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Okt 30 2009


Wer Pay-TV schauen möchte, benötigt einen Receiver und die vom Anbieter ausgegebene Smartcard. Als Schnittstelle wird zusätzlich ein Common Interface (CI) benötigt. Industrie und Programmveranstalter versuchen derzeit den aktuellen CI-Standart durch einen neuen zu ersetzen, und versprechen sich viel davon.

Plattformbetreiber und Industrie für CI-Plus

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Sowohl Kabelnetzbetreiber, als auch Plattformbetreiber und Elektronikhersteller setzen auf den neuen CI-Plus Standart für die Dekodierung digitaler Satelliten- und Kabelprogramme. Das Common Interface (CI) arbeitet auf Basis des aus der Computerwelt bekannten PCMCIA-Steckplatzes. Karten, die in diesen Schacht passen, heißen CI-Module und können die Smartcards der Anbieter aufnehmen. Bisher wird die Verschlüsselung mittels CI-1.0 realisiert. Die neue Version 2.0 wurde vom DVB-Konsortium, dem über 270 Sender, Gerätehersteller, Provider und andere Industrievertreter angehören, entwickelt.

Nachteile für Nutzer

Für die Nutzer, zu denen neben Kabelkunden künftig auch Sky-Abonnenten und Rezipienten des Astra-Angebots HD+ gehören werden, entstehen vor allem Nachteile, wie die Verbraucherzentralen monieren. Denn die neue Technologie ermöglicht den Anbietern direkte Zugriffe auf die Nutzungsmöglichkeiten der übertragenen Programme mittels so genanntem ‘host shunning flags’. So kann beispielsweise die Aufzeichnung verhindert, oder erheblich eingeschränkt werden. Außerdem kann das zeitversetzte Anschauen begrenzt, das Kopieren auf Speichermedien verhindert und das weiterspulen in Werbepausen aufgezeichneter TV-Sendungen unterbunden werden. So genannte „Multiroom-Lösungen“, in denen ein zentraler Receiver Signale an mehrere Empfänger sendet, werden mit CI-Plus unmöglich.

Vorteile für Unternehmen

Was nicht gerade Kundenfreundlich wirkt, ist vor allem für die Medienunternehmen gewinnbringend. Denn diese erhoffen sich von CI-Plus beispielsweise bessere Verhandlungspositionen beim Einkauf von Film- und Fernsehrechten. Mit der Verhinderung des Vorspulens in Werbepausen möchte man attraktiver für Werbepartner sein. Natürlich bieten neue Standards auch immer die Chance für Elektronikhersteller neue Geräte abzusetzen. Alles in allem scheint die Neuerung kaum Vorteile für den Nutzer zu bringen und die zahlreichen Einschränkungen werden von vielen wohl eher als Gängelung denn als Fortschritt empfunden werden. Sky und Kabelzuschauer können vorerst noch mit ihren bisherigen Geräten schauen, wer jedoch das ab 1. November startende HD+ Satellitenangebot nutzen möchte, muss schon jetzt auf einen CI-Plus fähigen Receiver umsteigen.

 

Quelle: Verbraucherzentrale NRW
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3 Meinungen “Alles einfacher durch CI-Plus Universalschnittstelle?”
  1. Grundverschlüsselung im Kabel wird von Kartellamt geprüft says:

    [...] Eingriffsmöglichkeiten in das Nutzungsverhalten der Zuschauer ermöglicht (iptv-anbieter.info berichtete). Durch den neuen Standard wird außerdem die Nutzung mehrer unterschiedlicher Pay-TV Angebote [...]

  2. Warnung – Verbraucherschützer mahnen „HD+“-Tücken says:

    [...] Die deutschen Privatsender nutzen zur Verschlüsselung ihrer HD-Programme die Satelliten-Plattform „HD+“ der Astra/APS-Tochterfirma HD-Plus GmbH. Das Problem für den Endkunden: Der neue Receiver muss die Nagravision-codierten Signale darstellen können. Dies können nur die entsprechend für „HD+“ zertifizierten Geräte. Diese werden dann auch die neue CI-Plus-Schnittstelle enthalten, welche u.a. zur Blockade von Fernsehaufzeichnungen und zur Steuerung durch den Programmanbieter eingesetzt wird (iptv-anbieter.info berichtete). [...]

  3. RTL spricht Klartext: Aufnahmesperre bei HD+ says:

    [...] Werbepause kann nicht vorgespult werden. Schlimmer trifft es die Nutzer moderner Receiver mit CI+ Schnittstelle und entsprechendem Modul, dort „wird das längerfristige Aufzeichnen zunächst nicht gestattet [...]

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