
Alexander Schmidt: Wir haben uns ursprünglich aufgestellt, um große Bildschirme für die Werbung zu entwickeln. Daraus ist der Gedanke entstanden, eine Komplettlösung anzubieten. Nur die 3D-Hardware nützt nichts, wenn der Kunde das Display nicht mit geeigneter Software bespielen kann. Wir haben uns auf Software spezialisiert, die Computeranimationen in 3D generieren kann.
Auch mit Realbildern haben wir uns beschäftigt, allerdings hat die eigens gebaute Kamera den Status des Prototyps aus Kostengründen nie verlassen. Unsere Software-Lösungen orientierten sich an der normalen Workflow-Kette. Diese beginnt mit Content-Erstellung (Plug-ins für Maya und 3DS Max). Danach steht unsere Software z.l.ic.e.3D, eine professionelle Video/Image-Compositing und –Schnittwendung, die speziell für Stereo-Videos konzipiert wurde. Damit wird letztendlich ein bestimmtes Videoformat erzeugt, in dem wir die mehreren Ansicht, die wir für Stereoskopie brauchen, multiplexen und den finalen Film abspielen können.
Alexander Schmidt: Die Technik kann als marktreif bezeichnet werden. Das Team arbeitet seit mittlerweile zehn Jahren an Displays und Lösungen. Wir merken, dass es im Laufe der Zeit immer mehr darauf konvergiert, dass diese Technologie ein Massenprodukt werden kann – die Displays werden immer hochauflösender, die Produktionstechnologien ausgereifter, die Anzeigegeräte günstiger, die Software besser und die Rechner schneller. Heutzutage können wir mit unserem Spieletreiber bereits PC-Spiele live in 3D zeigen. Das ging vor drei Jahren noch nicht. Wir merken auch, wie Jahr für Jahr die Umsätze und die Akzeptanz steigt. Mit dem geplanten Spiele-Laptop (Bundle aus Highend-Laptop und 3D-Display-Vorsatz) hoffen wir auf einen deutlichen Schub. Bisher konnten wir eher ein langsames, aber stetiges Wachstum verzeichnen.

Alexander Schmidt: Theoretisch ja, in der Praxis gibt es aber Einschränkungen. Die Filterstruktur, die vor dem Bildschirm angebracht wird, muss speziell für dieses Gerät entwickelt und optimiert sein. Da dies einen gewissen finanziellen Aufwand darstellt, suchen wir in der Praxis Displays heraus, die sich eignen, entwickeln den Filter und verkaufen dann das Endprodukt.
Alexander Schmidt: Wird es definitiv, wenn auch am Anfang mit 3D-Brille. Wir machen das zwar alles brillenfrei, haben aber Verfahren, wo wir zum heutigen Stand noch nicht ohne weiteres den Kino-Stereo-Content verarbeiten können. Deswegen konzentrieren wir uns auch eher auf Spiele. Mit dem Spieletreiber können wir eigentlich jedes Spiel verwenden, was sich auf dem Markt befindet und es in 3D umsetzen.
Für Filme wäre zum Stand heute immer noch ein zusätzlicher Konvertierschritt möglich. Es wird mit Sicherheit noch ein bis zwei Jahre dauern, bis man eine BluRay-Disc mit Stereo-Film auf einem brillenfreien Display abspielen kann. Wir arbeiten aber daran.
Alexander Schmidt: Vor allem ist eine schnelle Grafikkarte erforderlich. Wir haben einen anderen Ansatz als Produkte der Mitbewerber gewählt. Diese berechnen zwei Ansichten – für das linke und für das rechte Auge. Damit wird die Framerate halbiert. Wir benutzen hingegen Tiefeninformationen, die in der Grafikkarte stecken und kombinieren das letztendliche 2D-Bild mit dieser Tiefeninformation. Das spart Renderarbeit und schafft einen Zeitvorsprung. Momentan wird ca. ein Viertel der Geschwindigkeit durch das 3D-Rendering eingebüßt. Je schneller die Grafikkarte, umso besser.