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Kabelnetzbetreiber schmieden eigene IPTV Angebote


Auch die Kabelnetzbetreiber schmieden fleißig an IPTV-Angeboten mit Rückkanalfähigkeit. Was erwartet den Kunden in Zukunft und was bedeutet dies für die "klassischen" IPTV-Anbieter?

Hintergrund

Das deutsche Kabelnetz hat in den letzten Jahren einen beachtlichen Modernisationsschub erlebt. Nachdem die Deutsche Telekom aus kartellrechtlichen Gründen schrittweise ihr Kabelnetz verkauft hat, konnten die daraus entstandenen regionalen Teilnetze Kabel BW, Unitymedia und Kabel Deutschland den Ausbau und die Modernisierung des deutschen Kabelnetzes voran treiben. Besonders interessant hierbei ist der Rückkanal-fähige Ausbau des Kabelnetzes, um dadurch neue interaktive Dienste Anbieten zu können. Insbesondere das sogenannte Triple-Play Angebot bestehend aus Kabel-Internet, Kabel-Telefonie und Kabelfernsehen sowie das zukunftsweisende IPTV können durch die Modernisierung des Kabelnetzes realisiert werden.


IPTV

Die Internetverbindung über den herkömmlichen Kabelanschluss ist zu einem ernsthaften Konkurrenten von etablierten Breitbandtechnologien geworden und greift nun eines der vielversprechendsten Projekte der Deutschen Telekom an: das sogenannte IPTV-Angebot, gestützt von einer sehr schnellen Breitbandverbindung.

IPTV steht für Internet Protocol Television, wobei mit Hilfe der Internettechnologie digitale Fernseh- und Videoprogramme empfangen werden können. Für die Übertragung der Video- und Audio Signale wird das Internet Protocol verwendet, welches bereits das Surfen im Internet ermöglicht. Um die Fernseh- und Videoinhalte in angemessener Qualität genießen zu können, ist ein schneller Breitband-Internetanschluss nötig. Je nach Nutzung und Anzahl der Fernsehgeräte in einem Haushalt ist mindestens eine 16 Mbit/s – Leitung erforderlich. Endkunden, die IPTV in HD-Qualität auf ihrem HDTV – fähigen Flachbildfernseher genießen möchten, sollten mindestens eine 25 Mbit/s – Leitung haben.

Das Fernsehen der Zukunft bietet dem Nutzer eine ganze Vielfalt von neuen Möglichkeiten. Zum einen gibt es die kostenlose elektronische Programmzeitschrift, die immer auf dem neuesten Stand alle Sendungen und Programme beinhaltet. Des Weiteren bietet sie Informationen, die weit über das Format einer herkömmlichen Fernsehzeitschrift hinaus gehen. Der digitale Videorecorder ermöglicht es dem Nutzer, Filme auf einer Festplatte zu speichern. Die digitale Festplatte macht darüber hinaus „time shifting“ möglich. Dabei kann der Nutzer einen Film anhalten und zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen. Durch die Nutzung der Internet Technologie ist es dem Kunden nicht nur möglich Daten zu empfangen, sondern auch zu senden. Dieser sogenannte Rückkanal ermöglicht es dem Nutzer, mit den Programminhalten interaktiv zu agieren.


Während die Deutsche Telekom und andere kleinere Netzbetreiber auf das neue VDSL Netz setzen, welches in der ersten Ausbauphase Übertragungsraten von bis zu 50 Mbit/s dem Endkunden zur Verfügung stellt, werden ähnliche Übertragungsraten über das Kabelnetz der Kabelnetzbetreiber durch dessen Ausbau realisiert.


Modernisierung der Kabelnetze

Die Kabelnetze der deutschen Kabelnetzbetreiber werden seit 1997 mit viel Aufwand digitalisiert und zukunftsfähig ausgebaut.  Parallel zur Digitalisierung der Kabelnetze wird seit 2003 die Bandbreite des Kabelnetzes auf 606 MHz oder sogar 862 MHz erhöht wodurch erstmals neue Services bestehend aus TV, Highspeed Internet und VoIP-Telefonie kombiniert über das Kabelnetz angeboten werden können. Überall dort, wo bereits die entsprechende Infrastruktur modernisiert wurde, kann die herkömmliche Kabeldose gegen eine Multimedia-Dose ausgetauscht werden. Die neue Multimedia-Dose bietet drei Steckplätze für jeweils ein TV Gerät, ein Radio und ein Kabel-Modem, welches Kabel-Internet, Kabel-Telefonie und zukünftig IPTV ermöglicht.

ie Kombination aus TV, Internet und Telefonie über einen universellen Datenanschluss nennt sich „Triple Play“. Bevor der Endkunde Internet und Telefonie über den Kabelanschluss nutzen kann, muss ein Kabel-Modem installiert werden. Die zu übertragenden Daten werden mit Hilfe dieses Kabelmodems aufmoduliert und anschließend über die Koaxialkabel gesendet. Das Kabelmodem befindet sich zwischen dem Kabelanschluss und dem Router beziehungsweise dem Computer und wird über USB oder Ethernet verbunden.


Kabelanbieter & IPTV

IPTV ist durch die Aufrüstung der Kabelnetze nicht mehr nur den Telekommunikationsunternehmen vorbehalten. Die Kabelnetzbetreiber feilen bereits selbst an eigenen IPTV-Angeboten und können dabei auf die hohen Datenübertragungsraten der Kabelnetze zurückgreifen. Der Bandbreitenvorteil ist ganz klar auf der Seite der Kabelanbieter, da über die Koaxialkabel weitaus größere Datenübertragungsraten erreicht werden können, verglichen mit den Kupferdoppeladern bzw. Glasfaserkabeln der Telekommunikationsunternehmen. Die Erschließung des Telekommunikationsmarktes ist für die Kabelbetreiber ein wichtiger Faktor, da sie immer mehr Kunden an Satelliten- und das digitale Antennenfernsehen verlieren. Die gewinnbringende Vermarktung von neuen, innovativen Unterhaltungspaketen wird daher intensiv von den Kabelbetreibern verfolgt.


Das der IPTV Markt boomt ist an den Wachstumszahlen weltweit zu erkennen, welche sich in den letzten Jahren nahezu verdreifacht haben. Das größte bisherige Wachstum findet in europäischen Ländern statt. Dabei spielen die Kabelanbieter eine immer bedeutendere Rolle, diesen Zukunftsmarkt erfolgreich zu betreten. Die großen deutschen Kabelanbieter konzentrieren sich ebenfalls auf die Einführung von Multimedia Features wie Video-on-Demand, interaktive Dienste wie Chat und Bewertungsfunktionen und natürlich das zukünftige Fernsehformat HDTV. Die Kabelanbieter profitieren außerdem von den mehr als 20 Millionen deutschen Haushalten, welche über einen  Kabelanschluss verfügen. Die Modernisierung der Kabelnetze beschert den Kabelkunden somit nicht nur Breitbandinternetzugänge, sondern auch die Möglichkeit zukünftig mit Hilfe des Internet Protokolls fern zu sehen.


Mit digitalem Kabelfernsehen kann bereits jetzt ein Vielfaches an TV Programmen vom Endkunden genutzt werden, verglichen mit dem herkömmlichen analogen Kabelanschluss. Die Möglichkeiten von IPTV sind zahlreich und übertreffen dabei das digitale Kabelfernsehen. Ob letztendlich Kabelanbieter oder Telekommunikationsunternehmen das Rennen im Triple Play und IPTV Markt machen, ist nicht absehbar. Alle großen Medienanstalten sind sich allerdings sicher, dass der IPTV-Technologie die Zukunft gehört.




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