Nach einigen zögerlichen Anfangsjahren, gewinnt IPTV auch in Deutschland immer mehr an Fahrt. Allein die Deutsche Telekom verzeichnete Mitte 2011 über 1,4 Millionen IPTV-Kunden. Vodafone ist als neuster Vertreter Anfang 2011 in den IPTV-Markt eingestiegen.
Weltweit herrscht bereits seit einiger Zeit eine gewisse Goldgräberstimmung in der Branche. Denn die Wachstumszahlen können sich sehen lassen. Sowohl in Deutschland wie auch in der EU und weltweit, schnellen die IPTV-Abonnentenzahlen, teils mit dreistelligen, jährlichen Wachstumsraten, in die Höhe. Statistiken dazu und eine grafische Übersicht, die Prognosen der Realität der letzten Jahre gegenüber stellt, finden Sie hier.
Wäre es dann nicht schön, an diesem Wachstumsmarkt zu profitieren? Aber wie? Wir haben einige Aktien von börsennotierten Unternehmen herausgesucht, bei denen Sie mittelfristig an den Entwicklungen von IPTV partizipieren können.
Des Weiteren haben wir ein virtuelles Musterdepot dieser Werte auf dieser Seite erstellt, um die gedachte Performance über einen Zeitraum X zu messen.
Es gibt mehrere Branchen, mit denen sich direkt oder indirekt mit IPTV Geld verdienen lässt. Im Folgenden stellen wir einige dieser Möglichkeiten vor.
Wie bereits erwähnt, ist für uns in erster Linie der Netzwerkausrüster „Cisco“ als Markführer interessant. Aber auch „JDS Uniphase Corp.“ halten wir wieder für einen interessanten Pick. Das Unternehmen entwickelt, fertigt und vertreibt unter anderem Komponenten für optische Netzwerke. Grundvoraussetzung also für schnelle Datennetze, wie VDSL, die wiederum essentiell für IPTV sind.
Einige Konkurrenten strauchelten die letzen Jahre stark an einer harten Marktkonsolidierung. Einen der einstigen Big-Player der Branche hat es sogar bereits vor nicht allzu langer Zeit vom Kurszettel gefegt. Die Rede ist von „Nortel Networks“.
Hier ist insbesondere Motorola (Motorola Solutions) zu nennen. Das Unternehmen bietet die wohl breiteste Palette an IPTV-Receivern. In den USA sind die Geräte weiter vertreten. Aber auch hier schlagen sie unbemerkt am Herz des deutschen IPTV-Wachstums. Denn die HD-Receiver bei der Telekom, die obligatorisch zur Nutzung des Entertainpaketes sind, sind Geräte von Motorola. Dort tragen sie die Bezeichnung MR300 und MR301.
Microsoft entwickelt die Bediensoftware für den IP-Receiver der Telekom. Zudem findet sich das Mediacenter immer häufiger in Zusammenhang mit Home-TV-Entertainment. Sicher ist der Teil am Umsatz mit diesem Zweig verschwindend gering. Aber ein stärkerer Fokus in Zukunft (warum nicht das führende „Betriebssystem“ für den Fernseher von Morgen bereitstellen?!) beflügeln unsere Fantasie ein wenig. Zudem läuft der Verkauf von Windows 7 nicht schlecht. Auch die Charttechnik (Apr. 2011) verheißt zumindest Hoffnung. Eine aus unserer Sicht ideale Beimischung ins Depot auch zur Diversifikation.
Wäre früher mal die Pixelpark geworden. Siehe unten. Doch momentan keinesfalls ein Kauf für uns! Möglicherweise droht sogar die baldige Insolvenz – so wird zumindest spekuliert.
Sehr interessant finden wir natürlich in erster Linie die Plattformanbieter von IPTV. Also die Telekommunikationsunternehmen, die neben Breitbandanschlüssen via DSL und VDSL auch IPTV vertreiben. IPTV ist ein hervorragendes Produkt-Komplement und eine gute Möglichkeit, Kunden langfristig zu binden. Denn ohne Breitbandanschluss kein IPTV. Und den TV-Anbieter wechseln die meisten weniger gerne als Telefon, Handy oder Internet. Hier schlummert also gleich doppelt Potenzial für die Telkos, wenn man die Karten in Zukunft gut ausspielt. Das Potenzial zeigen auch diverse Studien(z.B. diese von goetzpartner), die u.a. die Wechselbereitschaft der TV-Konsumenten einbeziehen. Demnach sind die Vorzüge von IPTV, wie „zeitversetztes Fernsehen“ (gut 50 Prozent wechselwillig) und „HDTV“ (fast 2/3 wechselwillig) für viele ein wichtiger Grund, den TV-Anbieter zu wechseln und damit wahrscheinlich auch den DSL-Anbieter.
Außerdem ist IPTV DIE Möglichkeit schlechthin, mit den Kabelprovidern gleichzuziehen. Da diese ebenfalls Telefonie und Internet bieten, waren Tripleplay-Pakete aus Internetflat, Telefon und Digital-TV bisher den Kabelanbietern vorbehalten.
In Deutschland führt momentan die Deutsche Telekom mit deutlichem Vorsprung. Das Unternehmen zählte Ende 2010 fast 1,5 Mio. IPTV-Abonnenten. 2011 könnte unserer Meinung nach der Sprung über die 2 Mio-Marke gelingen. Zumindest konnten wir diese Zielmarke in einem Interview erfahren.
Genaue Zahlen zu den IPTV-Abonnenten in Deutschland bei Alice (Telefónice-O2) sind eher Mangelware. Im März 2011 war noch von nicht einmal 80.000 die Rege. Und das wohlgemerkt bei einer Vermarktung seit 2006! Hingegen bietet O2 aber z.B. IPTV bereits seit Jahren mit Erfolg in der Tschechai. Alice (ehemals zu einer Tochter der Telecom Italia gehörend) wurde übrigens im November 2009 an die spanische Telefónica verkauft. Der spanische Konzern ist hierzulande bereits mit Telefónica-O2 im Mobilfunk- und Festnetzgeschäft aktiv und mit 2,2 Millionen Breitbandkunden die Nummer 4 im deutschen Markt. Auch Vodafone bietet seit Anfang 2011 IPTV. Erste Zahlen gehen von einem moderaten Wachstum aus.
Musterdepot:
| Wert | Stück | WKN | Kaufkurs | Kurs | Differenz |
| Dt. Telekom | 2567 | 555750 | 9,74 | 10,38 € | 6,57% |
| Cisco | 629 | 878841 | 15,90 € | 10,60 € | -33,33% |
| Motorola Solutions | 34 | A0YHMA | 41,51 | 31,89 € | -23,18% |
| Microsoft | 1008 | 870747 | 19,85 € | 17,15 € | -13,63% |
| Telefónica O2 Germany | 901 | 894087 | 16,65 € | 17,56 € | 5,47% |
| Vodafone | 9554 | A0J3PN | 1,57 € | 1,84 € | 17,20% |
| Artec Technologies | 3030 | 520958 | 1,65 | 1,89 € | 14,55% |
| Depotwert | 90.808,14 € | ||||
| Wertentwicklung | -9,19% | ||||
| innerhalb von X Tagen | 586 |
Risikoeinschätzung: Insgesamt würden wir dem Depot auf einer Skala von 1-10 (10 = High Risk) eine 4 geben. Es handelt sich fast ausschließlich um Bluechips oder Big Player im Telkomarkt.
Hier noch ein paar Details zur Artec und weiteren IPTV-Aktien im Überblick.
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