Video on Demand - Die Innovationskraft der Medien-Branche sorgt für Konvergenz


Unser USA-Korrespondent Reto Stuber hat den Media Summit 2011 in New York besucht. Beim Treffen der Medienvertreter wurde intensiv über die Entwicklungen in der TV-Branche debattiert. In diesem Hintergrundartikel zeigt er die Trends in der Welt des TV auf und erläutert die wichtigsten Thesen zur Zukunft der Branche. Mehr Fotos gibt es auf unserer Facebook-Seite.

Die Medienbranche erfindet sich laufend neu! Diese Innovationskraft wird dabei aber von äußeren Faktoren angeschoben. In den letzten Jahren gab es verschiedene Entwicklungen zu beobachten. So hat die Weltwirtschaftskrise und die Zunahme der Online Angebote zu einem Anzeigenrückgang in der klassischen Printpresse geführt.

Auch im Bereich der bewegten Bilder nimmt die Wichtigkeit der klassischen Übertragungswege und Endgeräte zunehmend ab. Neue Technologien wie IPTV, Web Streaming, Game Konsolen, 3D, Tablet PCs, HD TVs, Smartphones und VoD erscheinen auf der Bildfläche und sorgen für neue Verhaltensmuster bei den Konsumenten.

Unser USA-Korrespondent hat am 8. jährlichen Media Summit in New York der Branche auf die Finger geschaut. In diesem Hintergrundartikel beleuchtet er, wie die Entwicklungen im Bereich des „Video On Demand“ (VoD) vorangehen. Mehr Fotos gibt es auf unserer Facebook Seite.

Crossmediale Lösungen für TV, Online und Mobile sind gefordert
Ein Bedürfnis der Verbraucher sind offensichtlich plattformübergreifende Lösungen. Frei nach dem Motto „Jederzeit, an jedem Ort, auf jedem Gerät“ arbeiten viele Anbieter an Lösungen, um Ihr Programm am TV, online am Computer, ab Konserve und natürlich auch auf dem Smartphone in der Hosentasche anzubieten - eine schnelle Mobilfunk-Verbindung vorausgesetzt.

Natürlich gibt es dabei Unterschiede im Nutzungsverhalten. Wer nach einem anstrengenden Tag Abends nach Hause kommt, der fällt wohl am liebsten ins Sofa und lässt sich vom TV berieseln – möglichst ohne Werbeunterbrechung. Wer hingegen mit dem Smartphone unterwegs ist, der vertreibt sich vielleicht gerne die Wartezeit auf den Bus mit einem kurzen Update zu den neusten Nachrichten. Dieser „Newssnack für Zwischendurch“ kann man mit Fast Food vergleichen, wohingegen das bezahlte Fernsehen zu Hause (möglichst noch ohne Werbeunterbrechung) einem schicken Essen gleicht.

Kabelnetzbetreiber haben Video on Demand verschlafen
Der Konsument gibt den Ton an. Die Zeiten, wo man sich am Programm in der Fernsehzeitschrift orientiert, sind vorbei. Die Erwartungshaltung an das Angebot steigt, der Nutzer will autonom entscheiden, wann er welches Programm anschaut.

Dave DelBeccaro, CEO von Music Choice, bestätigt: „Der Video on Demand Markt wächst! Für Kinder und Jugendliche ist Konsum auf Abruf bereits die Normalität. Dabei ist der große Bildschirm aus Konsumentensicht sozusagen das Ende des Regenbogens, es ist der qualitativ beste Screen.“

Marty Roberts, Vice President Sales & Marketing von ThePlatform, ergänzt: „Es gibt heute im Netz Videoinhalte in Hülle und Fülle. Dort haben wir im Gegensatz zum klassischen TV auch die Möglichkeit, Werbeanzeigen gezielt nach demografischen Gesichtspunkten zu schalten. Zudem können wir dem Nutzer ähnliche Inhalte vorschlagen, die für Ihn relevant sind. VoD ist die Chance, welche die Kabelnetzanbieter verschlafen haben!“

Der Datenstrom wächst mit rasender Geschwindigkeit
Vom technischen Standpunkt her betrachtet bieten diese Entwicklungen einige Herausforderungen. Es ist noch gar nicht so lange her, dass man TV-Programme nur über die Antenne empfangen konnte. Dieses „one-to-many“-Verfahren hatte den Vorteil, dass es nur einen Sender benötigte und beliebig viele Empfänger haben konnte.

Wenn aber die Endgeräte über ein Netzwerk angeschlossen werden (was bei den heutigen Receivern, Smartphones und Computern der Fall ist), muss auch die Zuleitung entsprechend ausgebaut sein. „Der weltweite Datenverkehr verdoppelt sich alle 2.5 Jahre!“, ermahnt Sachin Sathaye, Senior Marketing Manager für Videolösungen von Cisco. Neue Endgeräte und Dienste verschieben die Nutzung des Konsums in die „Cloud“, heute sind bereits 12 Milliarden Geräte über IP-Adressen verbunden!

Herausforderungen, um den „Quality of Service“ Anforderungen gerecht zu werden
Aus einer Serviceperspektive sind dabei generell hohe Datendurchsatzraten nötig, denn niemand sieht sich gerne ein verpixeltes oder stockendes Video an. Dabei gibt es nebst dem Bedarf an Bandbreite auch noch viel Optimierungspotenzial.

Man muss sich nur vorstellen, dass in einem Mehrfamilienhaus mehrere Parteien denselben Inhalt am TV schauen – dann wird für jeden Haushalt ein separater Inhaltsstream transportiert, was natürlich ineffizient ist. Für solche Anwendungsfälle benötigt es künftig bessere Logik, denn innerhalb der nächsten Dekade wird jeder TV mit dem Internet verbunden sein!

Schon bald wird jeder Inhalt auch „on demand“ verfügbar sein, dann gibt es nicht mehr entweder oder. Bill Livek bringt es mit einem zwinkernden Auge auf den Punkt: “Wenn Sie unter dem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom leiden, dann sind Sie im richtigen Zeitalter! Wir schauen fern, surfen im Netz und beantworten SMS am Handy – und das natürlich gleichzeitig!“

Weiterführendes
» das war der Media Summit 2010
» Anbieter von Video on Demand
» IPTV Anbieter im Vergleich



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