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Highlights zu HDTV und IPTV auf der IFA 2007


Ein ausführlicher Review

Logo IFA 2007 - www.ifa-berlin.de



IFA 2007 – ein Rückblick


Die vom 31.08.2007 – 05.09.07 in Berlin jährlich stattfindende Messe für Consumer Electronics, konnte auch dieses Jahr mit weit über 100.000 Besuchern einen erheblichen Ansturm verzeichnen. 1212 Aussteller aus 32 Ländern präsentierten Ihre Produkte rund um das Thema IPTV, HDTV, Fernseher sowie Bildschirme, Kommunikation, MP3-Player und vieles mehr. Mit ca. 25 Milliarden Euro Umsatz rechnet die Branche optimistisch in diesem Jahr.

Bereits im Vorfeld kristallisierten sich die Hauptschwerpunkte der Messe, IPTV, HD-Bildschirme, HDTV sowie HD-Audio, heraus. [siehe IFA Preview].


Bildquelle: ifa-berlin.de

Wir möchten Ihnen in unserer Zusammenfassung präsentieren, was die Highlights und Neuerungen der diesjährigen Messe waren. Zudem geben wir Ihnen die Aussicht auf  (vielleicht) zukünftige Trends. Aber auch eine kritische Betrachtung der neuen technischen Möglichkeiten wollen wir nicht außen vor lassen.

Trendthema HDTV

Ein großer Schwerpunkt dieser Messe war das Thema HDTV (hochauflösendes Fernsehen) sowie Plasma- und LCD Bildschirme. Neben brillanteren und farbtreueren Geräten für den Fernsehgenuss, liegt nach wie vor die Größe von HDTV-Bildschirmen im Hauptfokus der Anbieter. Dazu setzten namhafte Hersteller ihr Augenmerk auf unterschiedliche Kriterien. So wurden eindrucksvoll TV Geräte, die mit voller HD Auflösung von 1920x1080 Pixeln arbeiteten, vorgestellt. Dabei liegt die Bildschärfe um bis zu 5 Mal höher als bei heutigen PAL Geräten.


Bildquelle: ifa-berlin.de
Der japanische Hersteller „Sharp“ präsentierte einen LCD-Bildschirm, dessen Tiefe gerade einmal 2 cm an der dünnsten sowie bis zu knapp 3 cm an der dicksten Stelle beträgt und dazu noch ein Leichtgewicht von ca. 25 kg ist. Mit einer Bildschirmdiagonale von 52 Zoll (132 cm) soll dieser ab 2010 auf den Markt kommen.
Als weiteres Highlight stellte das Unternehmen ein Gerät vor, welches mit einer Bildschirmdiagonale von 64 Zoll (162 cm) punktet und bei der Darstellung satte 8,84 Millionen Pixeln bietet. Damit ist das Gerät dem heutigen „Standard“ mit knapp 2 Millionen Pixeln weit voraus. Für den „4Kx2K“, so der Name des Flachbildschirmes, hat “Sharp“ bisher noch keine Pläne für die Serienproduktion bekannt gegeben.

Jedoch zieht die japanische Fernsehanstalt „NHK“ den Übergang zur 8 Mega-Pixel-Auflösung ab dem Jahre 2020 in Betracht. Das es selbst "normales" HDTV in Deutschland noch sehr schwer hat, wird eine Einführung hierzulande wohl noch wesentlich weiter in der Zukunft liegen.

Die zukünftige Strategie des Philips-Konzerns widmete sich hingegen der 3D-Technologie. „WOWvx“, diese Geräte der zukünftigen Generation, beeindruckten die Gäste der IFA mit sichtbaren 3D Effekten ohne die bisher benötigte Brille. Der 3D-Effekt konnte aus jeder Blickperspektive wahrgenommen werden. Die Notwendigkeit eines direkt mittigen sitzens vor dem Bildschirm entfiel.


Mit „Aurea“ präsentierte Philips eine neue Flachbildfernsehergeneration als "Ambilight" - Nachfolger. Ambilight bedeutet, dass es eine Leistungsabnahme der Augen gibt, wenn ein Raum nur durch eine einzige Lichtquelle beleuchtet wird. Und diesem will Philips mit dem „Aurea“ vorbeugen, indem der Rahmen des Gerätes beleuchtet ist und dieser die Farben des Bildinhaltes übernimmt (Active Frame). Dadurch wird das scheinbar gesehene Bild vergrößert und zur Schonung der Augen beitragen. Dieser „aktive Rahmen“ kann je nach belieben ein- und ausgeschaltet werden. Das bisherige "Ambilight" kam nur einfarbig ohne Anpassung daher.

Unternehmenskontrahent „Loewe“ hingegen, spezialisierte sich auf Intermedialität. Das bedeutet Übertragung von Musik und Fotos zwischen PC und Fernseher mittels WLAN, Powerlink oder Ethernetkabel. Auch der Anschluss von externen Geräten, wie MP3-Player oder Digitalkameras, soll ohne weiteres möglich sein.

Zudem waren in Bezug auf HD auch einige Scharmützel am Rande von großem Interesse. Insbesondere der Formatkrieg zwischen Blue-Ray und HD DVD. Zu einer Einigung über einen einheitlichen Standard kam es nicht und wird es wohl auch nie kommen. So präsentierten einige Hersteller bereits Abspielgeräte, welche beide Standards unterstützen.

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IPTV

Als weiterer großer Meilenstein bei der diesjährigen IFA war das Thema IPTV – Fernsehen über Internet – das zentrale Thema. Die Telekom stellte ihre neuenEntertain- Produkte vor, während Konkurrent „Arcor“ seinen IPTV-Start auf den Herbst diesen Jahres verlegte, entgegen der Vermutung im Vorfeld, der Provider starte noch im Sommer mit der IFA. [siehe IFA Review].


IPTV ist das Schlagwort fürs Fernsehen der Zukunft, wenn man dem bisherigen Branchenriesen Telekom glauben schenkt. Dazu wurde auf der IFA ein Pilotprojekt in Potsdam zum interaktiven Fernsehen von der T-Com Innovationsgesellschaft gestartet. In Zusammenarbeit mit der Technischen Fachhochschule Berlin, wurde der Sender „Xen.On“ als Test für neuartige Dienstleistungskonzepte auf der Messe vorgestellt. Dieser beinhaltet neben der IPTV – Plattform auch die Möglichkeit, Video On Demand Anwendungen zu nutzen sowie frei empfangbare DVB-T Kanäle anzusehen. Möglich wird dies durch den Einsatz spezieller Set-Top-Boxen. Es wird also versucht, herkömmliches Fernsehen über DVB-T mit den Möglichkeiten von IPTV (Video on Demand) zu verbinden.

Sollte sich „Dual Play Plus“, so der Name des Pilotprojektes, durchsetzen, wird es als Produkt in das Portfolio der Telekom aufgenommen.

Ein weiteres Ziel ist die Weiterentwicklung interaktiver Anwendungen. So sollen neben IPTV noch weitere zusätzliche Applikationen das Fernsehvergnügen steigern.

Online Shopping, Einblenden von Zusatzinformationen, Abstimmungen, Mitraten beim Quiz sowie Videotelefonie über den Fernseher aber auch zielgerichtete Werbung sind nur einige Beispiele. Die Verquickung von IPTV (Internet) und Fernsehen machen es möglich. In wieweit solche Innovationen vom Zuschauer auch angenommen werden, wird erst die Zukunft zeigen.

Damit stellt IPTV und den damit verbundenen interaktiven Softwareanwendungen und Hardware, aller Voraussicht nach, den zukünftigen Trend in der TV-Unterhaltungsindustrie dar. Auch indem Unterhaltungs- und Kommunikationsgeräte miteinander verstärkt zu einer Einheit verschmelzen.



Weitere Highlights der IFA

„Zwar wird heute schon Fernsehen im Internet und im Handy angeboten. Aber das seien nur erste tastende Schritte …“, erklärte Beate Koch, Sprecherin der Frauenhofer Gesellschaft.

Sie verwies damit auf Ideen und Prototypen, welche neben IPTV und HDTV den Alltag der Zukunft prägen könnten. Dazu zählen u.a. denkende Kleidungsstücke („Smart Textiles“), welche miteinander kommunizieren können.

Aber auch drahtlose Vernetzungen von Multimedia-Geräten sowie der Ausbau des digitalen terrestrischen Fernsehens (DVB-T), waren ein Thema auf der IFA. Bis 2008 soll der DVB-T Standard in ganz Deutschland verfügbar sein.



Fazit

Leider kamen HD-Audio und Digitales Radio etwas zu kurz auf der diesjährigen IFA. Mobile Player, HDTV und IPTV waren die Themenspitzenreiter. Die schöne, neue Fernsehwelt hat begonnen. Jedoch möchte der Kauf von HDTV-Geräten gut überlegt sein. Denn zurzeit gibt es nur ganz wenige Sender (z.B. Pro7, Premiere und Sat1), welche vereinzelt HD-Inhalte ausstrahlen. Dies gilt auch für die Zukunft. Die Öffentlich-Rechtlichen planen erst 2010 zu den Olympischen Winterspielen in Vancouver die dauerhafte HD-Ausstrahlung.

Arcor IPTV Bildquelle: Arcor.de Presse Auch der Formatkrieg zwischen HD DVD und Blue-Ray kann die Freude von Cinemafans eintrüben. Es fehlt also nach wie vor an den jeweiligen Inhalten, um die HDTV Technologie effektiv zu nutzen.

Mit IPTV könnte hier eine Zukunftslösung versprechen - hoher Datenübertragungsraten vorausgesetzt. Aber auch bei diesem Fernsehformat ist trotz aller technischer Machbarkeit in Zukunft Vorsicht geboten. Der Nutzer hat zwar die Möglichkeit, aus hunderten Programmen zu wählen, direkt über den Fernseher zu bestellen bzw. sich Zusatzinformationen zu beschaffen,

jedoch bezahlt er diesen Service in Zukunft vielleicht mit zielgerichteter Werbung, die nur auf ihn zugeschnitten ist. Das klingt zunächst vorteilhaft - denkt man jedoch weiter, bedeutet dies, dass alle Daten, welche der Nutzer direkt oder indirekt an den jeweiligen Sender übermittelt, gespeichert werden. Der Nutzer wird zum „gläsernen Menschen“ – seine Vorlieben, Abneigungen, was er gern isst u.s.w. werden öffentlich – ein Alptraum für Datenschützer. Hier müssen die Sender ihre Verantwortung erkennen und durchsetzen!






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