuspunkte, die das Konzept mit sich bringt. Viele Aspekte sind aber nur bei bestimmten Nutzungsgewohnheiten nachteilig. So gibt es, wie angedeutet, leider keine Möglichkeit, Sendungen aufzunehmen und später abzuspielen. Viele Nutzer sind dies mittlerweile gewohnt, was unter Umständen daher ein Kritikpunkt sein könnte. Manche werden dies dagegen nicht vermissen, hier muss jeder selbst abwägen. Vielleicht wird eine Aufnahmefunktion in Zukunft implementiert, denn der direkte Konkurrent waipu.tv zeigt, dass es geht. Ein weiterer Nachteil betrifft die Sendervielfalt. Diese ist, wie wir gleich sehen werden, durchaus gut. An die 100 Kanäle von EntertainTV kommt Magine aber noch nicht ganz heran.





Sendervielfalt: Was kann ich mit Magine ansehen?

Aktuell bietet Magine TV über 70 TV-Sender. Davon können maximal 35 in HD-Qualität empfangen werden. Ohne kostenpflichtiges Paket sind zirka 20 Kanäle nutzbar. Neben den gängigen ÖR-Sendern, sind das zum Beispiel auch N24, Sport1, RIC und Tele5. Wer zusätzlich Pro7, RTL & Co. empfangen möchte, braucht einen kostenpflichtigen Extratarif. Am günstigsten fährt man im „Basis“-Paket, welches die gängigen, privaten Kanäle umfasst. Monatlich fallen hier 10 € an. Mit dem „Premium“-Paket gesellen sich noch einmal gut 30 Sender hinzu. Dann sind z.B. auch MTV, TNT-Film oder Motorvision TV mit on board.

Wer eine Liste aller verfügbaren Sender einsehen möchte, findet eine Liste hier auf www.magine.tv/de


Voraussetzungen zur Nutzung

Im Prinzip benötigt man nur drei Sachen. Zunächst ein Endgerät (z.B. Smartphone), die MagineTV App und einen flotten Internetanschluss. Das Unternehmen gibt an, dass dieser für SD-Standardqualität mindestens 4 MBit Netto-Datenübertragungsrate liefern sollte. Bei HD-Sender markieren hingegen zirka 8 MBit das unterste Limit.

Flexibel Fernsehen | Bild: Magine TV Presse


Mit den meisten DSL-Anschlüssen ist daher MagineTV problemlos nutzbar. Lediglich im ländlichen Raum könnte es mit langsameren Zugängen problematisch werden. Die Übertragungsqualität wird aber automatisch an die bestehende Datenübertragungsrate angepasst, so dass Fernsehen prinzipiell auch mit Geschwindigkeiten etwas unter 4 MBit möglich sein sollte. Für optimale Qualität gilt aber wie gewohnt, mehr ist besser!


Ist Magine-TV auch mit LTE nutzbar und wie hoch ist der Datenverbrauch?

Wer für sein Smartphone oder Tablet einen LTE-Mobilfunkvertrag abgeschlossen hat (mehr Infos unter lte-anbieter.info), kann auch unterwegs mit Magine in 1a Qualität fernsehen. Allerdings verschlang eine Stunde TV-Genuss unseren Tests nach, ca. 1,2 GB Highspeed-Datenvolumen. Bei HD-Sendern ist es mehr als doppelt so viel. Wir ermittelten 2,6 GB pro Stunde in der besten Einstellung. Sieht man zu lange fern, rutscht man demnach relativ schnell in die Drosselung, da durchschnittliche LTE-Tarife aktuell  3-10 GB monatlich bieten. Eine Ausnahme bildet Stream On von der Telekom. Damit können Sie Magine TV und andere Videodienste (wie Netflix und Youtube) unbegrenzt nutzen. Stream On Video ist kostenloser Bestandteil bei jedem MagentaMobil L Tarif (oder höher).

MagineTV am Handy verbraucht viel LTE-Datenvolumen. Nur bei Stream On von der Telekom ist eine unlimitierte Nutzung möglich.


Pakete und Preise

Insgesamt bietet Magine drei verschiedene TV-Pakete an. Free, Basic und Premium. Diese unterscheiden sich vor allem hinsichtlich der inkludierten Sender. In der folgenden Tabelle haben wir alle Unterschiede zusammengefasst.

Magine Tarife Free Basic Premium
Anzahl TV-Sender 28 38 70
davon in HD 0 20 30
auf x Endgeräten nutzbar 5 5 5
monatlich kündbar nicht nötig ja ja
Kosten je Monat 0 € 10 € 20 €
zum Anbieter


Welche Geräte werden unterstützt?

Das sind bereits eine ganze Menge. Zunächst alle Samsung Smart TV´s Baujahr 2012-2015, alle Android TV´s ab Version 5 und Apple TV ab der 4. Generation. Zudem kann die TV-App auf allen Amazon Fire TV-Sticks und Boxen installiert werden. Bei den mobilen Endgeräten gibt Magine folgende Kompatibilitätskriterien an: Android-Geräte ab Version 4.3, Apple ab iOS 9 und Windows ab Version 10. Zudem kann Magine-TV ganz einfach auch am PC über die gängigsten Browser abgespielt werden. Und Spielekonsolen? Hier werden als kompatibel die Xboxe One, Playstation 4 sowie Nvidia Shield genannt. Per Googles Chromecast, lässt sich zudem das TV-Bild von mobilen Endgeräten auf den TV bringen.

mögliche Endgeräte Übersicht

Übersicht möglicher Endgeräte | Bild: Magine TV Presse


Einrichtung und erste Tests

Im Folgenden wollen wir Interessenten kurz Schritt für Schritt aufzeigen, wie man MagineTV bestellt bzw. registriert und erstmalig einrichtet. Exemplarisch werden wir dazu ein Android-Smartphone und die Amazon Fire TV Box beleuchten. Bei anderen Endgeräten funktioniert die Einrichtung im Prinzip analog.

Schritt 1: Anmeldung

Die erstmalige Registrierung ist zunächst kostenlos und man muss keine Kontodaten eingeben, da das Basispaket, wie oben aufgeführt, gratis ist. Ohne Anmeldung geht es jedoch nicht! Danach kann optional auf eines der beiden kostenpflichtigen Pakete umgestellt werden, doch dazu später mehr. Die Registrierung wiederum, lässt sich entweder direkt in der App oder am PC über den Browser vornehmen:

Registrierung im Browser: Gehen Sie zunächst hier auf https//de.magine.com und klicken auf „Jetzt kostenlos testen“. An dieser Stelle muss zunächst nur Name, Emailadresse und ein Passwort hinterlegt werden. Danach landet man bereits im Nutzermenü und kann die kostenlosen Sender genießen.

Wer sich erst einmal probeweise von den kostenpflichtigen Paketen überzeugen will, kann diese unverbindlich 7 Tage testen. Aber Achtung: Die Probewoche gibt es nur bei Registrierung über den Browser und nicht per App! Daher zeigen wir im Folgenden nur diesen Weg auf. Und so geht’s!

App Registrierung: Laden Sie zunächst die MagineTV App (Android; iOS) herunter und öffnen diese. Nun kann man sich mit ggf. bestehenden Kundendaten einloggen oder eben erstmalig anmelden. Geben Sie dazu einen Namen, Ihre Email-Adresse und ein selbstgewähltes Nutzerpasswort ein. Wahlweise kann auch ein Konto per Facebook oder G+ erstellt werden. Danach landet man direkt im „Mein TV“ Startmenü. Nun können bereits alle kostenlosen Sender angewählt werden. Für alle Funktionen, welche ein Bezahlpaket voraussetzen, erscheint eine entsprechende Mitteilung. Ein Vorteil bei der Registrierung per App ist übrigens, dass man später auch per Playstore die Monatsgebühren bezahlen kann.

          

Wichtig: Egal für welche Registrierung Sie sich entscheiden. In jedem Fall erhält man direkt danach zwei Mails. Eine mit einer Jugendschutz PIN (aufheben) und eine „Neu hier?“ Mail. In unserem Test  konnten wir uns erst mit den persönlichen Zugangsdaten einloggen, nachdem wir in dieser Email einmal auf „direkt zu MagineTV“ geklickt hatten. Wahrscheinlich wird darüber noch die gesetzlich nötige Zwei-Wege-Anmeldung realisiert. Wenn, dann hätte man dies vielleicht ausdrücklich erwähnen sollen, da wir uns per se erst einmal nicht einloggen konnten. Immer erschien die Meldung, dass der Account nicht existiert. Wer ähnliche Probleme hat, sollte dies also versuchen!

Schritt 2: Optional Paket buchen und 1 Woche unverbindlich testen

Wenn man z.B. einen Sender anklickt, der nicht Bestandteil des Grundangebots ist (z.B. Pro7), erscheint die Meldung „und viele weitere Sender bekommst du im BASIC-Paket“. Wer Magine entsprechend erweitern will, muss dabei nur auf „Jetzt 7 Tage kostenlos testen“ klicken. Nun noch Bezahlweise wählen (Kreditkarte oder Paypal) und auf „Kaufen“ klicken.



Magine am Fire TV einrichten

Prinzipiell kann man über MagineTV auch komplett auf andere TV-Empfangswege verzichten. Da bisher die wenigsten aber einen Flachbildfernseher mit Android zuhause haben werden, führt der einfachste Weg über Drittgeräte, wie Amazons Fire TV Box. Registrieren Sie sich zunächst wie oben beschrieben am PC und starten dann wie gewohnt Fire TV. Dort anschließend nach der Magine App suchen, installieren und starten. Nun die Zugangsdaten eingeben und es kann losgehen!





Erfahrungsbericht

Wir haben Magine im Basispaket einige Tage sowohl auf dem Tablet, einem Smartphone (LG G5) und am Fernseher (per Amazon FireTV Box) getestet. Als Internetzugang diente ein flotter 200 MBit Kabel-Tarif, so dass genug Leistung zur Verfügung stand.

Im Großen und Ganzen waren wir recht zufrieden. Die Installation fällt kinderleicht aus, da nur die entsprechende App benötigt bzw. man sich im Browser auf der Homepage einloggen muss. In puncto Bildqualität, gibt es auch nichts auszusetzen, besonders die HD-Sender überzeugen mit ordentlichem Bild und Ton. Dennoch haben wir einige kleine Kritikpunkte. So fällt das EPG (elektronische TV-Zeitung) noch arg rudimentär aus. Bis auf den Titel der kommenden Sendungen, erfährt man nämlich nichts. Auch das Umschalten auf andere Kanäle zeigt sich sehr umständlich. Zappen am TV war garnicht möglich. Man muss immer erst zurück zur Übersicht. Das kann schon ziemlich nerven. An diesem Punkt sollte Magine dringend nachbessern.

Unser Fazit

Wer ganz modern sein TV-Anschluss übers Internet beziehen und überall mit hinnehmen will, findet mit MagineTV einen günstigen, guten Anbieter neben Waipu. Letzterer punktet aber z.B. mit einer Aufnahmefunktion, die wir hier noch vermissen. Da die öffentlich rechtlichen Sender frei zu empfangen sind, kann man kostenlos zunächst das Angebot ausprobieren. Wir finden: Wer keine Aufzeichnungen braucht und nur gelegentlich oder gar mobil fernsieht, für den kann Magine der ideale TV Anschluss sein. Alle, die hingegen mehr TV-Komfort suchen, sind wahrscheinlich weiterhin besser bei Kabel oder IPTV aufgehoben.

Unterschied zu Kabelfernsehen und herkömmlichen IPTV

Bei einem herkömmlichen TV-Anbieter, benötigt man zunächst einen Basiskabelanschluss oder, wie im Fall von IPTV, muss der Breitbandzugang als Kombipaket mit Telefon bestellt werden. Zudem benötigt man in der Regel eine extra Receiverbox, die gleichzeitig als digitaler Videorekorder fungiert. Auch sind hier Mindestvertragslaufzeiten von 2 Jahren übliche Praxis. Die Nutzung von unterwegs, z.B. am Smartphone, ist teilweise möglich. Etwa bei der Telekom via EntertainTV Mobil. Streaming-TV Anbieter wie Magine, Zattoo oder Waipu, erlauben dem Kunden eine weitestgehend ungebundene Nutzung. Weder in Form von langen Mindestlaufzeiten, noch durch Bindung an einen lokalen Kabel- oder Breitbandtarif. Dafür entfallen bei  Streaming TV Lösungen mitunter Features wie Aufzeichnungsfunktion, HbbTV oder umfangreiche EPGs.

FAQ: Antworten auf häufige Fragen


Kann ich Magine TV im Ausland nutzen?
Nein, leider können aus lizenzrechtlichen Gründen alle Programme nur innerhalb Deutschlands empfangen werden. Dieses Manko gibt es leider aktuell überall …

Wie hoch ist der Volumenverbrauch in SD und HD?
Unseren Tests zufolge, muss man in der besten Qualitätseinstellung mit zirka 1,2 Gigabyte je Stunde bei SD-Sendern rechnen. Bei HD-Kanälen summiert sich der Verbrauch auf 2,6 GB je Stunde. Magine selbst, beziffert die Volumina auf 1 bzw. 2 GB je Stunde - wahrscheinlich in niedriger bis mittlerer Kompressions-Qualität gerechnet.




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