„Wir glauben an eine Koexistenz der Systeme“, Interview mit Kuzey Alexander Esener


Kuzey Alexander Esener, Vodafone
IPTV-Angebote haben einen entscheidenden Nachteil. Nutzer benötigen eine hohe Bandbreite um Fernsehen auch in HD-Qualität sehen zu können. Vodafone allerdings bietet eine Lösung an, die IP-basiertes Fernsehen und klassische Empfangswege wie Satellit oder Kabel vereint. Wir haben uns von Kuzey Alexander Esener, Leiter der Wirtschafts- und Unternehmenspresse erklären lassen, wie dieser Dienst genau aussieht.


IPTV-Anbieter.info: Zuerst einmal vielen Dank Herr Esener, dass Sie sich für uns Zeit für ein Interview genommen haben. Zur Sache: Seit 2011 bieten sie als dritter Anbieter in Deutschland neben der Telekom und Alice (o2) IPTV an. Wie viele Kunden konnten sie bisher gewinnen und wie viele Haushalte können ihren Service theoretisch nutzen?

K. A. Esener: Nutzen kann Vodafone TV theoretisch jeder, der einen Vodafone DSL-Anschluss hat. Als wir das Produkt eingeführt haben, war es zunächst auf unseren DSL-Anschluss ausgerichtet. Dann haben wir aber eine Box entwickelt, die hybrid ist, d.h. Sie nutzen die Komponenten des IP-Fernsehens gemeinsam mit ihrem Kabel- oder Satellitenanschluss. Die Box sucht sich dann immer das beste Signal und reichert dann praktisch das klassische Fernsehen mit den Funktionalitäten des IP-Fernsehens an.

Wir sind vor einem Jahr ohne Werbung gestartet und haben das Produkt erst einmal nur in den Shops angeboten. Da haben wir etwa 500 Stück pro Tag verkauft. Ende Oktober haben wir dann angefangen, Werbung zu schalten und das Produkt richtig zu bewerben. Seitdem gehen die Verkaufszahlen rapide nach oben, wir haben mittlerweile über 110.000 Vodafone TV Kunden.

IPTV-Anbieter.info: Mit der Telekom und Alice (o2) haben sie starke Konkurrenten. Wie versuchen sie die Kunden für ihr Angebot zu gewinnen?

K. A. Esener: Wir gewinnen die Kunden, indem wir ihnen eine Innovation verkaufen. Wenn sie nur IP-basiertes Fernsehen haben dann müssen sie ihr Netzwerk auf die größtmögliche Belastung ausrichten. Das passiert zum Beispiel alle vier Jahre beim Finale der Fußball WM. Dann schauen viele Millionen Menschen gleichzeitig Fernsehen. Das bedeutet, die Netzkapazitäten müssen so gebaut werden, dass das Finale ruckelfrei und ohne Aussetzer gesendet werden kann.



Den Rest der Zeit ist das Netz nicht ausgelastet also auch nicht effizient. Unsere Box verbindet die klassischen Signale, wie Satellit oder digitales und analoges Kabel mit dem klassischen IP, d.h. Sie brauchen keine 50 oder 100 Mbit/s-Leitung. Es reichen auch Leitungen von 2 bis 6 Mbit/s, um unsere Box nutzen zu können.

IPTV-Anbieter.info: Momentan sind im Grundpreis 50 Free-TV-Sender und 18 Sender in HD enthalten. Soll das Angebot in naher Zukunft weiter aufgestockt werden?

K. A. Esener: Wir hoffen, dass wir noch mehr HD-Sender dazubekommen. Wie haben mittlerweile fast alle großen Hollywood-Studios dabei und wir weiten das Programm sukzessive aus. Wie sie vielleicht wissen, sind wir in den Bieterwettstreit für die Bundesliga nicht eingestiegen, unsere Box ist aber so ausgerichtet, dass sie Skyready ist, d.h. Sky-Kunden können die Fußballbundesliga auch über unsere Box schauen.

IPTV-Anbieter.info: Der neueste Trend ist 3D-Fernsehen. Wird das auch bald über VodafoneTV möglich sein?

K. A. Esener: Sie werden sicherlich 3D-Filme runterladen können. Sie können bei uns jetzt schon HD-Filme aus der Videothek runterladen. Bei einer geringeren Bandbreite können sie das über Nacht machen. Der Vorteil: Sie zahlen die Filme aus unserer Videothek erst, wenn sie sie auch wirklich anschauen. Das heißt, sie können erst einmal ein paar Filme auf die Festplatte runter laden und dann entscheiden, was sie sehen wollen. 3D ist sicherlich ein interessanter Trend den wir auch beobachten werden.



IPTV-Anbieter.info: Im Gegensatz zu den anderen IPTV-Angeboten in Deutschland, benötigt man bei ihnen für den Empfang nicht zwangsläufig eine schnelle DSL oder VDSL-Leitung. Sie bieten auch eine hybride Lösung über die SAT-Anlage an. Welchen Vorteil hat das?

K. A. Esener: Wenn sie ein reines IP-Produkt haben, dann brauchen sie permanent eine hohe Bandbreite. Viele Kunden verfügen aber gar nicht über diese 25 oder 50 Mbit/s. Die haben eine klassische 6.000er DSL oder 16 Mbit/s-Leitung. Um HD-Fernsehen vernünftig zu schauen, brauchen sie eigentlich permanent diese hohe Bandbreite.

Mit der Vodafone TV Box brauchen sie diese Bandbreite nicht. Sie nehmen einfach ihren herkömmlichen TV-Anschluss und schließen ihn an die Box an. Die Box nimmt dann dieses Signal und die IP-Funktionen über die DSL-Leitung hinzu. Da haben sie dann z.B. einen elektronischen Programmführer oder eine Videothek. Auf diese Weise benötigen sie keine 16 Mbit/s-Leitung, um sich einen Film aus der Videothek anzuschauen.

IPTV-Anbieter.info: Glauben Sie, dass IPTV-Angebote langfristig gesehen die noch marktbeherrschenden Kabel- und SAT-Anlagen ablösen werden?

K. A. Esener: Wir sehen da eher eine Ergänzung der Signale. Die Box ist auch intelligent, sodass sie sich immer das beste Signal sucht. Also entweder HD über den Satelliten oder HD über die IP-Box. Wir glauben daher an eine Koexistenz der Systeme.

IPTV-Anbieter.info: Vielen Dank Herr Esener für das sehr interessante Interview!


Weiterführendes
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Bildquelle: Bildportrait: Kuzey Alexander Esener, Vodafone - © mit freundlicher Genehmigung von Kuzey Alexander Esener, Vodafone; alle anderen Bilder in diesem Artikel - © IPTV-Anbieter.info


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