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Feb 03 2010


Unsere englischen Nachbarn sind uns im Bereich IPTV mehr als nur eine Nasenlänge voraus. Warum das so ist und was als Nächstes kommt, wollten wir vom BBC-Manager Richard Halton wissen. Er ist für das Großprojekt „Canvas“ (was im Englischen für „Leinwand“ steht) verantwortlich, einer offenen IPTV-Plattform für Großbritannien.

Mehr als nur eine kleine Revolution

Hinter diesem Projekt steht ein bis dato einzigartiges Vorhaben, welches das Fernseherlebnis der nächsten Dekaden nachhaltig beeinflussen kann – nicht nur in Großbritannien, sondern weltweit!

 

Oder etwas detaillierter ausgeführt: Das Projekt ist der Ansatz der BBC, die TV-Industrie hinter einer offenen IPTV-Plattform zu vereinheitlichen. Diese deckte eine Reihe von Standards ab und verbindet die klassische TV Welt mit dem Internet. Das folgende Video veranschaulicht die Idee:

 

 

Es machen bereits mehr als eine Handvoll britischer Unternehmen mit, wie die BBC, BT, Channel 4, Five, ITV und Talk Talk. Laut der Aufsichtsbehörde BBC Trust wird das Projekt in den ersten 4 Jahren rund 133 Millionen Pfund verschlingen, was etwa 153 Millionen Euro entspricht.

„Canvas“ vereint Broadcast und Broadband – TV u. Internetwelt verschmelzen

In den kommenden Jahren werden die Möglichkeiten des Internets die Fernsehindustrie nachhaltig verändern, dieser Prozess ist bereits in vollem Gange. Es gibt zwar einen allgemeinen technischen Standard für mit dem Internet verbundene Fernsehgeräte und auch eine offene Plattform auf diesen Geräten.

 

Doch das reicht nicht, sagt Richard Halton: “Obwohl der Bedarf an Innovationen im TV Sektor sehr groß ist, gibt es momentan noch keinen genauen Plan für die Entwicklung der frei empfangbaren Programme über Antenne und Satellit. Projekt Canvas will Breitband Internet mit den über die Antennen empfangbaren Programmen kombinieren, und das nahtlos. Damit können die frei empfangbaren Programme gesichert und mit einer Reihe von Online Services ergänzt werden.“

 

Auf diesen neuen Standard ausgerichtete Geräte wie Set-Top Boxen oder TV Bildschirme würden eine Reihe von Services ermöglichen, wie einen digitalen Videorekorder, Video-on-Demand Services über den BBC iPlayer, 1TV Player 40D oder andere internetbasierende Inhalte. Natürlich lassen sich auch Internetdienste wie z. B. Flickr oder Amazon einbinden.

 

“Der Appetit auf On-Demand Fernsehen zeigt sich am großen Erfolg des BBC iPlayers. Es gibt über 80 Millionen Inhaltsbezüge jeden Monat. Wir sehen auch einen signifikanten Bedarf an Applikationen, die auf der Plattform dargestellt werden können,” so Halton weiter. “Auf Canvas verfügbare Applikationen können dabei von klassischer Werbung bis hin Richtung öffentlicher Services gehen.”

 

Das Canvas Projekt hat Potenzial für neue innovative Funktionen, die weit über Video-on-Demand hinaus gehen. Es lassen eine ganze Reihe neuer Werbemodelle implementieren, zum Beispiel mittels optimal auf den Konsumenten zugeschnittene Werbung.

 

Rund 4 bis 8 Millionen britischer Haushalte sollen bis 2015 mit Canvas Geräten ausgerüstet sein

“Der Markt verändert sich rapide, aber die rationale Grundlage für das Canvas Projekt bleibt gleich. Canvas bietet einen einfachen Weg, kombinierte Services auf den TV-Bildschirm zu bringen und den klassischen Antennenempfang mit Breitband Services zu kombinieren”, erläutert Halton.

 

„Die Aufsichtsbehörde BBC Trust hat kurz vor Weihnachten eine Zusammenstellung von positiven Ergebnissen veröffentlicht, welche wir in unserer Planung berücksichtigen – auch wenn es sich erst um ein provisorisches grünes Licht handelt. Es steht aber außer Frage, je früher wir ausrollen, desto besser,” sagt Halton. So sollen bis im 2015 zwischen 4 und 8 Millionen Canvas fähiger Geräte in britischen Haushalten vorhanden sein.

 

Damit haben die Konsumenten eine größere Auswahl und Kontrolle, welche Inhalte sie wann sehen wollen. Wenn diese IPTV-Plattform komplett realisiert ist, werden Angebote sowohl auf dem TV, via Mobiltelefon und natürlich online konsumiert werden können.

 

Richard Halton wird dabei mithelfen, dieses Projekt zum Erfolg zu führen. Vor seinem Engagement für „Canvas“ war er bei BBC im Bereich Controlling und Strategie seit 2003 mitverantwortlich für die kreative Zukunft der redaktionellen Strategien und ist damit bestens vernetzt.

 

IPTV-Anbieter.info wird auch weiterhin mit einem Auge auf die britischen Nachbarn schielen – und hofft, dass auch in der deutschen IPTV Landschaft bald die Post abgeht!

Weiterführendes

» IPTV Anbieter in Deutschland
» IPTV Unternehmen in Deutschland, Europa und Übersee
» IPTV Verfügbarkeit prüfen



Update: 3. Februar 2010

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2 Kommentare zu “Interview Richard Halton, BBC: „Projekt Canvas vereint TV und Internet!“”

  1. Projekt Canvas bringt hybrides Fernsehen in die britischen Haushalte sagt:

    […] Interview Richard Halton, BBC: „Projekt Canvas vereint TV und Internet!“ » IPTV Anbieter Übersicht » IPTV Verfügbarkeit […]

  2. BBC: Project Canvas kommt voran sagt:

    […] für Internetfernsehen implementieren (siehe unser Interview mit dem Projektleiter Richard Halton hier). Gemeinsam mit Arqiva, BT, Channel 4, Five, ITV und Talk Talk will man den Kunden ermöglichen, […]




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