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EPG - Elektronische Programmführer

Eine Einführung

Seit der Umstellung vom analogen zum digitalen Fernsehen, ist die Programmzahl in den letzten Jahren stark angestiegen. Neben zahlreichen Free-TV Sendern entstanden und entstehen auch immer mehr Pay-TV- und Spartenkanäle. Hinzu kommen Tausende von VoD-Inhalten. Es entwickelt sich eine Programmvielfalt, in der es schwer ist, sich ohne eine Navigationshilfe noch zurechtzufinden. Doch herkömmliche Fernsehzeitschriften können diese Flut an Inhalten nicht mehr erfassen. Deshalb gibt es so genannte EPG's.



Was ist ein EPG?

EPG steht für "Electronic Program Guide", was ins Deutsche übersetzt "elektronischer Programmführer" bedeutet. Der EPG ist quasi die digitale Form der Fernsehzeitschrift. Über eine grafische Benutzeroberfläche erhält der Zuschauer zu jedem Sender eine Übersicht aller Fernseh- und Radiosendungen mit Detailinformationen direkt auf dem TV-Bildschirm. Dabei handelt es sich mindestens um den Titel und eine Angabe von wann bis wann die Sendung läuft. Zusätzlich gibt es oftmals noch beschreibende Informationen, teilweise auch mit Bildern, über den Inhalt der Sendungen, Angaben zum Regisseur, Schauspielern, Genre, usw. Aufrufen kann man die digitale Programmzeitschrift üblicherweise einfach über eine Taste auf der Fernbedienung.



Zahlreiche Vorteile

Die Vorteile des EPG gegenüber einer gedruckten Zeitschrift liegen ganz klar auf der Hand. Die elektronischen Programmführer sind sehr einfach aufgebaut und ermöglichen so eine leichte Navigation, wodurch Informationen sehr schnell abrufbar sind. Diese Informationen können, im Gegensatz zu Programmzeitschriften, beim EPG ständig aktualisiert werden. Man ist also immer Up-to-Date. Ewiges Hin- und Herblättern in der TV-Zeitschrift gehört der Vergangenheit an. Denn der EPG ermöglicht komplexe Suchabfragen mit sehr praktischen Sortierfunktionen. So kann man z.B. Filme eines Genres herausfiltern, oder schauen wann der Lieblingsschauspieler das nächste Mal zu sehen ist. Außerdem ist es möglich direkt im EPG das Aufnehmen von seinen Lieblingssendungen zu programmieren.



Überblick über die Leistungen & Vorteile von elektronischen Programmzeitschriften:
  • Übersicht aller Fernseh- und Radiosendungen zu jedem Sender
  • zeitgemäße optische Darstellung im Gegensatz zum Videotext
  • Interaktivität - dank HbbTV auch ohne IPTV (siehe Abschnitt "Zukunft")
  • Detailinformationen zu einzelnen Filmen und Sendungen
  • Aktualität der Informationen
  • Schnell abrufbar
  • Komplexe Suchabfragen: Sortieren nach bestimmten Kriterien
  • Direkte Programmierung fürs Aufzeichnen einer Sendung
  • Umschalten des Senders aus dem EPG heraus


Integrierte EPG's

Üblicherweise werden EPG's schon von den Herstellern in die Empfangsgeräte integriert. Jeder Hersteller kann seinen eigenen elektronischen Programmführer anbieten. Deshalb gibt es eine Vielzahl verschiedenster EPG's, welche in Umfang und Aussehen variieren. So sind z. B. auch bei den in Deutschland erhältlichen IPTV-Angeboten von Vodafone, der Telekom und von Alice schon spezielle digitale Programmführer in den Set-Top-Boxen "eingebaut." Die Daten mit denen die elektronischen Programmzeitschriften gefüttert werden, kommen von den einzelnen Rundfunkanstalten. Es gibt aber auch Firmen wie z.B. die Presse-Programm-Service GmbH (pps), die Receiver-Hersteller mit Fernsehprogrammdaten beliefern.



EPG mittels MHP

Manche Rundfunkanstalten verbreiten sogar einen eigenen EPG ihrer Programme direkt über das Rundfunksignal, wie z.B. ARD und ZDF. Dabei kann man sogar Trailer einzelner Sendungen abrufen. Hinter diesen komplexen EPG's steht MHP (Multimedia-Home-Plattform), ein spezieller, offener Standard, über den interaktive Inhalte übertragen werden können. Dafür benötigt man allerdings MHP-fähige Set-Top-Boxen. In Deutschland ist MHP unter den Zuschauern aber nicht sehr bekannt und konnte sich nie wirklich durchsetzen. Das MHP-Angebot beschränkt sich hierzulande lediglich auf die Öffentlich-Rechtlichen und nimmt immer mehr ab.



EPG von der Telekom

Bild: Telekom Presse

Der EPG von Entertain ist in dem HD-fähigen Festplattenrekorder (aktuelle Sparaktionen beachten) integriert. Er zeigt unter anderem das komplette Fernsehprogramm bis zu 2 Wochen im Voraus und Detailinformationen zu einzelnen Sendungen. Es kann dabei zwischen zwei verschiedenen Darstellungsweisen ausgewählt werden. Das Umschalten der Sender ist innerhalb des EPG möglich.

Außerdem gibt es ein Vorschaufenster, in dem man sehen kann, was auf anderen Sendern gerade läuft. Die Suche einzelner Sendungen wird durch eine Sortierfunktion erheblich vereinfacht. Es ist auch möglich, bestimmte Sendungen direkt mit dem integrierten Videorekorder für eine Aufzeichnung auszuwählen.


Alice EPG

Auch der EPG von Alice bietet zahlreiche Zusatzinformationen zum TV-Programm, wie eine Programmübersicht mit detaillierten Informationen für 2 Wochen im Voraus. Alice bietet als Alternative auch eine Online-Programmübersicht über das Internet an, mit der man einzelne Sendungen, die man anschauen möchte, auswählen kann. Nach Eingabe der Logindaten wird diese Auswahl mit der Set-Top-Box synchronisiert. Wer also keine Programmzeitung hat, findet hier im Internet eine nette, kostenlose Alternative :-) Psst!


Vodafone EPG

Elektronischer Programmführer von Vodafone

EPG von Vodafone in Aktion | Bild: iptv-anbieter.info

Der elektronische Programmführer von Vodafone bietet auch zahlreiche Funktionen, um Ihnen die Übersicht zum laufenden und kommenden Programm zu erleichtern. Das Besondere: Die laufende Sendung wird in einem Vorschaufenster am linken Bildschirmrand weiter angezeigt. So verpassen Sie nichts beim Stöbern in der Programmzeitschrift oder währen des Markierens von geplanten Aufnahmen. Stichwort Aufnehmen: Dies ist mit dem Vodafone EPG enorm einfach. Mit einem Klick auf die Fernbedienung legen Sie fest, dass eine Sendung aufgenommen wird. Optional nur einmalig oder regelmäßig – z. B. bei Daily Soaps. Wie üblich, umfast das TV-Programm immer 14 Tage. » mehr zu Vodafone TV



Der EPG der Zukunft
Doch es geht noch besser. Auch der EPG wird weiterentwickelt. In Zukunft sucht sich nicht mehr der Zuschauer selbst das Fernsehprogramm seiner Wahl aus, sondern der EPG wird das automatisch für ihn erledigen. EPG 2.0 heißt das dann und ist zielgerichtetes Fernsehen mit personalisierten Angeboten. Einer dieser neueren elektronischen Fernsehzeitschriften ist z.B. BeeTV.

EPG HbbTV

Bild: ARD - neues EPG via HbbTV


Der EPG bietet dann nicht nur für die Zuschauer, sondern auch für die Anbieter ganz neue Möglichkeiten und wird als Transaktions-, Werbe- sowie Kommunikationsplattform immer mehr an Bedeutung gewinnen. Neu ist das sogenannte HbbTV. Die Technik hat gute Chancen sich als Nachfolgestandard des Videotextes zu etablieren. 2010 wurde HbbTV offiziell als Standard für dynamische Zusatzinformationen verabschiedet. Immer mehr Receiver und TV-Geräte unterstützen schon HbbTV geräteseitig.

EPG-Vielfalt in Europa

In Deutschland nutzen bisher erst 5 Millionen Haushalte EPG. Damit stehen wir hierzulande noch am Anfang der Entwicklung. In anderen europäischen Ländern wie Großbritannien, Frankreich und auch den skandinavischen Ländern ist der elektronische Programmführer schon wesentlich weiter. Auf den Münchner Medientagen 2009 wurde dieses Thema ausführlich diskutiert und eine neue Studie von Goldmedia über den wachsenden EPG-Markt veröffentlicht. Diese besagt, dass bis 2014 Dreiviertel der Westeuropäischen Haushalte ein EPG nutzen werden. Lesen Sie hier mehr über diese Studie und allen Neuigkeiten im Bereich der elektronischen Programmführer der Zukunft. Außerdem führte iptv-anbieter.info Interviews mit Hintergrundfragen zu diesem Thema mit Mathias Birkel, dem Autor der Studie "EPGs in Europa 2014", sowie Ned Wiley, Managing Director Axel Springer Digital TV.



Weiterführendes:
» IPTV Anbieter im Vergleich
» HbbTV - das neue interaktive EPG & Videotext (auch ohne IPTV)

Quelle: ARD-Digital

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