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Sep 07 2017


Noch nie gab es so viele Möglichkeiten für den TV-Empfang wie heute. Mittlerweile buhlen 5 verschiedene Systeme um die Gunst der Verbraucher. Dieses Plus an Freiheit hat natürlich auch seinen Preis, denn ganz einfach fällt die Entscheidung damit gewiss nicht aus. Schließlich weisen selbstverständlich alle Varianten Vorteile und Nachteile auf. In diesem Ratgeber will Ihnen unsere Redaktion daher die Entscheidung vereinfachen, indem wir alle Möglichkeiten mit den Pro- und Kontras kurz vorstellen.

„Was ist der Beste TV-Anschluss?“

Diese Frage wird uns recht häufig gestellt. Und wie Sie sich denken können, gibt es keine eindeutige Antwort auf die simpel erscheinende Frage. Denn egal ob IPTV, SAT, Kabel, Antennen-TV oder Streaming, nicht jede Möglichkeit kommt für jeden Verbraucher gleichermaßen in Frage. Sei es, dass laut Vermieter keine SAT-Antenne anbringbar ist oder wegen der Kosten. Doch der Reihe nach.

 

Variante 1) TV-Empfang per Satellit

Die Deutschen lieben Satelliten-TV! Seit Jahren liegt der Anteil der TV-Haushalte, welche Satellitenempfang nutzen, relativ konstant zwischen 43 und 46 Prozent*. Neben dem Antennenfernsehen, handelt es sich schließlich um die älteste Verbreitungstechnik, welche zudem lange Zeit komplett kostenlos war und unvergleichlich viele Sender bietet.

 

 

Doch auch nach der Einführung von HD+, halten die meisten Haushalte dem Satellitenfernsehen noch die Stange. Immerhin kostet der Bezug der privaten HD-Sender jährlich gut 70 Euro. Öffentlich-rechtliche Sender können natürlich frei in HD empfangen werden. Zu den laufenden Kosten gesellen sich noch die Anschaffungskosten für SAT-Schüssel, Kabel und ggf. Receiver. Immerhin verfügen moderne TV-Geräte heute von Haus auf über 1-2 SAT-Receiver, was zumindest im Einzelfall den Kauf zusätzlicher Receiver unnötig macht. Als weiterer Nachteil der SAT-Technik wäre zu nennen, dass es trotz Digital-TV bei schlechten Witterungsverhältnissen zu Bildstörungen kommen kann.

 

Eines der wichtigsten Ausschlusskriterien für SAT-TV ist und bleibt aber die Wohnsituation vor Ort. Selbst wenn der Vermieter die Anbringung einer Schüssel erlaubt, was eher selten ist, muss auch die Richtung stimmten. Für den populären ASTRA auf 19,2° Ost z.B. muss eine freie Süd-Ost-Achse bestehen, ohne Hindernisse durch stark belaubte Bäumer oder hohe Gebäude im Elevationswinkel (Kippwinkel).

 

Fazit: SAT-TV bietet eine sehr gute Bildqualität und die wohl beste Senderauswahl. Kauf, Installation und Wartung der Hardware, machen den Empfangsweg aber weder einfach einzurichten, noch besonders günstig. Hinzu kommen noch laufende Kosten per annum für HD+, falls private Sender in HD gewünscht sind. Im ländlichen Raum mit eigenem Haus und schlechter Breitband/DVB-T Versorgung, bleibt SAT natürlich die erste Wahl.

Variante 2) TV-Empfang per DVB-T2

DVBT-2

 

Während der ersten Jahrzehnte in der TV-Geschichte, war Fernsehen per Antenne bekanntlich der einzige Übertragungsweg. Nachdem das analoge Antennen-TV längst schon abgelöst wurde, startete mit DVB-T 2002 erstmals digitales TV via Antenne. Im März 2017 wurde DVB-T nun ebenfalls durch das modernere DVB-T2 abgelöst. DVB-T2 bietet u.a. eine weit bessere Bildqualität, mehr Sender und perspektivisch auch vielfältigere Features. Mehr über DVB-T2 erfahren Interessenten übrigens auch hier in unserem DVBT-2 Themenspezial. Der Nachteil: Private Sender in SD werden erst gar nicht mehr übertragen, sondern nur noch in HD. Wie auch bei SAT, fällt dafür eine Jahresgebühr an, die bei 69 € liegt. Macht also rund 6 € monatlich. Wer noch ein älteres TV-Gerät mit DVB-T Tuner zu Hause hat, muss zudem in einen neuen Receiver investieren. Die Sendervielfalt ist gut, aber reicht natürlich längst nicht an die von Kabel, IPTV oder SAT heran.

 

Fazit: DVBT-2 bietet eine sehr gute Bildqualität (FullHD). Ohne Jahres-Abo von Freenet TV, bleibt aber auch hier der Blick auf die Privaten verwährt. Die Ära des Kostenlos-TV per Antenne ist damit auch seit 2017 endgültig vorbei. Für Gelegenheitsnutzer und für Ferienwohnungen, Studentenbuden oder Lauben, ist terrestrisches TV aber oft die ideale Lösung!

Variante 3) TV-Empfang per Kabel

Kabel-TV gehört hierzulande zum zweitbeliebtesten Bezugsweg für digitales Fernsehen. Ähnlich wie SAT, beziehen zwischen 40 und 50 Prozent der Haushalte Fernsehen per Kabel*. Die Vorteile liegen in der durchweg guten Bildqualität (obgleich verbesserbar, Stichwort Upscaling bei HD), guter Sendervielfalt und Zusatzdiensten wie Video-On-Demand. HD hat sich selbstverständlich auch im Kabelfernehen längst etabliert. Zu guter Letzt ist Kabel oft verfügbar und völlig unabhängig von Installations- oder Witterungswidrigkeiten.

 

Vodafone Kabelfernsehen | Bild: Vodafone Presse

 

Das wohl größte Argument gegen Kabel-TV ist und bleibt der Preis. Die bundesweit größten Anbieter Vodafone und Unitymedia, bieten eine Vielzahl von unterschiedlichen TV-Paketen. Mit HD fallen aber selbst in den günstigsten Varianten, samt Festplatten-Kabelreceiver, immer 15-20 Euro monatlich an. Das entspricht immerhin 180-240 Euro jährlich! Die Premium-Tarife, wie Vodafones GigaTV, kosten auch schon mal knapp 30 € im Monat. Zu den hier angegeben Preisen, kommt nämlich nochmal ein Aufpreis von 10 € für „Vodafone TV Connect“ hinzu, also dem eigentlichen Basis-Kabelanschluss. Ähnlich verhält es sich bei Unitymedia. Und auch bei der Hardware können weitere Kosten entstehen. Die Kabelreceiver stellt zwar der Anbieter zur Miete – wer Kabel aber ohnehin nur am TV-Gerät sehen möchte, braucht mitunter noch eine Smart-CI+ Card. Eine Art Adapter für die Smartcard. Die Kosten werden dem Kunden auferlegt – um die 80 € je Adapter.

 

Fazit: Kabelfernsehen ist praktisch der Bequemlichkeits-King. Einfach bestellen, Receiver oder Smartcard anschließen und nie wieder Gedanken machen. Zudem gibt’s recht viele Sender in guter Qualität. Hier hat Kabel-TV gegenüber DVB-T2 oder SAT Vorzüge aus Usability-Sicht. Den Luxus erkauft man sich aber mit recht happigen Gebühren, für die man teils schon einen Breitbandanschluss mit Festnetzflat bekommt.

Variante 4) Fernsehen per IPTV

IPTV ist natürlich das Beste überhaupt – schließlich sind wir ein IPTV-Portal. :-) Nein, aber Scherz beiseite. IPTV als Empfangsalternative zu den anderen Varianten ist, im historischen Vergleich, noch sehr jung. Erstmals schickte 2006 der später von O2 übernommene Anbieter „Alice“ TV per IPTV in Haushalte via Breitbandleitung. Wenige Monate später folgte unter anderem die Deutsche Telekom. Aktuell haben Vodafone, die Telekom, sowie 1&1 IPTV im Angebot (Übersicht). Gebucht wird der Anschluss einfach zu dem Breitbandzugang, welcher möglichst schnell sein sollte. Je nach Anbieter, sind 6-25 MBit das unterste Limit. Die Vorteile von IPTV liegen unter anderem darin begründet, dass die Technik mehr Interaktivität ermöglicht, da es ja über die Internetleitung einen Rückkanal gibt. Bei Entertain von der Telekom kann daher sogar eine Sendung auf einem TV-Sender neu gestartet werden, obwohl diese z.B. schon 30 Minuten läuft. Dies und andere Features, machen IPTV einen „Tick“ besonderer. Die Sendervielfalt ist gut – gibt im Schnitt über 100 Sender, zuzüglich Sky & Co nach Bedarf. Auch bei der Bildqualität gibt es längst keine Abstriche mehr, ganz im Gegenteil. Ein weiterer Vorteil ist, dass man den TV-Anschluss gleich über denselben Anbieter wie die Internetflat und Telefon bezieht. Ähnlich wie bei Kabel-TV, ist IPTV zudem eine sehr bequeme Angelegenheit, welche keine umständliche Installation, Antennenausrichtung oder Wartung benötigt.

 

 

Preislich bewegt sich der IPTV-Anschluss im Bereich von 9-15 Euro monatlich. Also tendenziell billiger als Kabel, aber sicher teurer als DVB-T oder SAT. Rechnet man ein, dass alleine für den HD-Bezug bei den funkbasierten Lösungen um die 7 € monatlich fällig werden, relativieren sich die Kosten jedoch schnell.

 

Nachteilig ist nach wie vor, dass man für jedes TV-Gerät einen extra Receiver benötigt. TV-Geräte mit integriertem IPTV-Receiver gibt es noch nicht und wird es wohl auch nie geben, da die Provider immer gerne auf eigene Lösungen setzen und IPTV kein einheitlicher Standard ist.

 

Fazit: IPTV wird immer populärer, sicher nicht zu unrecht. Rund 4 Millionen Haushalte, also ca. 10 Prozent, setzen schon auf Breitband-TV. Mit der Verbreitung superschneller Internetzugänge, dürfte sich dieser Trend weiter beschleunigen. IP-Fernsehen bietet schließlich interessante Features, sowie gute Qualität in HD und sicher bald auch Ultra-HD. Alles zu einem fairen Preis!

Variante 5) TV per Streaming

Der TV-Empfang per Streaming gleicht im Wesentlichen dem Konzept von IPTV. Es wird reguläres TV-Programm digitalisiert über Breitbandinternet zum Kunden gebracht. Daher werden die Dienstleister nicht selten auch zu den IPTV-Anbietern gezählt, auch wenn dies formal nicht ganz korrekt ist. Die führenden Anbieter für Streaming TV sind hierzulande Urgestein Zattoo, Waipu und MagineTV. Alle drei bieten per PC, TV-Gerät oder App die populärsten TV-Fernsehsender der ÖR und Privaten. Pro Monat berechnen die Anbieter dann (je nach Paket und Ausstattung) 5-20 Euro. Zattoo bietet zwar auch ein Gratis-Modell, dieses überzeugte uns aber weder von der Qualität noch durch die Extrawerbung, mit der das Angebot finanziert wird.

 

 

Fazit: Ideal ist diese Bezugsform sicher für sehr flexible Menschen, die wenig am selben Ort sind und Ihren TV-Anschluss gerne „mitnehmen“ möchten. Auch für Gelegenheitsnutzer kann sich ein günstiges Paket durchaus gegenüber den anderen Varianten rechnen. Tendenziell ist Streaming-TV wahrscheinlich eher was für eine junge Zielgruppe.

 

PS: Nicht zu verwechseln mit Streaming Videoanbietern. Netflix, Maxdome und Amazon TV bieten kein lineares TV-Programm von ARD oder RTL, sondern ausschließlich Videos und Serien auf Abruf. Hier liegt der große Unterschied.

Weiterführendes

» IPTV Anbieter Übersicht
» alles zu Entertain IPTV
» mehr über Vodafone IPTV

 

* Statistisches Bundesamt 2016;
Bild oben unter SAT TV: Satellitenschüssel – © Anne Katrin Figge – Fotolia.com; Mann mit Fernbedienung: © goodluz – Fotolia.com;
Bild unter IPTV: Familie – © onoky – Fotolia.com; IPTV auf Tastatur: © tashatuvango – Fotolia.com

 


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Update: 7. September 2017

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