
Doch nach der glänzenden Präsentation von Apple Chef Jobs wollten wir genauer wissen, was denn wirklich dahinter steckt und wie man Fernsehen, Filme & Co. auf dem iPad genießen kann. Wir haben drei iPad Benutzer ausfindig gemacht, die sich das neue Gerät schon vor dem offiziellen Verkaufsstart in Europa direkt aus den USA zugelegt haben - und natürlich in den letzten Wochen auf Herz und Nieren getestet haben! Seit Sonntag ist der App-Store für das iPad auch in europäischen Ländern verfügbar.
Andreas von Gunten (sein persönlicher Testbericht hier) nutzt gerne die kostenlosen iTunesU-Bildungsangebote sowie Videopodcasts. Auch ohne tief in die Tasche greifen zu müssen, gibt es ein großes Videoangebot. Und auf dem 9,7 Zoll großen iPad Bildschirm macht das Ansehen gleich viel mehr Spaß als auf dem kleinen Display des iPhones!
Sandro Jenny findet es praktisch, dass Videos, die in RSS-Feeds enthalten sind, auch direkt abgespielt werden können. Andy Funke ergänzt, dass natürlich auch Filmliebhaber nicht zu kurz kommen. Neue Movies werden vorher über iTunes auf das iPad synchronisiert, oder aber mobil über den iTunes Store direkt eingekauft.
Er hat sich außerdem die Applikation „TV-Screen“ vom Schweizer Newsmagazin "20Minuten" für CHF 6.60 im Monat gekauft. Diese erlaubt live TV-Streaming von etwa 20 Sendern (Schweizer Sender, RTL, VOX, ORF etc.), bei Bedarf kann eine Sendung auch aufgezeichnet und zu einem späteren Zeitpunkt angeschaut werden. Ein TV-Guide ist inklusive und das Ganze werde in attraktiver Qualität gestreamt. Voraussetzung ist lediglich WiFi-Zugang und leider ist das Angebot aktuell auf die Schweiz limitiert.

Der Pay-TV-Sender Sky hat für Ende Mai seine iPad-Applikation angekündigt, die von Sky-Kunden während der Fußball-Weltmeisterschaft bis Anfang August kostenlos genutzt werden kann. Alle 64 Spiele der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika können damit auf dem Tablet angeschaut werden. Wer weder Sky SportD noch Sky Fußball Bundesliga abonniert hat, zahlt ab August 12 Euro monatlich für die Nutzung. Wer dagegen Inhalte von seinem Mac auf das iPad streamen will, kann die rund 80 Euro teure „EyeTV3“-Anwendung nutzen.
Seit dem 28. Mai 2010 ist das iPad auch in Deutschland erhältlich. Apple bietet das iPad mit 16, 32 und 64 Gigabyte Speicherplatz an, wobei es je eine Variante ohne und mit Mobilfunkmöglichkeiten (3G) gibt. Das iPad ohne 3G ist ab 499 Euro für 16 Gigabyte erhältlich, die Variante mit 32 Gigabyte Speicher kosten 599 Euro und 64 Gigabyte schlagen mit noch einmal 100 Euro mehr zu Buche.
Die günstigste Variante des iPads mit 3G gibt es für 599 Euro (16 Gigabyte). Auch hier kostet eine Speicherplatzverdopplung jeweils hundert Euro mehr, das 32-Gigabyte-Modell ist für 699 Euro und das 64-Gigabyte-Modell für 799 Euro zu haben. Günstig gibt es das iPad hier bei Amazon.
Alle Modelle bieten natürlich drahtlose Internetverbindungen via Wi-Fi (WLAN) an. Außerdem ist Bluetooth 2.1 mit an Bord, womit auch Tastaturen und andere Zusatzgeräte mit dem Tablet verbunden werden können. Die 3G-Modelle bieten zudem GPS-Möglichkeiten.
Die Akkulaufzeit beläuft sich laut Apple auf zehn Stunden und die Lebensdauer wird mit bis zu fünf Jahren angegeben. Als Betriebssystem kommt das iPhone Betriebssystem zum Einsatz, sodass die Applikationen für das iPhone oder den iPod Touch prinzipiell auch auf dem iPad genutzt werden können. Neben Office-Anwendungen von Apple ist iBooks eine weitere Kernanwendung. Hierüber lassen sich E-Books anzeigen und neue Bücher direkt über den iBookstore kaufen.
Das iPad unterstützt aber kein Flash. Für Sandro ist klar, dass „die Zukunft zwar offenen Webstandards wie HTML5 und CSS3 gehört, aber Flash hätte trotzdem integriert werden müssen.“ Andreas ergänzt treffend: „Das ist im Moment ärgerlich, weil ich gerne Musik von flashbasierten Webseiten höre. Aber ich bin auch der Meinung, dass wir Flash, Silverlight und dergleichen loswerden müssen und uns auf den neuen HTML5 Standard konzentrieren sollten.“
Der in der Schweiz beliebte TV-Dienst Wilmaa.ch funktioniert aufgrund der fehlenden Flash-Unterstützung nicht. Der Anbieter Zattoo hingegen (Interview hier) kann laut Andy bequem im Safari-Webbrowser und mit einer passablen Videoqualität genutzt werden. Und Andreas meint augenzwinkernd: „Aber wer will schon live TV schauen? Das ist doch so was von 20stem Jahrhundert in Zeiten von On Demand TV!“