„Es wird möglich sein, Ultra HD über Mobilfunk zu übertragen.“ - IFA-Interview mit Dirk Ellenbeck (Vodafone)


Dirk Ellenbeck, Vodafone
Dirk Ellenbeck, Vodafone
Die IFA steht für vieles – auch für TV, soweit das Auge reicht. Aus diesem Grund haben wir uns zur Messe aufgemacht, um ein Interview zum IPTV-Angebot um Vodafone zu führen. Mit Unternehmenssprecher Dirk Ellenbeck sprachen wir über die neue Kooperation mit Sky, was die anstehende Übernahme von Kabel Deutschland für Vodafone TV bedeutet und wie die Übertragung von Ultra HD in Zukunft auch über Mobilfunk möglich sein wird. Zudem sprachen wir auch darüber, welche Voraussetzungen für ein IPTV-Angebot gegeben sein müssen. .

IPTV-Anbieter.info: Herr Ellenbeck, vielen Dank zuerst einmal für die Möglichkeit des Interviews. Vodafone hat vor einem Monat eine Kooperation mit Sky gestartet - auch für die Übertragung der Bundesliga. Soll die Zusammenarbeit noch weiter intensiviert werden?

Dirk Ellenbeck: Beide Partner, sowohl Sky als auch Vodafone, schauen jetzt erst einmal, wie die Akzeptanz bei den Kunden aussieht. Es lässt sich schon sagen, dass das Sky-Angebot sehr gut angenommen wird, auch dank der Bundesliga. Das läuft also sehr erfolgreich. Je nachdem, was die Kunden dann noch von uns erwarten, werden wir natürlich in weitere Gespräche mit Anbietern wie Sky gehen. Nichtsdestotrotz wird Vodafone TV definitiv weiterhin als eigenständiges Angebot existieren.



IPTV-Anbieter.info: Wie wichtig schätzen sie die Kooperation des Premium-Anbieters Sky mit IPTV-Anbietern wie Vodafone ein? Welchen Stellenwert hat diese Kooperation für den Übertragungsweg?

Dirk Ellenbeck: Ich denke, dass ein umfangreiches Programmangebot, und dazu gehören nun mal die Bundesliga oder ein Filmpaket, der Akzeptanz solcher Plattformen weiterhilft. Dem Kunden ist es am Ende egal, über welche Technologie er das bekommt, was er sehen möchte. Das ist im Mobilfunk-, im Festnetz- und Fernsehbereich genau das gleiche.

IPTV-Anbieter.info: Werden mit der anstehenden Übernahme von Kabel Deutschland die TV-Angebote von Vodafone TV und dem Kabelanbieter verschmelzen - oder weiter nebeneinander existieren?

Dirk Ellenbeck: Es wird das Beste aus beiden Welten geben, was ja heute schon durch die Hybrid-Box von Vodafone TV möglich ist. IPTV mit einem Kabelanschluss zu verbinden, macht mit einem eigenen Kabelnetz erst recht Sinn. Ob die Inhalte dann von Vodafone TV oder von Kabel Deutschland kommen, ist dann letztendlich auch egal - es sind ja dann schließlich auch die gleichen Inhalte von den gleichen Anbietern.



IPTV-Anbieter.info: Satellitenbetreiber und Kabelanbieter behaupten, sie wären theoretisch schon bereit für Ultra HD. Wäre Ultra HD auch über IPTV möglich?

Dirk Ellenbeck: Grundsätzlich ja, da wir im Mobilfunkbereich mit LTE und auch im Festnetz, was die Geschwindigkeiten angeht, momentan noch am Anfang stehen. LTE wird sich relativ schnell zur Gigabit-Technologie entwickeln. Die Entwicklung wird ja nicht mit CAT4 und 150 MBit/s aufhören.

Nach 4G wird 5G kommen und dann wird es natürlich auch möglich sein, Ultra-HD über die Mobilfunktechnologie zu übertragen. Dazu kommt, dass die Übertragung über Luft bloß der letzte Teil der eigentlichen Übertragung ist. Das Stichwort dafür ist Multi-Broadcast, was dafür sorgt, dass ein Signal nur einmal ausgestrahlt wird und von allen Nutzern in einer Zelle trotzdem zeitgleich empfangen werden kann.



IPTV-Anbieter.info: Wenn wir über Gigabit-Technologien reden: In welche Zeiträume sprechen wir da?

Dirk Ellenbeck: Ich persönlich gehe davon aus, dass wir im Mobilfunk in den nächsten 5 Jahren Gigabit-Geschwindigkeiten haben werden. Im Labor ist das heute schon möglich. Ich denke nicht, dass es länger als 5 Jahre dauern wird, bis das beim Kunden ankommen wird.

IPTV-Anbieter.info: Ultra HD für lineare Angebote ist die eine Sache. Eine andere Möglichkeit ist ja, Ultra-HD-Content für den Abrufbereich zur Verfügung zu stellen. In den USA wurde solch ein Angebot in diesen Tagen von einem ersten Anbieter schon gestartet. Inwiefern ist das für Vodafone als IPTV-Anbieter schon von Interesse?

Dirk Ellenbeck: Wir schauen uns natürlich die Dinge, die auch hier auf der IFA für die breite Masse vorgestellt werden, sehr genau und auch schon seit längerem an. In unserem Test- und Innovationspark haben wir bereits schon Tests laufen. Wann es dann tatsächlich soweit sein wird, derartige Angebote in den Markt einzuführen, das kann man noch nicht konkret sagen. Man kann solche Technologien ja nicht um der Technik Willen einführen, sondern muss für den Kunden ein Produkt schaffen, das einen gewissen Mehrwert mit sich bringt.

IPTV-Anbieter.info: Wie sehen Sie Pläne von Unternehmen wie Microsoft oder Intel, eigene IPTV-Angebote zu starten und eventuell auch im deutschen IPTV-Markt Fuß zu fassen?

Dirk Ellenbeck: Wettbewerb belebt den Markt. Je mehr Anbieter dem Kunden zeigen, welche Möglichkeiten es gibt, desto interessanter wird es auch und gerade für den Kunden selbst. Von daher sehe ich das durchaus positiv.

IPTV-Anbieter.info: Denken Sie, dass ein IPTV-Angebot ohne eine eigene Netzinfrastruktur überhaupt wirtschaftlich sein kann?

Dirk Ellenbeck: Ich persönliche glaube nicht, dass man unbedingt ein Netz braucht, um Content anbieten zu können. Das kann man ja heute schon bei Anbietern wie Zattoo oder anderen Bewegtbildanbietern sehen. Natürlich sind solche Unternehmen immer auf eine gute Netzinfrastruktur angewiesen – und wir haben natürlich auch ein Interesse daran, unseren Kunden entsprechenden Content bieten zu können, weswegen sich da wiederum viele Kooperationsmöglichkeiten ergeben.

IPTV-Anbieter.info: Vielen Dank Herr Ellenbeck für dieses aufschlußreiche Interview.


Bildquelle Portraitbild: Dirk Ellenbeck - © Dirk Ellenbeck, Vodafone
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